FSME durch Zecken: Ist mein Hund oder meine Katze gefährdet (und ich)?
HundKatzeZeckenFSME

FSME durch Zecken: Ist mein Hund oder meine Katze gefährdet (und ich)?

Céline Birkl
Céline Birkl
6. Oktober 20266 Min. Lesezeit
So entstehen unsere Inhalte

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

FSME ist vor allem eine Erkrankung des Menschen: Hunde stecken sich zwar häufig an, erkranken aber nur selten, und bei Katzen sind bislang gar keine Fälle beschrieben. Ein FSME-Impfstoff ist für Hunde und Katzen nicht zugelassen. Und dein Tier kann dich auch nicht anstecken. Was wirklich schützt, ist konsequenter Zeckenschutz: derselbe, der auch deinen Haushalt schützt.

Das Wichtigste in Kürze

  • FSME ist in erster Linie eine Erkrankung des Menschen: Hunde infizieren sich zwar häufig, erkranken aber nur selten
  • Für Katzen sind bislang keine FSME-Infektionen veröffentlicht worden. Sie spielen bei diesem Virus praktisch keine Rolle
  • Es gibt keinen zugelassenen FSME-Impfstoff für Hunde oder Katzen: Die FSME-Impfung ist ein Impfstoff für Menschen
  • Dein Hund kann dich nicht mit FSME anstecken: Überträger ist die Zecke, nicht das Tier
  • Konsequenter Zeckenschutz und tägliche Zecken-Checks schützen dein Tier und deinen Haushalt gleichzeitig
Ist das bei deinem Tier ein Notfall? Der tierärztlich geprüfte Notfall-Check geht 14 Warnzeichen durch und ordnet dann die Beschwerden ein. Keine Diagnose - im Zweifel immer sofort in die Praxis.Check starten

!Zeigt dein Tier eines dieser Zeichen?

Tippe alles an, was zutrifft – schon ein Zeichen bedeutet: sofort handeln.

Diese Einschätzung ist keine Diagnose und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Sie hilft nur, die Dringlichkeit einzuordnen. Im Zweifel wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Stand: 2026-07-15.

FSME: ein Zeckenvirus, das vor allem Menschen krank macht

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, international tick-borne encephalitis (TBE). Es ist eine Virusinfektion, die über Zeckenstiche übertragen wird und im schlimmsten Fall Hirnhäute und Gehirn entzündet. Hauptüberträger in Europa ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), genau die Zecke, die an deinem Hund hängt, wenn ihr aus dem Wald kommt, und genau die Zecke, die auch dich sticht. Das Virus kreist in der Natur zwischen Zecken und kleinen Nagetieren; Hund und Mensch sind nur Zufallswirte, und bei der Katze ist bis heute überhaupt keine Infektion beschrieben.

Die beruhigende Antwort vorweg: Hunde infizieren sich zwar häufig, erkranken aber nur selten. Bei Katzen sind bislang gar keine Fälle beschrieben. Und dein Tier kann dich mit FSME nicht anstecken. Der eigentlich wichtige Punkt liegt woanders: beim Zeckenschutz, der euch beide betrifft.


Wie gefährdet ist mein Hund wirklich?

Das Bild in der Fachliteratur ist erstaunlich eindeutig: Hunde kommen ständig mit dem Virus in Kontakt, zeigen aber meist keinerlei Symptome. Serologische Studien belegen, dass nach einer Infektion häufig eine Immunantwort entsteht, ohne dass der Hund je klinische Zeichen entwickelt. In einem tschechischen Endemiegebiet trugen 17 von 130 gesunden Hunden (13,1 Prozent) im Neutralisationstest bestätigte FSME-Antikörper: Sie hatten sich also nachweislich angesteckt, ohne je krank zu werden. Und trotzdem werden Hunde nur selten klinisch krank.

Ehrlich bleiben muss man trotzdem: Wenn ein Hund erkrankt, ist es ernst. In einer retrospektiven Auswertung von 54 erkrankten Hunden (Universitätsklinik Zürich, 1999–2016) waren die häufigsten Befunde bei der Vorstellung Ataxie und Gleichgewichtsstörungen (28 Hunde, rund 52 Prozent) und Nackenschmerz (21 Hunde, knapp 39 Prozent). Krampfanfälle traten insgesamt bei 17 der 54 Hunde auf (31 Prozent): bei 10 schon bei der Vorstellung, bei 7 erst während der Klinikbehandlung. Bei 62 Prozent gingen unspezifische Anzeichen den neurologischen Symptomen voraus: ein zweiphasiger Verlauf, wie man ihn auch von der FSME beim Menschen kennt. Ein Drittel der Hunde (33 Prozent) überlebte nicht, alle Todesfälle lagen innerhalb der ersten vier Monate nach der Diagnose. Und von den 36 Überlebenden mit Langzeit-Nachbeobachtung erholten sich nur 15 (41 Prozent) neurologisch vollständig; 17 (59 Prozent) hatten zum Zeitpunkt der Auswertung noch neurologische Ausfälle.

Wichtig zur Einordnung: Diese Zahlen beschreiben Hunde, die bereits schwer erkrankt in der Klinik vorgestellt wurden, nicht alle Hunde, die sich anstecken. Die große Mehrheit merkt von einer Infektion nichts. Kein Grund zur Panik also, aber ein guter Grund, neurologische Symptome nach der Zeckensaison ernst zu nehmen.

Und meine Katze?

Für Katzen ist die Lage noch entspannter. Eine europäische Übersichtsarbeit zu von Zecken übertragenen Erregern bei Haustieren hält fest, dass bis heute keine FSME-Infektionen bei Katzen publiziert wurden. Dieselbe Arbeit nennt dazu vorläufige Daten aus einem deutschen FSME-Endemiegebiet: Von mehr als 200 untersuchten Katzen war keine einzige seropositiv. Sie merkt allerdings auch an, dass Katzen, anders als Hunde, deshalb nicht als Anzeiger für das FSME-Risiko der Menschen taugen: Für sie fehlen die Daten schlicht. Katzen fangen sich Zecken genauso ein wie Hunde, aber FSME spielt bei ihnen nach derzeitigem Wissensstand praktisch keine Rolle.

Das heißt nicht, dass Freigängerkatzen keinen Zeckenschutz brauchen: Andere über Zecken übertragene Erreger treffen Katzen sehr wohl, und jede Zecke, die deine Katze nach Hause trägt, kann auch dich stechen. Mehr dazu im Ratgeber Zecke an der Katze gefunden: Was jetzt tun?.

Kann mein Hund mich mit FSME anstecken? Nein.

Das ist eine der häufigsten Sorgen, und sie ist unbegründet. Hunde sind reine Fehlwirte: Sie können das Virus nicht weitergeben und spielen im natürlichen Kreislauf des Erregers keine Rolle. Es gibt keinen Übertragungsweg über Speichel, Fell, Kuscheln oder Schlecken. Überträger ist die Zecke, nicht dein Tier.

Es gibt allerdings eine indirekte Verbindung, und die ist der eigentliche Kern dieses Artikels: Dein Hund bringt Zecken mit nach Hause. Nicht jede Zecke, die im Fell landet, saugt sich dort auch fest: Manche krabbeln erst noch herum, fallen ab und suchen sich einen anderen Wirt. Zum Beispiel dich. Genau deshalb gelten Hunde in der Forschung als Sentinels, als Anzeiger für das FSME-Risiko der Menschen in ihrer Region: Sie laufen dieselben Wege, unter denselben Bäumen, mit denselben Zecken.

Für Menschen existiert übrigens ein zweiter Übertragungsweg, der mit Hund und Katze nichts zu tun hat: der Verzehr von Rohmilch und Rohmilchprodukten infizierter Tiere.


Für Hunde und Katzen ist keine FSME-Impfung zugelassen

Das ist der Punkt, an dem die meisten Suchanfragen falsch abbiegen, deshalb ganz klar: Es ist kein FSME-Impfstoff für Tiere zugelassen, weder für Hunde noch für Katzen. In der Fachliteratur steht es in einem Satz: Es gibt keinen FSME-Impfstoff, der für die Anwendung am Tier zugelassen ist, Hunde eingeschlossen; eine vorbeugende Impfung des Wirts wäre entscheidend, ist bislang aber nur beim Menschen verfügbar. Die FSME-Impfung, die du vielleicht selbst bekommen hast, ist ein Impfstoff für Menschen.

Dafür gibt es etwas, das gegen FSME und die anderen Zeckenkrankheiten gleichzeitig wirkt: konsequenter Zeckenschutz. Genau darauf stützt sich die Vorbeugung bei Hunden auch in der Fachliteratur: Sie besteht in erster Linie darin, den Zeckenbefall zu verhindern. Ehrlich dazugesagt: Vollständig schützt keines dieser Mittel. Dieselbe Fachliteratur schreibt ausdrücklich, dass hochwirksame Akarizide verfügbar sind, aber keinen vollständigen Schutz bieten. Genau deshalb bleibt der tägliche Zecken-Check daneben wichtig.

So schützt du dein Tier und deinen Haushalt gleich mit

  • Wirksames Zeckenschutzmittel, ganzjährig gedacht. Entscheidend ist nicht die Form, sondern die lückenlose Anwendung: Die ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 empfiehlt kontinuierliche Behandlungen mit dem Ziel einer konstanten Schutzwirkung und rät, das Tier gegen Ende der Wirkdauer abzusuchen, damit vorhandene Zecken sofort entfernt und die Behandlung notfalls früher wiederholt wird. Wie lange dein Präparat trägt, steht in der Packungsbeilage. Danach ist die Lücke offen. Und der Winter ist keine Pause: Nach derselben Empfehlung sind Zecken in milden Wintern ganzjährig aktiv, was besonders für Regionen mit Vorkommen von Dermacentor reticulatus gilt, der Wiesen- oder Buntzecke, die umgangssprachlich auch Auwaldzecke heißt (ein Name, den die Empfehlung selbst als irreführend bezeichnet). Die VCA nennt dazu als Schwelle, dass manche Zeckenarten an Wintertagen aktiv sein können, sobald die Bodentemperatur über 0 °C liegt. Welches Mittel zu deinem Tier passt (Spot-on, Tablette, Halsband), entscheidest du nur nach Absprache mit dem Tierarzt.
  • Täglicher Zecken-Check nach dem Spaziergang. Zecken saugen langsam und über mehrere Tage: Wer täglich sucht, findet sie früh. Taste Kopf, Ohren, Hals, Achseln und Zwischenzehenbereiche ab.
  • Zecken sofort und vollständig entfernen: mit gleichmäßigem, geradem Zug, ohne Quetschen und ohne Drehen. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt unser Ratgeber Zecke beim Hund.
  • Niemals Hundepräparate an der Katze anwenden. Zeckenmittel für Hunde enthalten häufig Permethrin oder verwandte Pyrethroide. Katzen können diese Stoffe laut VCA wegen ihres besonderen Leberstoffwechsels nicht schnell und wirksam genug abbauen. Eine Vergiftung kann für sie tödlich enden, wenn sie nicht sofort behandelt wird. Die ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 macht daraus die Grundregel: ausschließlich Ektoparasitika, die für die zu behandelnde Tierart zugelassen sind.
  • ⛔ Und der Weg, den fast alle übersehen: der frisch behandelte Hund selbst. Leben Hund und Katze zusammen, kann sich die Katze schon beim gegenseitigen Putzen oder beim Schlafen aneinander vergiften. Die VCA schreibt, dass bei Katzen bereits eine kleine Menge lebensbedrohliche Zeichen auslösen kann. Die Reihenfolge der Empfehlung ist dabei wichtig: Wähl für den Hund von Anfang an ein Präparat ohne Permethrin. Dazu rät International Cat Care an erster Stelle, und die ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 sagt es genauso: Ein hochkonzentriertes synthetisches Pyrethroid, das nur für Hunde zugelassen ist, ist für Katzen giftig, weshalb solche Präparate in Haushalten, in denen auch Katzen leben, vermieden werden sollen. Wird es doch ein Permethrin-Präparat, gilt nur noch die Notlösung: Hund und Katze 72 Stunden trennen (International Cat Care).

Ein Punkt, der FSME von der Borreliose unterscheidet: Beim schnellen Entfernen einer Zecke geht es vor allem um Borrelien. Das Robert Koch-Institut hält für den Zeckenstich beim Menschen fest, dass es nach einem Einstich bis zu ein bis zwei Tage dauert, bis Borrelien übertragen werden; die Übertragung von FSME-Viren erfolgt dagegen schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich. Rechtzeitiges Entfernen senkt also vor allem das Borreliose-Risiko. Gegen FSME zählt das, was die Zecke gar nicht erst zum Stechen kommen lässt. Und da unterscheidet die ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 ausdrücklich zwischen zwei Wirkprinzipien. Sie hält fest, dass auch abtötende Akarizide bei der Prävention bestimmter zeckenübertragener Krankheiten erfolgreich sind, weil sie einen Großteil der Zecken abtöten, bevor Erreger übertragen werden; einen gewissen Schutz vor Erregern, die unmittelbar nach dem Stechakt übertragen werden, bieten laut der Empfehlung Nr. 3 aber nur repellierende Präparate. Und als Beispiel für einen solchen Erreger nennt sie das FSME-Virus. Wichtig ist dabei, was ein Repellent nicht kann: Es verhindert nach derselben Empfehlung nicht, dass Zecken auf das Tier gehen; es verhindert, dass die Zecke nach dem Kontakt dort bleibt und sticht.

⚠️ Und diese Aussage gilt für beide Arten: Die ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 formuliert sie artneutral („auf das Tier“), und der Prophylaxe-Abschnitt, in dem sie steht, spricht ausdrücklich von „Hunden und Katzen“. Für den Zeckenschutz nennt sie allerdings keinen Wirkstoff namentlich: kein Permethrin, kein Flumethrin, kein Deltamethrin, für keine der beiden Arten. Welches Präparat repelliert und für welche Tierart es zugelassen ist, sagt dir also deine Tierärztin, nicht die Leitlinie. Katzenspezifisch steht in ihrem Zeckenkapitel dies: Katzen sind von zeckenübertragenen Krankheiten offenbar weniger betroffen als Hunde, und wo Zecken bei ihnen zum Problem werden, soll auch bei ihnen mit einem geeigneten Akarizid bekämpft werden. Das Robert Koch-Institut rät Freigängerkatzen im Grünen ausdrücklich zu Repellentien zur Zeckenabwehr. ⛔ Für den Haushalt zieht die Empfehlung Nr. 3 dagegen eine klare Grenze: Ein hochkonzentriertes synthetisches Pyrethroid, das nur für Hunde zugelassen ist, ist für Katzen giftig; solche Präparate sollen in Haushalten, in denen auch Katzen leben, vermieden werden. Such für deine Katze also nie selbst ein Mittel aus. Zeckenschutz braucht sie ohnehin nicht wegen FSME (dafür spielt sie praktisch keine Rolle), sondern wegen anderer Erreger.

Und du selbst? Das ist eine Frage für deine Hausarztpraxis

Für Menschen gibt es einen wirksamen FSME-Impfstoff. Ob er für dich sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wo du lebst und unterwegs bist: FSME ist in Teilen Mittel-, Nord- und Osteuropas verbreitet, aber längst nicht überall. Diese Frage gehört nicht in die Tierarztpraxis, sondern zu deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt; ob deine Region als Risikogebiet gilt, beantwortet in Deutschland das Robert Koch-Institut.

Kurz gesagt: Dein Tier schützt du mit Zeckenschutz, dich selbst zusätzlich mit deiner eigenen Impfentscheidung.

Wann du mit deinem Hund zum Tierarzt solltest

  • Fieber, Abgeschlagenheit oder Fressunlust in oder kurz nach der Zeckensaison
  • Schmerzäußerung im Nacken, Berührungsempfindlichkeit, steife Kopfhaltung
  • Schwankender, unsicherer Gang, Gleichgewichtsprobleme oder Koordinationsstörungen
  • Krampfanfälle, Zittern, plötzliche Wesensveränderung
  • Deine Katze hatte Kontakt mit einem Zeckenmittel für Hunde und speichelt, zittert oder krampft: sofortiger Notfall, nicht abwarten. Eine Pyrethroid-Vergiftung kann laut VCA tödlich enden, wenn sie nicht sofort behandelt wird; bei prompter, früher Behandlung ist die Prognose gut, solange keine weiteren Komplikationen aus den neurologischen Symptomen entstehen. Bleiben diese unkontrolliert, ist sie laut VCA typischerweise schlecht

Bei neurologischen Symptomen zählt jeder Tag: In der Fallauswertung stieg das Risiko bleibender Schäden mit jedem Tag, den die Hunde mit Symptomen gewartet hatten.

👉 Wenn dein Hund nach der Zeckensaison Fieber bekommt, unsicher läuft oder plötzlich schmerzempfindlich am Hals ist, findest du mit Petla schnell eine Tierarztpraxis in deiner Nähe.

Häufige Fragen

Kann man Hunde gegen FSME impfen lassen?

Nein. Es gibt keinen FSME-Impfstoff, der für Tiere zugelassen ist, weder für Hunde noch für Katzen; die FSME-Impfung ist ein Impfstoff für Menschen. Der wirksame Schutz für dein Tier ist ein konsequent angewendetes Zeckenschutzmittel, auch wenn keines vollständig schützt. Zecken schnell zu entfernen bleibt richtig, senkt aber vor allem das Borreliose-Risiko: FSME-Viren werden schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich übertragen. Das hält das Robert Koch-Institut für den Zeckenstich beim Menschen fest, und die ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 nennt das FSME-Virus als Beispiel für einen Erreger, der beim Tier unmittelbar nach dem Stechakt übertragen wird.

Kann ich mich bei meinem Hund mit FSME anstecken?

Nein. Hunde sind Fehlwirte und können das Virus nicht weitergeben. Es gibt keinen Übertragungsweg über Speichel oder Fell. Übertragen wird FSME durch die Zecke. Von einer Zecke, die sich an deinem Hund bereits festgesaugt hat, geht laut der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 ebenfalls keine direkte Gefahr für dich aus. Wohl aber von Zecken, die in den häuslichen Bereich eingetragen werden und dort vom Tier abfallen: Die können sich dich als Wirt suchen. Deshalb rät dieselbe Empfehlung auch, entfernte Zecken sorgfältig zu beseitigen, damit sie sich keinen neuen Wirt suchen können. Und deshalb senkt der Zeckenschutz deines Hundes dieses Risiko auch für dich.

Bekommen Katzen FSME?

Nach derzeitigem Wissensstand praktisch nicht: Eine europäische Übersichtsarbeit hält fest, dass bislang keine FSME-Infektionen bei Katzen publiziert wurden. Zeckenschutz braucht deine Katze trotzdem: wegen anderer Erreger und wegen der Zecken, die sie mit nach Hause bringt.

Woran erkenne ich FSME beim Hund?

Oft verläuft sie zweiphasig: In der Zürcher Fallserie gingen bei 62 Prozent der Hunde unspezifische Zeichen wie Fieber und Abgeschlagenheit den neurologischen Symptomen voraus, etwa Gleichgewichtsstörungen, Nackenschmerz oder Krampfanfällen. Bei den übrigen wurde kein solcher Vorlauf berichtet. Solche Anzeichen gehören immer sofort tierärztlich abgeklärt, unabhängig davon, ob am Ende FSME dahintersteckt.

Reicht Zeckenschutz nur im Sommer?

Nein. Nach der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 sind Zecken in milden Wintern ganzjährig aktiv, besonders in Regionen mit Vorkommen von Dermacentor reticulatus, der Wiesen- oder Buntzecke, umgangssprachlich auch Auwaldzecke genannt. Die VCA nennt dazu als Schwelle, dass manche Zeckenarten an Wintertagen aktiv sein können, sobald die Bodentemperatur über 0 °C liegt. Denke den Schutz also ganzjährig.

Fazit: entspannt bleiben, aber den Zeckenschutz ernst nehmen

  • FSME ist vor allem ein Menschen-Thema. Hunde infizieren sich häufig, erkranken aber selten; bei Katzen sind bislang keine Fälle beschrieben.
  • Eine FSME-Impfung ist für Hunde und Katzen nicht zugelassen: Zeckenschutz ist hier die einzige Vorbeugung, und auch er schützt nicht vollständig.
  • Dein Tier steckt dich nicht an. Die Zecke ist der Überträger, nicht der Hund.
  • Derselbe Zeckenschutz schützt euch beide: Was die Zecke vom Hund fernhält, hält sie auch von deinem Wohnzimmer fern.
  • Für dich selbst ist die FSME-Impfung eine Frage an deine Hausarztpraxis, nicht an die Tierärztin.
  • Erkrankt ein Hund doch, kann es schwer verlaufen: Fieber mit neurologischen Symptomen nach einem Zeckenstich gehört noch am selben Tag untersucht.

Quellen

Finde den richtigen Tierarzt

Suche nach qualifizierten Tierärzten in deiner Nähe und buche direkt online einen Termin.

Tierarzt finden

Wenn es deinem Tier nicht gut geht

Mit der Petla-App buchst du in Minuten einen Tierarzttermin, findest Praxen mit freien Terminen und hast Impfungen, Medikamente und Gewicht deines Tiers beim Besuch parat - kostenlos für iOS und Android.

Im App Store ladenJetzt bei Google Play
So funktioniert die App

Ähnliche Artikel

Zecke beim Hund: Schritt-für-Schritt entfernen, Symptome erkennen & vorbeugen
HundZecke

Zecke beim Hund: Schritt-für-Schritt entfernen, Symptome erkennen & vorbeugen

Eine Zecke am eigenen Hund zu entdecken, ist für viele ein Schreckmoment. Die kleinen Parasiten sehen nicht nur unangenehm aus. Sie können auch gefährliche Krankheiten wie Babesiose, Borreliose oder Anaplasmose übertragen. Aber keine Panik: Zecken sind in Deutschland fast das ganze Jahr über aktiv. Manche Arten stechen auch im Winter. Wichtig ist, dass du ruhig bleibst und weißt, wie du richtig reagierst. In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du eine Zecke sicher entfernst, worauf du nach dem Biss achten musst und wie du deinen Hund in Zukunft zuverlässig schützt.

Niklas Kellerwessel
Niklas Kellerwessel3 Min.
Zecke an der Katze gefunden: Was jetzt tun?
KatzeZecke

Zecke an der Katze gefunden: Was jetzt tun?

Deine Katze ist draußen unterwegs und kommt mit einer Zecke nach Hause. Was tun? Zecken können auch Katzen krank machen, auch wenn sie Infektionen oft besser tolerieren als Hunde. Erfahre, wie du eine Zecke sicher entfernst, worauf du danach achten solltest und warum du niemals Hundeprodukte bei deiner Katze anwenden darfst.

Céline Birkl
Céline Birkl6 Min.
Borreliose beim Hund: das Zeckenrisiko und ob eine Impfung sinnvoll ist
HundBorreliose

Borreliose beim Hund: das Zeckenrisiko und ob eine Impfung sinnvoll ist

Borreliose ist eine der bekanntesten von Zecken übertragenen Infektionen beim Hund, ausgelöst vom Bakterium Borrelia burgdorferi. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Übertragung über den Zeckenstich funktioniert, welche Symptome auftreten (und warum viele Hunde gar keine zeigen) und ob eine Impfung für deinen Hund sinnvoll ist, immer als Ergänzung zur konsequenten Zeckenprophylaxe, nie als Ersatz.

Niklas Kellerwessel
Niklas Kellerwessel6 Min.