Mein Hund rutscht auf dem Boden — was steckt hinter dem Po-Schlittern wirklich?
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Mein Hund rutscht auf dem Boden — was steckt hinter dem Po-Schlittern wirklich?

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Wenn dein Hund seinen Hintern über den Teppich schiebt oder sich ständig am Po leckt, ist das kein schlechtes Benehmen — sondern oft ein klares Signal voller Analdrüsen. In diesem Ratgeber erfährst du, was Analdrüsen sind, warum sie sich entzünden können und was du jetzt tun solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hunde haben zwei Analdrüsen auf Höhe der 4- und 8-Uhr-Position des Afters, die beim Stuhlgang automatisch entleert werden sollten
  • Rutscht dein Hund auf dem Boden oder leckt er sich ständig am Po, sind volle oder verstopfte Analdrüsen der häufigste Grund
  • Weicher Stuhl und Übergewicht erhöhen das Risiko; einzelne Rassen werden häufiger genannt (z. B. Chihuahua, Shih Tzu, Cocker Spaniel), eine gesicherte Veranlagung ist daraus aber nicht belegt
  • Unbehandelt entwickeln sich aus verstopften Drüsen Entzündungen oder sogar Abszesse
  • Analdrüsen selbst ausdrücken ist nicht ratsam — das gehört in die Hände des Tierarztes oder einer geschulten Groomerin
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Diese Einschätzung ist keine Diagnose und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Sie hilft nur, die Dringlichkeit einzuordnen. Im Zweifel wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Stand: 2026-07-15.

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Du siehst deinen Hund mit dem Hinterteil über den Teppich gleiten. Dieses „Schlittenfahren“ ist kein schlechtes Benehmen — es ist ein deutliches Zeichen, dass etwas nicht stimmt. In den meisten Fällen sind die Analdrüsen die Ursache.

Das Thema klingt unappetitlich, ist aber ein ganz normaler Teil der Hundepflege — wichtig zu kennen, bevor aus einem kleinen Unbehagen ein ernstes Problem wird.


Was sind Analdrüsen — und wozu braucht dein Hund sie?

Hunde besitzen zwei kleine Drüsen auf beiden Seiten des Afters — etwa auf der 4- und 8-Uhr-Position. Diese sogenannten Analbeutel (auch Analdrüsen genannt) sind mit einer Schicht spezialisierter Drüsenzellen ausgekleidet, die ein stark riechendes, öliges Sekret produzieren.

Im Normalfall wird dieses Sekret beim Stuhlgang automatisch abgegeben: Der feste Kot drückt beim Passieren gegen die Drüsen und presst das Sekret heraus. Hunde nutzen dieses Sekret zur Kommunikation — es steckt voller individueller Informationen, weshalb sich Hunde beim Kennenlernen auch so ausgiebig am Hinterteil beschnuppern.

Das Problem entsteht, wenn diese automatische Entleerung nicht funktioniert.


Diese Anzeichen zeigen, dass die Analdrüsen Probleme machen

Scooten ist das bekannteste Zeichen, aber nicht das einzige. Achte auf:

  • Rutschen auf dem Boden mit dem Hinterteil — das klassische Schlittenfahren
  • Ständiges Lecken oder Beißen am Po oder an der Schwanzwurzel
  • Unangenehmer, fischiger Geruch, der auch nach dem Waschen bleibt
  • Schwierigkeiten beim Kotabsatz oder Schmerzen beim Hinsetzen
  • Sichtbare Rötung, Schwellung oder Sekret rund um den After
  • Verhaltensänderungen: Unruhe, Aggression bei Berührung des Hinterteils, Rückzug

Wenn dein Hund diese Anzeichen zeigt, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll — und zwar bald, denn unbehandelte Analdrüsenprobleme können sich rasch verschlimmern.


Warum verstopfen die Analdrüsen?

Damit die Drüsen sich beim Stuhlgang entleeren, muss der Kot fest genug sein, um beim Passieren ausreichend Druck auszuüben. Fällt dieser Druck aus — zum Beispiel durch weichen Stuhl — staut sich das Sekret und wird immer zähflüssiger.

Häufige Ursachen für volle oder verstopfte Analdrüsen:

  • Zu weicher Stuhl oder Durchfall: Weicher Kot übt zu wenig Druck aus, die Drüsen entleeren sich nicht vollständig
  • Verstopfung: Bei seltenem Stuhlgang werden die Drüsen entsprechend seltener entleert — auch das kann zum Sekretstau führen
  • Übergewicht: Bei übergewichtigen Hunden ist die Spannung der Schließmuskulatur oft geringer, und Fettgewebe rund um den After kann die Drüsengänge zusätzlich einengen — beides erschwert die Entleerung
  • Hautprobleme oder Talgdrüsenprobleme (Seborrhö): Können die Drüsenausführungsgänge reizen oder verstopfen
  • Diskutiert, aber nicht belegt: verhältnismäßig enge Ausführungsgänge bei kleinen Hunden (mehr dazu unten) — anders als die Punkte darüber keine gesicherte Ursache

Welche Rassen häufiger genannt werden

Warum kleine Hunde häufiger betroffen scheinen, ist nicht geklärt. Diskutiert werden verhältnismäßig enge Ausführungsgänge, die bei zähem Sekret leichter verstopfen — und ein schwächerer Tonus des Schließmuskels. Beides sind Erklärungsversuche, keine gesicherten Ursachen. Häufiger genannt werden:

  • Chihuahua
  • Zwergpudel
  • Shih Tzu
  • Lhasa Apso
  • Cocker Spaniel
  • Beagle

Große Hunde können ebenfalls betroffen sein, nach den zitierten Quellen aber seltener: Der MSD Veterinary Manual nennt kleine Rassen prädisponiert und große oder sehr große Rassen selten betroffen, und auch Cornell sieht kleinere Hunde häufiger. Eine Ausnahme hebt die zugrunde liegende Auswertung ausdrücklich hervor: der Labrador Retriever steht dort weit oben, obwohl er eine große Rasse ist. Und weil eine gesicherte Veranlagung eben nicht belegt ist, ersetzt die Rasse deines Hundes das Hinschauen nicht. Achte lieber auf die Anzeichen oben, unabhängig davon, ob deine Rasse in der Liste steht.


Wie entwickeln sich Analdrüsenprobleme?

Bleibt das Problem unbehandelt, verläuft die Erkrankung in mehreren Stufen:

  1. Impaktion (Verstopfung): Das Sekret staut sich, wird dicker und lässt sich nicht mehr von alleine entleeren. Die Drüsen schwellen an und werden für den Hund spürbar unangenehm.
  2. Anal-Sakkulitis (Entzündung): Eindringende Bakterien lösen eine Entzündung aus. Rötung, Schmerz und Wärme rund um den After sind typische Zeichen.
  3. Abszess: Die Entzündung schreitet fort und bildet eine Eiteransammlung. Der Bereich um den After ist stark geschwollen, schmerzhaft und oft verfärbt.
  4. Ruptur: Im schlimmsten Fall platzt der Abszess auf, und es treten Eiter und Blut aus. Diese Situation ist ein veterinärmedizinischer Notfall.

Je früher du handelst, desto einfacher und schmerzärmer ist die Behandlung — für dich und deinen Hund.

Nicht jedes Analbeutel-Problem beginnt mit einer Verstopfung

Neben dieser Kette gibt es eine eigenständige Erkrankung, die nicht aus einer Impaktion hervorgeht: Ältere Hunde können im Analbeutel einen bösartigen Tumor entwickeln, das Analbeutel-Adenokarzinom. Cornell führt es als eigenes Krankheitsbild direkt neben Impaktion und Entzündung, und auch der MSD Veterinary Manual nennt es in einem Atemzug mit ihnen.

Das Tückische daran: Seine Anzeichen gleichen denen einer Entzündung — eine Schwellung neben dem After, Schlittenfahren, ständiges Lecken. Genau deshalb gehört jeder dieser Hinweise tierärztlich abgeklärt und nicht abgewartet.


Behandlung: Das macht der Tierarzt

Analdrüsen selbst auszudrücken ist nicht empfehlenswert. Ohne Schulung riskiert man, Verletzungen zu verursachen oder Entzündungen zu verschlimmern. Die Behandlung gehört in professionelle Hände.

Je nach Schweregrad stehen folgende Maßnahmen zur Verfügung:

  • Manuelle Entleerung: Bei einfacher Impaktion drückt der Tierarzt oder die Tierärztin die Drüsen manuell aus. Manchmal ist eine Spülung mit Kochsalzlösung oder einem Antiseptikum nötig, um verhärtetes Sekret zu lösen. Das kann schmerzhaft sein und eine leichte Sedierung erfordern.
  • Antibiotika und entzündungshemmende Mittel: Bei einer Infektion werden Antibiotika — teils direkt in die Drüse infundiert, teils oral — gegeben, zusammen mit Schmerzmitteln. Warme Kompressen können die Heilung unterstützen.
  • Abszessbehandlung: Ein Abszess muss eröffnet, gereinigt und drainiert werden — in der Regel unter Sedierung oder Narkose. Anschließend folgen Antibiotika und ein Halskragen, damit dein Hund die Wunde nicht beleckt.
  • Operation: Bei häufig wiederkehrenden Problemen kann die chirurgische Entfernung der Analdrüsen (Analsacculektomie) infrage kommen — die Quellen sind dabei aber ausgesprochen zurückhaltend. Der MSD Veterinary Manual nennt dafür drei Anlässe - wenn die Behandlung nicht anschlägt, das Problem immer wiederkehrt oder ein Tumor vorliegt - und führt Kotinkontinenz als häufige Komplikation dieser Operation. Cornell nennt Infektion und Kotinkontinenz ausdrücklich als Risiken, die abgewogen werden müssen. Nach der OP können weicher Kot oder fehlende Kotkontrolle auftreten, weil die Nerven für den Schließmuskel direkt am Operationsgebiet verlaufen. Wäge das mit deiner Tierärztin ab, bevor du zusagst.

Vorbeugung: So beugst du Problemen vor

Ganz verhindern lassen sich Analdrüsenprobleme nicht bei jedem Hund — aber du kannst das Risiko deutlich senken.

Ballaststoffreiche Ernährung ist der wichtigste Hebel. Fester, geformter Kot übt beim Stuhlgang genug Druck auf die Drüsen aus, damit sie sich automatisch entleeren. Dein Tierarzt kann Futterempfehlungen oder Faserergänzungen (zum Beispiel Kürbispüree) geben, wenn dein Hund zu weichem Stuhl neigt.

Gewichtsmanagement spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei übergewichtigen Hunden entleeren sich die Analdrüsen oft schlechter, weil die Spannung der Schließmuskulatur nachlässt.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt geben die Möglichkeit, auffällige Drüsen frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf vorsorglich zu entleeren — bevor sich Beschwerden entwickeln.

Bei Hunden mit bekannter Neigung kann der Tierarzt oder ein professionelles Grooming-Studio eine regelmäßige manuelle Entleerung als Routinemaßnahme empfehlen. Diese Routine-Entleerung wird tatsächlich von Tierarztpraxen und Groomern durchgeführt, muss aber vorsichtig geschehen: Sie kann die Analbeutel und das umliegende Gewebe reizen und dadurch Rückfälle oder eine Entzündung sogar begünstigen. Sprich deshalb vorher mit deiner Tierarztpraxis ab, ob sie in eurem Fall sinnvoll ist.


Wann du sofort zum Tierarzt solltest

  • Dein Hund schiebt sich auf dem Boden fort oder leckt sich anhaltend am Po
  • Du bemerkst einen fischigen Geruch, der nach dem Waschen bleibt
  • Das Hinterteil deines Hundes ist sichtbar geschwollen, gerötet oder warm
  • Dein Hund zeigt Schmerzen beim Hinsetzen oder Kotabsatz
  • Du siehst Eiter oder Blut rund um den After — das ist ein Notfall

Warte in keinem dieser Fälle ab: Unbehandelt kann sich laut Cornell aus der Entzündung ein Abszess bilden, der aufplatzt und Eiter und Blut freisetzt.

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Häufige Fragen

Warum rutscht mein Hund auf dem Boden — Würmer oder Analdrüsen?

Beides kann Scooten auslösen, aber Analdrüsenprobleme sind die häufigere Ursache. Bandwürmer können ebenfalls Juckreiz am After verursachen und zu ähnlichem Verhalten führen. Die Liste ist damit aber nicht zu Ende: Auch Umfangsvermehrungen rund um den After — also Tumoren — können dasselbe Verhalten auslösen. Genau deshalb kann nur eine tierärztliche Untersuchung mit Austasten des Enddarms sicher unterscheiden, und genau deshalb ist Entwurmen auf Verdacht kein Ersatz dafür: Entwurmung allein löst das Problem in den meisten Fällen nicht.

Kann ich die Analdrüsen meines Hundes selbst ausdrücken?

Nein. Auch wiederkehrende Entleerungen gehören laut VCA in die Hände von tierärztlichem Fachpersonal — die Prozedur kann so schmerzhaft sein, dass sie eine Sedierung nötig macht. Falsche Grifftechnik verursacht Verletzungen oder verschlimmert eine bestehende Entzündung. Manche professionellen Groomingstudios bieten die Entleerung ebenfalls an; auch dort muss sie vorsichtig geschehen, weil sie die Analbeutel und das umliegende Gewebe reizen und dadurch Rückfälle begünstigen kann.

Welche Hunderassen haben am häufigsten Analdrüsenprobleme?

Häufiger genannt werden Chihuahua, Zwergpudel, Shih Tzu, Lhasa Apso, Cocker Spaniel und Beagle. Wichtig ist dabei die Einschränkung, die die zugrunde liegende Untersuchung selbst macht: Weil beliebte Rassen häufiger vorkommen, ist unklar, ob es sich wirklich um eine Veranlagung handelt. Eine Ausnahme hebt dieselbe Auswertung ausdrücklich hervor: der Labrador Retriever steht dort weit oben, obwohl er eine große Rasse ist. Unabhängig von der Rasse gilt: Übergewichtige Hunde haben ein erhöhtes Risiko.

Wie oft müssen Analdrüsen beim Hund entleert werden?

Gesunde Hunde entleeren ihre Analdrüsen beim normalen Stuhlgang von selbst — eine routinemäßige manuelle Entleerung ist in diesen Fällen unnötig. Nur bei Hunden mit wiederkehrenden Problemen kann der Tierarzt eine regelmäßige Entleerung empfehlen. Auch dann muss sie vorsichtig geschehen: Sie kann die Analbeutel und das umliegende Gewebe reizen und dadurch Rückfälle oder eine Entzündung sogar begünstigen. In welchem Abstand sie sinnvoll ist, hängt vom einzelnen Hund ab und legt die Tierarztpraxis fest.

Ist Analdrüsenentfernung beim Hund sinnvoll?

Bei Hunden mit häufig wiederkehrenden, therapieresistenten Problemen kann eine chirurgische Entfernung infrage kommen. Der MSD Veterinary Manual nennt als Anlässe eine nicht anschlagende Behandlung, ein immer wiederkehrendes Problem oder einen Tumor - und führt Kotinkontinenz als häufige Komplikation dieser OP. Cornell nennt Infektion und Kotinkontinenz als Risiken, die abgewogen werden müssen. Danach können weicher Kot oder fehlende Kotkontrolle auftreten, weil die Nerven für den Schließmuskel direkt am Operationsgebiet verlaufen. Dein Tierarzt berät dich, ob der Eingriff in eurem Fall vertretbar ist.


Fazit: Früh handeln schützt deinen Hund

Das Schlittenfahren ist ein klares Signal — und kein Grund, abzuwarten. Die wichtigsten Punkte:

  • Analdrüsen entleeren sich beim Stuhlgang automatisch — solange der Kot fest genug ist
  • Rutschen, Lecken und fischiger Geruch sind klassische Warnsignale
  • Übergewichtige Hunde sind erhöht gefährdet; einzelne Rassen werden häufiger genannt, eine gesicherte Veranlagung ist das aber nicht
  • Je früher du zum Tierarzt gehst, desto einfacher ist die Behandlung
  • Ballaststoffreiche Ernährung und Gewichtsmanagement beugen Problemen vor

Kein Handlungsbedarf besteht, wenn dein Hund gelegentlich kurz am Po kratzt — aber bei anhaltenden Zeichen lohnt sich der Tierarztbesuch immer.

Quellen

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