Erstausstattung für den Hund: Was du wirklich brauchst, bevor er einzieht
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Erstausstattung für den Hund: Was du wirklich brauchst, bevor er einzieht

Niklas Kellerwessel
Niklas Kellerwessel
3. November 20265 Min. Lesezeit
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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Hinweis: Diese Angaben gelten für Deutschland

Dieser Artikel beschreibt die Rechtslage, Gebühren und Empfehlungen in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Bitte klären Sie die Details mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor Ort.

Napf, Leine, Schlafplatz, Kotbeutel: Die Erstausstattung für einen Hund ist kürzer, als Einkaufslisten vermuten lassen. Diese Checkliste nennt, was der Deutsche Tierschutzbund und das MSD Veterinary Manual empfehlen, was du dir sparen kannst und welche Pflichten und Termine in die ersten Wochen gehören.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zur Grundausstattung gehören je ein Napf für Futter und Wasser, ein passendes Halsband oder Geschirr mit Leine, ein ruhiger Schlafplatz, Kotbeutel und eine Bürste passend zum Fell
  • Welpen fressen mehrmals am Tag: laut MSD Veterinary Manual viermal mit 6 bis 12 Wochen, dreimal mit 3 bis 6 Monaten und zweimal mit 6 bis 12 Monaten
  • Stachelhalsbänder und andere schmerzhafte Mittel sind bei Ausbildung, Erziehung und Training verboten (§ 2 Abs. 5 Tierschutz-Hundeverordnung)
  • Chip, Haftpflichtversicherung und Hundesteuer regeln Bundesland und Gemeinde; kläre sie vor dem Einzug
  • Ist dein Welpe nach zwei bis vier Wochen konsequenter Übung noch nicht stubenrein, rät der Tierschutzbund zum Besuch in der Tierarztpraxis

Für die ersten Tage brauchst du weniger, als viele Einkaufslisten nahelegen. Der Deutsche Tierschutzbund nennt als wichtigste Dinge je einen Napf für Futter und Wasser, ein passendes Halsband oder Geschirr und eine Leine. Dazu kommen ein ruhiger Schlafplatz, Kotbeutel, Spielzeug, eine Bürste passend zum Fell und ein Futter für Welpen oder erwachsene Hunde. Genauso wichtig wie die Dinge sind Pflichten und Termine: Chip und Registrierung, Haftpflicht, Hundesteuer und der erste Tierarztbesuch.

Die Grundausstattung

Diese Liste folgt dem, was der Tierschutzbund in seiner Broschüre zur Hundehaltung aufzählt. Marken oder bestimmte Produkte brauchst du dafür nicht.

  • Futter- und Wassernapf: Stell deinem Hund ständig frisches, sauberes Trinkwasser hin.
  • Halsband oder Geschirr und Leine: Beides nennt der Tierschutzbund als Grundausstattung. Stachelhalsbänder und andere für den Hund schmerzhafte Mittel sind bei Ausbildung, Erziehung und Training verboten (§ 2 Abs. 5 Tierschutz-Hundeverordnung).
  • Schlafplatz: ein Körbchen, eine Matte oder bei größeren Hunden ein Liegekissen. Er gehört an einen ungestörten, zugfreien Ort, zu dem dein Hund immer Zugang hat.
  • Spielzeug: etwa ein Ball, der sich nicht zerkauen lässt, und etwas zum Kauen. Kauartikel zählen bei der Futtermenge mit, weil ihr Kaloriengehalt nicht unerheblich ist.
  • Fellpflege: Bürste, Kamm oder Striegel, je nach Länge und Beschaffenheit des Fells. Wie du die Krallen kürzt, falls nötig, steht im Ratgeber Krallen schneiden beim Hund.
  • Kotbeutel: Den Kot sammelst du grundsätzlich mit einer kleinen Tüte ein.

Für die Fahrt nach Hause und jede weitere Autofahrt lohnt der Ratgeber Hund im Auto sichern. Was in ein Erste-Hilfe-Set gehört, steht im Ratgeber Erste-Hilfe-Set für Hund und Katze.

Füttern: wie oft und womit

Welpen brauchen ein eigenes Welpenfutter, das genug Energie, Fett, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe für das Wachstum liefert, schreibt das MSD Veterinary Manual. Frag den Züchter oder die bisherige Halterin, was dein Hund zuletzt bekommen hat, damit du vorbereitet bist.

Wie oft ein Welpe frisst, hängt vom Alter ab. Das MSD Veterinary Manual nennt diese Zahl an Mahlzeiten pro Tag:

AlterMahlzeiten pro TagFutter
6 bis 12 Wochen4Welpenfutter
3 bis 6 Monate3Welpenfutter
6 bis 12 Monate2Welpenfutter
älter als 12 Monate1 oder 2Futter für erwachsene Hunde

Der Tierschutzbund empfiehlt dieselbe Abfolge von vier über drei auf zwei Mahlzeiten. Wann du auf Futter für erwachsene Hunde umstellst, hängt von der Größe ab: Die meisten Hunde sind mit 9 bis 12 Monaten erwachsen, große und sehr große Rassen brauchen dafür fast 2 Jahre. Wie viel dein Hund pro Mahlzeit braucht, erklärt der Ratgeber Wie viel Futter braucht mein Hund?.

Stubenreinheit und erste Erziehung

Fang am ersten Tag an. Laut MSD Veterinary Manual dauert es mit Geduld und Konsequenz meist nur wenige Wochen, bis ein Welpe stubenrein ist. Bring ihn anfangs mehrmals am Tag nach draußen und lobe ihn, wenn er sich löst. Welpen müssen typischerweise zu diesen Zeiten raus:

  • gleich morgens und zuletzt am Abend
  • nach dem Fressen und nach viel Trinken
  • nach dem Schlafen und nach dem Spielen
  • bei sehr jungen Welpen auch nachts

Gewöhne ihm dabei keine Zeitung und keine Katzentoilette in der Wohnung an. Davon rät der Tierschutzbund ausdrücklich ab.

Genauso wichtig ist die Sozialisierung, vor allem im Alter von 2 bis 4 Monaten. Welpenkurse helfen dabei; manche nehmen laut MSD Veterinary Manual schon sehr junge Welpen auf, sofern sie geimpft sind. Rechne für diese Zeit mit viel Nähe: Bis zum Alter von zwanzig Wochen braucht ein Welpe nach der Tierschutz-Hundeverordnung mindestens vier Stunden Umgang am Tag.

Papiere und Pflichten vor dem Einzug

Nicht alles, was du vorbereiten musst, kannst du kaufen.

  • Chip und Registrierung: Ob ein Chip Pflicht ist, regelt dein Bundesland. In Niedersachsen muss zum Beispiel jeder Hund, der älter als sechs Monate ist, einen Transponder mit Kennnummer tragen.
  • Haftpflichtversicherung: Auch sie ist Ländersache. In Niedersachsen ist sie für jeden Hund Pflicht, der älter als sechs Monate ist.
  • Hundesteuer: Deine Gemeinde erhebt sie nach ihrer eigenen Satzung. Melde deinen Hund dort an.

Welche Pflichten in deinem Bundesland gelten, fasst der Pflichten-Check im Themen-Center Hund anschaffen zusammen. Ob du bereit bist und woran du einen seriösen Züchter erkennst, steht in Bin ich bereit für einen Hund? und Seriöse Hundezüchter erkennen.

Wann zum Tierarzt

  • Bald nach dem Einzug: Vereinbare einen ersten Termin für einen Gesundheitscheck und besprich Impfungen und Entwurmung. Den Impfplan für Welpen erklärt der Ratgeber Welpen impfen.
  • Wenn es mit der Stubenreinheit nicht klappt: Ist dein Welpe nach zwei bis vier Wochen konsequenter Übung noch nicht stubenrein, rät der Tierschutzbund zum Besuch in der Tierarztpraxis. Unsauberkeit kann auch körperliche Ursachen haben, etwa eine Blasenentzündung.
  • Bei Warnzeichen: Welche Anzeichen bei einem Welpen sofort in die Praxis gehören, steht im Ratgeber Mein Welpe ist krank.

👉 Für den ersten Gesundheitscheck nach dem Einzug findest du mit Petla eine Tierarztpraxis in deiner Nähe und kannst direkt einen Termin anfragen.

Was du dir sparen kannst

  • Hundekleidung und Hundeschuhe: Der Tierschutzbund bittet ausdrücklich darauf zu verzichten. Nur für alte oder kranke Hunde, die sich draußen langsam bewegen, kann ein Kälteschutz im Winter sinnvoll sein.
  • Schmerzhafte Erziehungshilfen: Stachelhalsbänder und andere schmerzhafte Mittel sind in Ausbildung, Erziehung und Training verboten.
  • Vorräte auf Verdacht: Kauf Futter und Pflegemittel erst in größeren Mengen, wenn du weißt, was dein Hund verträgt und braucht.

Häufige Fragen

Was brauche ich als Erstausstattung für einen Welpen?

Je einen Napf für Futter und Wasser, ein passendes Halsband oder Geschirr mit Leine, einen ruhigen Schlafplatz, Kotbeutel, Spielzeug, eine Bürste passend zum Fell und Welpenfutter. Dazu gehören Chip, Haftpflicht und Hundesteuer nach den Regeln deines Bundeslands und deiner Gemeinde.

Wie oft muss ich einen Welpen füttern?

Laut MSD Veterinary Manual viermal täglich mit 6 bis 12 Wochen, dreimal mit 3 bis 6 Monaten und zweimal mit 6 bis 12 Monaten. Danach reichen ein oder zwei Mahlzeiten mit Futter für erwachsene Hunde.

Wie lange dauert es, bis ein Welpe stubenrein ist?

Mit Geduld und Konsequenz meist nur wenige Wochen. Klappt es nach zwei bis vier Wochen konsequenter Übung noch nicht, rät der Tierschutzbund zum Besuch in der Tierarztpraxis.

Halsband oder Geschirr, was ist besser?

Der Tierschutzbund nennt beides als Grundausstattung, entscheidend ist, dass es passt. Verboten sind Stachelhalsbänder und andere schmerzhafte Mittel bei Ausbildung, Erziehung und Training.

Fazit

  • Die Grundausstattung ist kurz: Näpfe, Halsband oder Geschirr mit Leine, Schlafplatz, Kotbeutel, Spielzeug, Bürste.
  • Welpen brauchen Welpenfutter und anfangs vier Mahlzeiten am Tag.
  • Stachelhalsbänder und andere schmerzhafte Mittel sind in Erziehung und Training verboten.
  • Chip, Haftpflicht und Hundesteuer klärst du vor dem Einzug mit Land und Gemeinde.
  • Plane den ersten Tierarzttermin bald nach dem Einzug ein.

Quellen

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