Was kostet BARF im Monat? Und geht es günstig mit Huhn, Pute und Rind?
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Was kostet BARF im Monat? Und geht es günstig mit Huhn, Pute und Rind?

Niklas Kellerwessel
Niklas Kellerwessel
23. Oktober 20268 Min. Lesezeit
So entstehen unsere Inhalte

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Hinweis: Diese Angaben gelten für Deutschland

Dieser Artikel beschreibt die Rechtslage, Gebühren und Empfehlungen in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Bitte klären Sie die Details mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor Ort.

Was BARF im Monat kostet, hängt vor allem an der Größe deines Hundes und daran, wo du einkaufst. Unsere eigene Rechnung mit Preisen vom Oktober 2026 zeigt Spannen für Hunde von 5 bis 40 Kilo, selbst gemischt und fertig. Dazu: warum man nach Energie rechnet und nicht nach Kilo, ob Huhn, Pute und Rind reichen, welche billigen Teile einen Haken haben und was Gefrierplatz und Zeit kosten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach unserer eigenen Rechnung mit Preisen vom Oktober 2026 kostet selbst gemischtes BARF für einen 20-Kilo-Hund etwa 80 bis 265 Euro im Monat, je nach Einkauf und Tierart
  • Selbst mischen ist nicht automatisch billiger: Mageres Fleisch komplett aus dem BARF-Shop kostet pro Kalorie sogar rund ein Zehntel bis ein Fünftel mehr als fertiges BARF im Mittel
  • Am meisten sparst du über den Einkauf: große Packungen, Hälse und Herz aus einem Werksverkauf, Gemüse aus dem Supermarkt; die Tierart macht weniger aus
  • Huhn, Pute und Rind reichen für die Nährstoffe, wenn die Ration ergänzt ist; Rind hat ein Vielfaches des Zinks von Hähnchenbrust
  • Wer seltene Tierarten im Alltag nicht füttert, hat sie für eine spätere Ausschlussdiät noch übrig; welche sich eignet, hängt auch an der Verwandtschaft mit dem bisherigen Futter

Was BARF im Monat kostet, hängt vor allem an zwei Dingen: wie groß dein Hund ist und wo du einkaufst. Nach unserer eigenen Rechnung mit Preisen vom Oktober 2026 liegt selbst gemischtes BARF für einen 20-Kilo-Hund zwischen etwa 80 und 265 Euro im Monat, fertiges BARF zwischen etwa 90 und 305 Euro. Die Tierart macht dabei weniger aus, als viele denken: Huhn, Pute und Rind reichen für die Nährstoffe, wenn die Ration ergänzt ist, und sie haben sogar einen Vorteil für später.

So haben wir gerechnet

Ein Hund braucht Energie, nicht eine bestimmte Menge Futter. Deshalb rechnen wir die Kosten pro Kalorie und nicht pro Kilo. Grundlage ist der Energiebedarf eines erwachsenen, normal aktiven Hundes nach den Richtwerten des europäischen Industrieverbands FEDIAF. Warum die übliche Prozentregel nur eine Näherung ist, steht unter Wie viel BARF braucht mein Hund?

Die Preise haben wir am 14. Oktober 2026 selbst erhoben: in vier BARF-Onlineshops mit Tiefkühlversand, im Werksverkauf eines Fleischwerks und in zwei Supermärkten. Gerechnet ist eine ergänzte BARF-Ration aus Muskelfleisch, fleischigen Knochen, Innereien, Fisch, Gemüse, Obst und Öl, dazu ein Mineralpulver. Versand, Leckerli und Tierarzt sind nicht enthalten. Das ist eine Rechnung von Petla, kein Marktpreis aus einer Quelle, und Preise ändern sich.

Was BARF im Monat kostet

Alle Werte in Euro pro Monat, gerundet, Stand Oktober 2026. Die Spanne in jeder Zelle reicht von fettem bis zu magerem Muskelfleisch und von wenig bis mäßig aktiven Hunden, beim Fertig-BARF vom günstigsten bis zum teuersten gemessenen Alleinfutter.

Hundselbst gemischt, günstig eingekauftselbst gemischt aus dem BARF-Shopmit teuren TierartenFertig-BARF als Alleinfutter
5 kg30–4540–7555–9530–110
10 kg45–7570–12590–16055–185
20 kg80–130115–205155–26590–305
30 kg105–175160–280210–360120–415
40 kg135–215195–350260–445150–515
  • Günstig eingekauft heißt: Rind aus großen Packungen, Hälse und Herz aus dem Werksverkauf eines Fleischwerks, Gemüse aus dem Supermarkt.
  • Aus dem BARF-Shop heißt: alles in 500-Gramm-Packungen aus dem Onlineshop, mit Huhn oder Rind.
  • Teure Tierarten heißt: Pferd, Lamm, Wild, Känguru, Kaninchen oder Ziege statt Rind.
  • Ein Hund mit dem doppelten Gewicht kostet nicht das Doppelte. Der Energiebedarf und damit die Kosten wachsen langsamer als das Gewicht.

Für Welpen gilt diese Rechnung nicht: Sie brauchen pro Kilo mehr Energie und eine genau berechnete Calciummenge, mehr dazu unter BARF für Welpen.

Warum Kilo-Preise in die Irre führen

Fett liefert pro Gramm gut doppelt so viel Energie wie Eiweiß (NRC). Fettes Fleisch kostet deshalb pro Kalorie oft weniger als mageres, auch wenn der Kilopreis höher ist. In unserer Messung lag gewolftes Rinder-Kopffleisch bei rund 5,60 Euro pro Kilo und war pro Kalorie trotzdem teurer als fettes Rinder-Muskelfleisch für rund 9 Euro. Auch fertiges BARF unterscheidet sich stark: Die gemessenen Alleinfutter lieferten nach unserer Berechnung zwischen 102 und 232 Kilokalorien pro 100 Gramm.

Fettes Fleisch hat aber einen Preis bei den Nährstoffen: Es verdünnt Zink und Magnesium, mehr dazu unter Muskelfleisch beim BARF. Eine billige Ration ist nur dann günstig, wenn sie trotzdem vollständig ist, und das zeigt eine Rationsberechnung.

Was den Preis treibt

  • Die Tierart: Muskelfleisch kostete in den BARF-Shops im Mittel von rund 7,80 Euro pro Kilo bei Huhn bis rund 19 Euro bei Ziege. Rind und Pute lagen bei gut 9 Euro, Pferd und Känguru bei gut 12.
  • Der Teil vom Tier: Hälse, Karkassen, Leber, Niere und Milz kosteten weniger als jedes Muskelfleisch.
  • Die Bezugsquelle: Im Werksverkauf eines Fleischwerks kosteten Hühnerhälse, Rinderherz und Hühnerherzen ein Drittel bis knapp die Hälfte weniger als im BARF-Shop. Im Supermarkt waren Hähnchenschenkel, ganze Hähnchen, Gemüse und Öl billiger, mageres Fleisch dagegen teurer.
  • Die Menge: Ein Kilo statt 500 Gramm sparte 5 bis 28 Prozent, ein großes Paket Rindermuskelfleisch kostete gut ein Fünftel weniger als vergleichbares Rindfleisch in 500-Gramm-Packungen im selben Shop.
  • Der Versand: Tiefkühlversand kostet bei der Mindestmenge von 3 bis 5 Kilo spürbar pro Kilo. Bei einer Monatsbestellung über der Versandkostengrenze der Shops fällt er kaum noch ins Gewicht.

Ist es schlecht, nur Huhn, Pute und Rind zu füttern?

Nein, für die Nährstoffe nicht. Die Tierarten unterscheiden sich vor allem bei Zink und Eisen. Rind hat laut der US-Nährstoffdatenbank ein Vielfaches des Zinks von Hähnchenbrust (USDA, Rind; USDA, Hähnchenbrust). Wer viel Geflügel füttert, deckt Zink über das Mineralpulver, das eine BARF-Ration ohnehin braucht, mehr dazu unter BARF-Zusätze. Eine tierärztlich geführte Ernährungsberatung schreibt, dass man für die Nährstoffe nicht zwischen den Tierarten wechseln muss. Eine Studie, die Abwechslung verlangt, haben wir nicht gefunden.

Der Vorteil für später: die Allergie-Reserve

Rind und Huhn gehören zu den häufigsten Auslösern einer Futtermittelallergie beim Hund. Die Autoren der großen Übersicht dazu schreiben aber selbst, dass das schlicht daran liegen könnte, was Hunde in den Jahrzehnten davor am häufigsten gefressen haben (Mueller et al. 2016). Für einen gesunden Hund ist eine seltene Tierart deshalb nicht besser.

Eine Ausschlussdiät mit neuem Eiweiß braucht dagegen Fleisch, das der Hund noch nie bekommen hat, und möglichst keine Tierart, die einer schon gefütterten ähnelt, etwa Lamm bei einem Hund, der Rind bekam (MSD Veterinary Manual). In einer Münchner Auswertung von Bluttests reagierten Rind und Lamm sowie Huhn und Ente häufig gemeinsam, und die Autoren raten, verwandte Tierarten wie Rind und Lamm nicht für eine Ausschlussdiät zu nehmen (Baumann et al. 2020). Wer im Alltag viele Tierarten durchprobiert, hat später weniger davon übrig. Eine tierärztlich geführte Ernährungsberatung rät deshalb, das Fleisch von mindestens zwei Tierarten gar nicht zu füttern, auch nicht als Leckerli. Huhn, Pute und Rind im Alltag zu füttern, ist also nicht nur günstiger. Es lässt andere Tierarten für den Fall übrig, in dem du sie wirklich brauchst. Welche dann passt, planst du mit deiner Tierarztpraxis.

Der Haken beim Geflügel: die Küche

Rohes Geflügel trägt vor allem Salmonellen und Campylobacter, die auch für Menschen gefährlich sind (Bundestierärztekammer). In der amtlichen Lebensmittelüberwachung war 2024 gut jede dritte Probe frischen Hähnchenfleischs mit Campylobacter belastet, Rinderhack nur selten mit Salmonellen (BVL). Wer günstig mit viel Geflügel barft, braucht also besonders saubere Bretter, Hände und Näpfe. Für welche Haushalte rohes Futter heikel ist, steht unter Ist BARF gesund?

Billige Teile mit Haken

  • Schlund, Kehlkopf und Kopffleisch vom Rind sind günstig, können aber Schilddrüsengewebe enthalten und eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen (FDA; für Kopffleisch Zeugswetter et al. 2013), getrockneter Schlund ebenso (Köhler et al. 2012). Mehr dazu unter Knochen beim BARF.
  • Karkassen sind billig und sehr knochenreich. Zu viel Knochen führt leicht zu schweren Verstopfungen (Bundestierärztekammer).
  • Sehr fettes Fleisch ist pro Kalorie günstig, verdünnt aber Zink und Magnesium.
  • „Komplettmenüs“, die keine sind: Sieben der gemessenen Fertig-Menüs hießen „Komplettmenü“ oder warben damit, dass keine Zusätze nötig seien, und waren auf der eigenen Produktseite als Ergänzungsfuttermittel deklariert. Ein Ergänzungsfutter ist kein Alleinfutter, mehr dazu unter Fertig-BARF richtig lesen.

Was spart, ohne der Ration zu schaden

  • Rind und Geflügel statt teurer Tierarten.
  • Hälse und Herz aus einem Werksverkauf oder in großen Packungen.
  • Seltener und mehr bestellen, über der Versandkostengrenze, wenn der Gefrierplatz reicht.
  • Gemüse und Öl aus dem Supermarkt.

Was nicht spart: das Mineralpulver weglassen, denn Fleisch enthält Spurenelemente nicht in ausreichender Menge (Bundestierärztekammer), welche genau, steht unter BARF-Zusätze. Ebenso wenig spart es, ein Ergänzungsfutter als Alleinfutter zu füttern oder billiges Kopffleisch vom Rind zu nehmen.

Selbst mischen oder fertig kaufen?

Selbst mischen ist nicht automatisch billiger. Mageres Fleisch komplett aus dem BARF-Shop kostete pro Kalorie sogar rund ein Zehntel bis ein Fünftel mehr als fertiges BARF im Mittel; mit fettem Fleisch oder günstig eingekauft war selbst gemischt billiger. Fertig heißt dabei nicht automatisch vollständig: In einer Untersuchung von 31 als Alleinfutter deklarierten Rohfuttern für Hunde und Katzen, 2017 bei drei großen deutschen Onlineshops gekauft, zeigte jedes mindestens ein Ungleichgewicht bei den untersuchten Nährstoffen (Vecchiato et al. 2022). Worauf du auf dem Etikett achtest, steht unter Fertig-BARF richtig lesen.

Gefrierplatz und Zeit

Gefrorenes BARF braucht mehr Platz, als die Kilos vermuten lassen, weil die Packungen nicht lückenlos liegen. Nach unserer Rechnung braucht ein 20-Kilo-Hund im Monat gut 40 Liter Gefrierraum. Ein Gefrierfach im Kühlschrank reicht dann für gut eine Woche, eine Schublade einer Kühl-Gefrier-Kombination für etwa drei Wochen. Wer wenig Platz hat, bestellt öfter in kleinen Mengen und zahlt mehr Versand.

Wie viel Zeit BARF kostet, wissen wir nur aus Selbstauskünften. In einer italienischen Umfrage unter 218 Rohfütterern gab die Hälfte an, im Schnitt etwa 10 Minuten am Tag für die Zubereitung zu brauchen, 18 Prozent 20 bis 30 Minuten. 22 Prozent nannten den Zeitaufwand als Hauptnachteil (Morelli et al. 2019). Fertig portioniertes BARF musst du nur auftauen.

Häufige Fragen

Was kostet BARF für einen großen Hund im Monat?

Nach unserer Rechnung mit Preisen vom Oktober 2026 kostet selbst gemischtes BARF für einen 30-Kilo-Hund etwa 105 bis 280 Euro im Monat, mit teuren Tierarten bis etwa 360 Euro. Für einen 40-Kilo-Hund sind es etwa 135 bis 350 Euro. Am meisten macht aus, wo du einkaufst.

Ist Fertig-BARF teurer als selbst gemischtes?

Nicht unbedingt. Das günstigste gemessene Alleinfutter kostete pro Kalorie weniger als selbst gemischtes BARF aus dem Shop. Achte darauf, dass es wirklich als Alleinfuttermittel deklariert ist.

Ist es schlimm, nur Huhn und Rind zu füttern?

Nein. Für die Nährstoffe muss man nicht zwischen den Tierarten wechseln, wenn die Ration ergänzt ist, und Rind hat viel Zink. Wer seltene Tierarten im Alltag nicht füttert, hat sie für eine spätere Ausschlussdiät noch übrig; verwandte Arten wie Lamm nach Rind eignen sich dafür weniger (MSD Veterinary Manual).

Wo bekomme ich BARF am günstigsten?

In unserer Messung im Werksverkauf eines Fleischwerks für Hälse und Herz, in großen Packungen für Muskelfleisch und im Supermarkt für Gemüse und Öl. Rinder-Kopffleisch, Schlund und Kehlkopf sind günstig, gehören aber wegen der Schilddrüse nicht in den Napf.

Wie viel Platz im Gefrierschrank brauche ich fürs BARFen?

Rechne mit knapp zwei Litern Gefrierraum pro Kilo Futter. Für einen 20-Kilo-Hund sind das im Monat gut 40 Liter, also mehr als ein Gefrierfach im Kühlschrank.

Fazit

  • BARF kostet je nach Größe und Einkauf sehr unterschiedlich viel; rechne nach Energie, nicht nach Kilo.
  • Selbst mischen spart vor allem dann, wenn du günstig einkaufst.
  • Am meisten sparen große Packungen, ein Werksverkauf für Hälse und Herz und eine Monatsbestellung.
  • Huhn, Pute und Rind reichen, wenn die Ration ergänzt ist, und lassen Exoten für eine Ausschlussdiät übrig.
  • Kein Kopffleisch, kein Schlund, kein Kehlkopf vom Rind, und kein Ergänzungsfutter als Alleinfutter.
  • Alle Preise sind eine eigene Rechnung, Stand Oktober 2026.

Quellen

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