Borreliose beim Hund: das Zeckenrisiko und ob eine Impfung sinnvoll ist
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Borreliose beim Hund: das Zeckenrisiko und ob eine Impfung sinnvoll ist

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Hinweis: Diese Angaben gelten für Deutschland

Dieser Artikel beschreibt die Rechtslage, Gebühren und Empfehlungen in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Bitte klären Sie die Details mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor Ort.

Borreliose ist eine der bekanntesten von Zecken übertragenen Infektionen beim Hund, ausgelöst vom Bakterium Borrelia burgdorferi. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Übertragung über den Zeckenstich funktioniert, welche Symptome auftreten (und warum viele Hunde gar keine zeigen) und ob eine Impfung für deinen Hund sinnvoll ist, immer als Ergänzung zur konsequenten Zeckenprophylaxe, nie als Ersatz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Borreliose ist eine bakterielle Infektion mit Borrelia burgdorferi, die über Zeckenstiche auf den Hund übertragen wird
  • Die Zecke muss meist rund einen Tag saugen, bevor sie den Erreger überträgt; frühes Entfernen schützt
  • Viele infizierte Hunde zeigen gar keine Symptome; typisch sind Fieber, Abgeschlagenheit und eine von Bein zu Bein wandernde Lahmheit mit geschwollenen Gelenken
  • Die Borreliose-Impfung ist eine Non-Core-Impfung: Ob sie sinnvoll ist, hängt vom regionalen Zeckenrisiko und dem Lebensstil deines Hundes ab
  • Die Impfung ersetzt keine Zeckenprophylaxe; sie ist eine Ergänzung zu Zeckenschutzmitteln und regelmäßigem Absuchen, kein Ersatz dafür
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Ein Zeckenstich, und dann?

Zecken gehören für die meisten Hundehalter zum Frühling und Sommer dazu. Meist bleibt es beim kurzen Schreck: Zecke gefunden, entfernt, fertig. Doch manche Zecken tragen Krankheitserreger in sich, und einer der bekanntesten ist der Auslöser der Borreliose.

Die gute Nachricht vorweg: Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion, und viele infizierte Hunde werden nie krank. Trotzdem lohnt es sich zu verstehen, was Borreliose eigentlich ist, wie sie übertragen wird und warum die wichtigste Vorbeugung nicht die Impfung ist, sondern konsequenter Zeckenschutz. Genau darum geht es hier.


Was ist Borreliose?

Borreliose, auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Ausgelöst wird sie vom Bakterium Borrelia burgdorferi. Der Erreger lebt in bestimmten Zecken und gelangt über den Zeckenstich in den Körper des Hundes.

Damit unterscheidet sich die Borreliose von vielen anderen gefürchteten Hundekrankheiten: Sie wird nicht von Tier zu Tier weitergegeben, sondern ausschließlich über den Umweg Zecke. Ohne Zeckenstich keine Borreliose, und genau das macht die Zeckenprophylaxe zum entscheidenden Hebel.


Wie wird Borreliose übertragen?

Übertragen wird der Erreger über den Zeckenstich. Die Zecke nimmt das Bakterium bei einer früheren Blutmahlzeit auf und gibt es weiter, während sie am Hund saugt.

Wichtig ist dabei der Faktor Zeit: Die Zecke muss in der Regel rund einen Tag an ihrem Wirt festgesaugt sein, bevor sie den Erreger übertragen kann: Die deutsche Impfleitlinie nennt etwa 24 Stunden, manche Quellen schon 12 bis 24 Stunden. Der Erreger wandert also nicht sofort mit dem Stich in den Hund.

Daraus folgt der wichtigste praktische Rat: Je früher du eine Zecke entfernst, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung. Wer den Hund nach jedem Spaziergang absucht und Zecken sofort korrekt entfernt, senkt die Gefahr einer Borreliose deutlich. Wie du eine Zecke richtig und vollständig entfernst, liest du im Ratgeber Zecke beim Hund.


Symptome: woran du Borreliose erkennst

Das Tückische an der Borreliose: Viele infizierte Hunde zeigen gar keine Symptome. Sie tragen den Erreger in sich, ohne jemals zu erkranken. Ob und wann Beschwerden auftreten, ist von Hund zu Hund sehr unterschiedlich.

Wenn Symptome auftreten, sind es typischerweise:

  • Fieber und allgemeine Abgeschlagenheit
  • Fressunlust und weniger Energie als sonst
  • Geschwollene und schmerzhafte Gelenke
  • Eine wandernde Lahmheit, die plötzlich auftaucht und von einem Bein zum anderen wechselt
  • Geschwollene Lymphknoten

Besonders charakteristisch ist diese von Bein zu Bein springende Lahmheit: Mal humpelt der Hund vorne links, ein paar Tage später hinten rechts. Solche Beschwerden zusammen mit Fieber und Antriebslosigkeit sind ein Grund, tierärztlich abklären zu lassen, auch dann, wenn der Zeckenkontakt schon Monate zurückliegt: Beschwerden treten meist erst zwei bis fünf Monate nach der Infektion auf.


Wie gefährlich ist Borreliose?

In den meisten Fällen verläuft eine Borreliose beim Hund milde oder sogar ganz ohne Beschwerden. Zeigt der Hund Symptome, lässt sich die Erkrankung in der Regel gut mit einem Antibiotikum behandeln. Die Wahl des Medikaments und die Dauer legt immer die Tierärztin fest.

Ernst wird es vor allem dann, wenn eine Infektion unbehandelt bleibt. Dann kann die Borreliose auf Dauer vor allem die Nieren schädigen. Besonders gefürchtet ist genau diese Form: Sie ist selten, gehört aber zu den schwersten Verläufen und endet häufig tödlich. Einzelne Rassen wie der Berner Sennenhund erkranken in Europa häufiger daran. Nach der deutschen Impfleitlinie liegen zu Herz und Nervensystem beim Hund nur einzelne Fallberichte vor, ein ursächlicher Zusammenhang gilt als nicht belegt; die MSD-Fassung führt Nervensystem und Herz dagegen als Organe, die eine unbehandelte Infektion schädigen kann. Das ist der Grund, warum passende Symptome nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten: je früher behandelt wird, desto besser die Aussichten.


Impfung ja oder nein?

Anders als etwa die Staupe- oder Parvovirose-Impfung gehört die Borreliose-Impfung nicht zu den Basisimpfungen für jeden Hund. In Deutschland zählen zu diesen sogenannten Core-Impfungen die Impfungen gegen Leptospirose, Parvovirose und Staupe. Die Borreliose-Impfung dagegen ist eine Non-Core-Impfung (auch Wahlimpfung genannt). Sie wird nicht pauschal für alle Hunde empfohlen, sondern individuell.

Ob eine Impfung sinnvoll ist, richtet sich vor allem nach zwei Fragen:

  • Wie hoch ist das regionale Zeckenrisiko? In Gegenden mit vielen Zecken und häufigen Borreliose-Fällen kann eine Impfung eher infrage kommen.
  • Wie lebt dein Hund? Ein Hund, der viel in Wald, Wiese und hohem Gras unterwegs ist, hat ein anderes Risiko als ein reiner Stadthund.

Wenn eine Impfung erwogen wird, erfolgt sie ab einem Alter von zwölf Wochen mit zwei Dosen im Abstand von zwei bis drei Wochen; je nach Impfstoff folgen zwei weitere Auffrischungen im Abstand von jeweils vier bis sechs Monaten, danach wird jährlich aufgefrischt, möglichst im Frühjahr, vor dem Höhepunkt der Zeckenaktivität. Die Details (ob überhaupt geimpft wird, welcher Impfstoff und in welchem Rhythmus) besprichst du mit deinem Tierarzt.

Ganz wichtig ist dabei ein Punkt, der oft missverstanden wird: Die Impfung ist eine Ergänzung zur Zeckenprophylaxe, kein Ersatz dafür. Sie richtet sich nur gegen Borrelien, und auch dort nur gegen die Arten, die im jeweiligen Impfstoff enthalten sind; gegen andere von Zecken übertragene Krankheiten und gegen den Zeckenbefall selbst schützt sie nicht. Der wichtigste Schutz bleibt deshalb die konsequente Zeckenprophylaxe: Zeckenschutzmittel (nur nach Absprache mit dem Tierarzt) und das regelmäßige Absuchen des Fells nach jedem Ausflug. Wie das im Alltag funktioniert, zeigt der Ratgeber Zecke beim Hund.


Wann du mit deinem Hund zum Tierarzt solltest

  • Wenn dein Hund nach Zeckenkontakt Fieber, Abgeschlagenheit oder Fressunlust zeigt
  • Bei Lahmheit oder Humpeln, besonders, wenn es plötzlich auftritt oder von Bein zu Bein wechselt
  • Bei geschwollenen, warmen oder schmerzhaften Gelenken oder geschwollenen Lymphknoten
  • Wenn du unsicher bist, ob und wie du deinen Hund gegen Zecken schützen oder impfen solltest: Dein Tierarzt hilft dir, das regionale Risiko einzuschätzen

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Häufige Fragen

Bekommt mein Hund nach jedem Zeckenstich Borreliose?

Nein. Nicht jede Zecke trägt den Erreger in sich, und selbst eine infizierte Zecke überträgt ihn meist erst, wenn sie etwa einen Tag gesaugt hat. Dazu kommt: Viele infizierte Hunde werden nie krank. Frühes Entfernen der Zecke senkt das Risiko zusätzlich.

Wie schnell muss ich eine Zecke entfernen?

So früh wie möglich. Weil der Erreger in der Regel erst nach rund 24 Stunden anhaltenden Saugens übertragen wird, ist zügiges Entfernen einer der besten Schutzmechanismen. Such deinen Hund am besten nach jedem Spaziergang ab.

Ist die Borreliose-Impfung für jeden Hund sinnvoll?

Nein. Sie ist eine Non-Core-Impfung, also keine Basisimpfung. Ob sie sinnvoll ist, hängt vom regionalen Zeckenrisiko und dem Lebensstil deines Hundes ab. Diese Entscheidung triffst du gemeinsam mit deinem Tierarzt.

Ersetzt die Impfung den Zeckenschutz?

Nein. Die Impfung richtet sich nur gegen Borrelien, und auch dort nur gegen die Arten, die im jeweiligen Impfstoff enthalten sind; vor anderen von Zecken übertragenen Krankheiten und vor dem Zeckenbefall selbst schützt sie nicht. Zeckenschutzmittel und regelmäßiges Absuchen bleiben deshalb unverzichtbar. Die Impfung kommt allenfalls ergänzend dazu.

Kann man Borreliose behandeln?

Ja. Zeigt der Hund Symptome, wird die Borreliose in der Regel mit einem Antibiotikum behandelt. Wichtig ist, früh zu handeln: Unbehandelt kann die Infektion auf Dauer Organe wie die Nieren schädigen.


Fazit: Borreliose ist vermeidbar, mit Zeckenschutz an erster Stelle

  • Borreliose ist eine bakterielle Infektion (Borrelia burgdorferi), die ausschließlich über Zeckenstiche auf den Hund übertragen wird
  • Die Zecke muss meist rund einen Tag saugen, bevor sie den Erreger überträgt; frühes Entfernen schützt
  • Viele infizierte Hunde zeigen keine Symptome; treten Beschwerden auf, sind Fieber, Abgeschlagenheit und eine von Bein zu Bein wandernde Lahmheit typisch
  • Erkrankte Hunde lassen sich meist gut mit einem Antibiotikum behandeln; unbehandelt kann die Infektion vor allem die Nieren schädigen
  • Die Borreliose-Impfung ist eine Non-Core-Impfung, sinnvoll je nach regionalem Zeckenrisiko und Lebensstil, immer als Ergänzung zur konsequenten Zeckenprophylaxe, nie als Ersatz. Den besten Zeckenschutz findest du im Ratgeber Zecke beim Hund

Quellen

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