Mein Welpe ist krank: welche Warnsignale du niemals ignorieren solltest
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Mein Welpe ist krank: welche Warnsignale du niemals ignorieren solltest

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Hinweis: Diese Angaben gelten für Deutschland

Dieser Artikel beschreibt die Rechtslage, Gebühren und Empfehlungen in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Bitte klären Sie die Details mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor Ort.

Ein neuer Welpe zu Hause ist aufregend. Aber was, wenn er plötzlich schlapp wird, nicht frisst oder Durchfall bekommt? Welpen reagieren empfindlicher als erwachsene Hunde, und manche Symptome sind echte Notfälle. Dieser Ratgeber erklärt, welche Zeichen harmlos sind, welche sofortigen Handlungsbedarf bedeuten und was du im ersten Jahr für seine Gesundheit tun kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Blutiger Durchfall, extremes Erbrechen oder Apathie beim Welpen sind Notfallzeichen: sofort zum Tierarzt
  • Welpen leeren ihre Energiereserven schnell: Bei kleinen Rassen ist schon eine ausgelassene Mahlzeit ein Grund, noch am selben Tag anzurufen
  • Die Grundimmunisierung beginnt in Deutschland ab der 8. Woche gegen Staupe, Parvovirose und Leptospirose
  • Entwurmung ab dem 14. Lebenstag, dann alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach dem Absetzen, danach bei anhaltendem Risiko monatlich bis zum 6. Monat
  • Das Prägefenster für Sozialisation liegt etwa zwischen Woche 5 und 14. Nicht bis nach der letzten Impfung warten
  • Der erste Tierarztbesuch sollte innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Einzug stattfinden
Ist das bei deinem Tier ein Notfall? Der tierärztlich geprüfte Notfall-Check geht 14 Warnzeichen durch und ordnet dann die Beschwerden ein. Keine Diagnose - im Zweifel immer sofort in die Praxis.Check starten

!Zeigt dein Tier eines dieser Zeichen?

Tippe alles an, was zutrifft – schon ein Zeichen bedeutet: sofort handeln.

Diese Einschätzung ist keine Diagnose und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Sie hilft nur, die Dringlichkeit einzuordnen. Im Zweifel wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Stand: 2026-07-15.

Notdienst in deiner Nähe finden

Ein neuer Welpe zieht ein und plötzlich ist alles anders: Du beobachtest jeden Schluckauf, jeden schiefen Blick, und manchmal ist wirklich ein echtes Warnsignal dabei. Denn Welpen sind keine kleinen Erwachsenenhunde. Ihr Immunsystem ist noch im Aufbau, ihre Energiereserven sind gering, und sie können sich innerhalb weniger Stunden ernsthaft verschlechtern. Gut, wenn du weißt, was harmlos ist und was nicht.


Was beim Welpen normal ist und was nicht

Dass dein Welpe sehr viel schläft, ist in den ersten Wochen völlig normal (deutlich mehr als ein erwachsener Hund). Welpen wachsen rasant, ihr Körper braucht diese Ruhephasen. Auch ein gelegentlich etwas weicherer Kot nach einem Futterwechsel oder dem Stress des Einzugs ist kein Grund zur Sorge.

Das ist in der Regel harmlos

  • Viel schlafen nach dem Spielen oder Fressen
  • Kurzzeitiges Zittern bei Aufregung oder Kälte
  • Einmaliges Erbrechen ohne weitere Symptome
  • Niesen nach dem Schnüffeln im Gras
  • Weicher Kot in den ersten ein bis zwei Tagen nach dem Einzug

Das verdient genaue Beobachtung

  • Kein Fressen über mehr als 12 Stunden, bei Welpen kleiner Rassen deutlich früher: Bei Zwerg- und Toyrassen kommt Unterzucker in den ersten sechs Lebensmonaten vor, und Fasten kann ihn auslösen. Typisch ist dann ein Welpe, der wackelig wirkt, zittert, teilnahmslos wird, im Ernstfall krampft. Ist er noch wach und kann schlucken, reibe ihm etwas Honig oder Traubenzuckerlösung aufs Zahnfleisch (nichts ins Maul schütten, wenn er benommen ist) und fahre sofort in die Praxis
  • Anhaltender weicher Kot oder Durchfall über mehr als einen Tag
  • Deutlich weniger Spielfreude als gewohnt
  • Mehr als zweimaliges Erbrechen innerhalb weniger Stunden

Bei kleinen Welpen gilt: Lieber einmal zu früh anrufen als zu lange warten. Ihr Körper gibt schnell nach.


Diese Symptome sind ein Notfall

Wenn du eines der folgenden Zeichen bei deinem Welpen siehst, ruf sofort beim Tierarzt an oder fahr direkt in die Praxis, auch nachts:

  • Blutiger Durchfall oder Erbrechen mit Blut: typisches Zeichen für Parvovirose, eine lebensbedrohliche Viruserkrankung
  • Extreme Apathie: Der Welpe liegt nur da, reagiert kaum auf Ansprache oder seinen Namen
  • Blasse oder blaue Schleimhäute (Zahnfleisch und Innenseite der Lippen): Zeichen von Kreislaufproblemen
  • Angeschwollener, harter Bauch verbunden mit Schmerzen oder Unruhe
  • Krampfanfälle oder unkontrolliertes Muskelzittern
  • Atemprobleme: pfeifende Geräusche, Japsatmung, blaue Zunge

Kein Symptom auf dieser Liste ist „vielleicht morgen noch mal schauen“. Handele sofort.


Drei gefährliche Krankheiten bei Welpen

Parvovirose

Die Parvovirose (CPV) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem junge, ungeimpfte Hunde trifft. Das Virus überlebt monatelang in der Umwelt. Besonders anfällig sind Junghunde zwischen sechs Wochen und sechs Monaten sowie ungeimpfte und unvollständig geimpfte Hunde. Die ersten Anzeichen: plötzliche Erschöpfung und Futterverweigerung, gefolgt von starkem, oft blutigem Durchfall und Erbrechen. Die Krankheit kann tödlich verlaufen; mit tierärztlicher Behandlung überleben die meisten Hunde. Schutz bietet die vollständige Impfserie; bis sie abgeschlossen ist, gehört dein Welpe als unvollständig geimpft zur besonders anfälligen Gruppe.

Staupe

Die Staupe (Canine Distemper) sieht anfangs oft nach einem harmlosen Infekt aus. Zu den häufigsten Zeichen gehören Durchfall, Erbrechen, Ausfluss aus Augen und Nase sowie Husten; danach kann die Krankheit das Nervensystem angreifen. Im späteren Verlauf können Muskelzuckungen, Krampfanfälle und Koordinationsstörungen auftreten. Erst die vollständige Impfserie schützt: Nach der Impfleitlinie der StIKo Vet wird die Staupekomponente beim Welpen mit Woche 8, 12 und 16 geimpft, mit etwa 15 Monaten folgt die vierte Dosis. Ein Welpe zwischen der ersten und der letzten Dosis ist noch nicht sicher geschützt; ungeimpfte Welpen sind in echter Lebensgefahr.

Zwingerhusten

Der Zwingerhusten (Bordetella bronchiseptica und verschiedene Viren) ist hochansteckend und äußert sich als trockener, rauer Husten, manchmal mit würgendem Geräusch; in Gruppen mit vielen Hunden wird er schnell weitergegeben. Bei erwachsenen Hunden verläuft er meist mild und heilt von selbst aus. Beim Welpen ist das anders: Welpen erkranken häufiger schwer, und bei ihnen kann der Zwingerhusten in eine Bronchopneumonie (Lungenentzündung) übergehen, die tödlich verlaufen kann. Feuchter Husten, Fieber, eitriger Nasenausfluss, Mattigkeit oder Fressunlust sprechen für eine Lungenentzündung: Zeigt dein Welpe eines davon oder atmet er angestrengt, ruf sofort in der Praxis an. Eine Impfung ist besonders bei Welpen empfehlenswert, die in Hundeschulen oder Pensionen kommen.


Was du selbst tun kannst: die wichtigsten Bausteine im ersten Jahr

Impfplan einhalten

Die Grundimmunisierung beim Welpen beginnt idealerweise mit der 8. Lebenswoche. In Deutschland sieht der übliche Ablauf so aus:

  • Ab Woche 8: Impfung gegen Staupe, Parvovirose und Leptospirose, meist als Kombiimpfstoff, der zusätzlich eine Komponente gegen die ansteckende Leberentzündung (HCC) enthält
  • Ab Woche 12: Auffrischung der Kombivakzine und Tollwut (für grenzüberschreitende Reisen vorgeschrieben)
  • Ab Woche 16: dritte Impfung gegen Staupe und Parvovirose

Die Impfleitlinie der StIKo Vet sieht mit etwa 15 Monaten eine vierte Dosis vor. Erst damit ist die Grundimmunisierung wirklich abgeschlossen. Danach wird im Abstand von einem bis drei Jahren aufgefrischt, je nach Impfstoff und Komponente (Leptospirose zum Beispiel jährlich). Mehr dazu im Ratgeber zur Grundimmunisierung beim Welpen. Den Impfpass immer zum Termin mitnehmen und sorgfältig aufbewahren.

Entwurmung nicht verschieben

Viele Welpen kommen bereits mit Würmern zur Welt, übertragen durch die Mutter über Plazenta oder Muttermilch. Symptome können ein aufgeblähter Bauch, Durchfall, sichtbare Gewichtsabnahme oder Rutschen auf dem Po sein. Ein konsequenter Entwurmungsplan ist essenziell: Welpen werden ab dem 14. Lebenstag behandelt, dann alle zwei Wochen bis zwei Wochen nach dem Absetzen, danach bei anhaltendem Risiko (Welpengruppe, Garten, Kontakt zu anderen Hunden) monatlich bis zum sechsten Lebensmonat. Ab dann richtet sich der Rhythmus nach dem Risiko, mindestens aber viermal im Jahr. Welches Mittel geeignet ist, besprichst du am besten mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, da sich Präparate in Wirkstoff und Dosierung unterscheiden.

Mikrochip und Registrierung

In vielen deutschen Bundesländern ist die Kennzeichnung des Hundes mit einem ISO-Chip (15-stellige Nummer) gesetzlich vorgeschrieben. Frag beim Kauf, ob dein Welpe bereits gechippt ist, und lass ihn in einer nationalen Datenbank (z. B. TASSO) registrieren. So findest du deinen Hund zurück, wenn er verloren geht.

Sozialisation im Prägefenster

Etwa zwischen Woche 5 und Woche 14 prägt sich dein Welpe auf die Welt. Dieses Fenster schließt sich, egal ob die letzte Impfung abgeschlossen ist oder nicht. Warte daher nicht auf den vollständigen Impfschutz. Trage deinen Welpen auf dem Arm durch belebte Straßen, lass ihn Kinder, andere Hunde und verschiedene Geräusche aus sicherer Distanz erleben. Eine verpasste Sozialisation kann lebenslange Verhaltensfolgen haben.

Ernährung altersgerecht

Wähle spezielles Welpenfutter mit angepasstem Protein- und Kalziumgehalt. Bis zum sechsten Lebensmonat sind drei bis vier Mahlzeiten täglich sinnvoll, danach reichen zwei. Bei großen Rassen ist Vorsicht bei Überfütterung geboten: Zu schnelles Wachstum belastet die Gelenke. Frisches Wasser sollte jederzeit verfügbar sein.

👉 Für den ersten Check-up sowie den Impf- und Entwurmungsplan deines Welpen findest du mit Petla schnell eine passende Tierarztpraxis in deiner Nähe.


Wann du auch ohne Notfall zum Tierarzt solltest

Selbst wenn kein Alarm vorliegt: Lass deinen Welpen innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Einzug untersuchen. Der Ersttermin umfasst Gewicht, Herz, Ohren, Zähne, Impfstatus und Entwurmungsplanung: eine gute Grundlage für alles Folgende.

Geh außerdem zum Tierarzt, wenn dein Welpe:

  • länger als 12 Stunden nichts frisst
  • mehr als 24 Stunden Durchfall hat
  • seit mehreren Tagen hustet, niest oder Nasenausfluss zeigt
  • auffällige Veränderungen an Augen, Ohren oder Haut hat
  • etwas möglicherweise Giftiges gefressen hat (Pflanzenteil, Müll, Haushaltsmittel)

👉 Zeigt dein Welpe eines dieser Warnsignale, findest du mit Petla in wenigen Klicks eine Tierarztpraxis in deiner Nähe.


Fazit

Welpen brauchen mehr Aufmerksamkeit als ausgewachsene Hunde, und das ist normal. Ihr Immunsystem ist noch im Aufbau, ihre Reserven sind klein, und manche Krankheiten schreiten erschreckend schnell voran. Wer die wichtigsten Warnsignale kennt, den Impf- und Entwurmungsplan im Blick behält und bei Unsicherheit früh handelt, legt den Grundstein für ein gesundes Hundeleben. Dein Welpe hat Glück, einen so aufmerksamen Menschen an seiner Seite zu haben.

Quellen

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