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Mundgeruch und Speichelfluss bei Katzen: Harmlos oder Warnsignal?
GeruchKatze

Mundgeruch und Speichelfluss bei Katzen: Harmlos oder Warnsignal?

Petla Experte

Petla Experte

5. August 20255 Min. Lesezeit

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Gelegentlicher Mundgeruch und leichtes Sabbern sind bei Katzen normal – besonders beim Schnurren oder bei intensiver Entspannung. Wenn jedoch zusätzlich Symptome wie Übelkeit, Schwellungen im Gesicht oder Gleichgewichtsstörungen auftreten, kann eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken. In diesem Ratgeber erfährst Du, worauf Du achten solltest, welche Ursachen infrage kommen und wie die Behandlung aussieht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Leichter Mundgeruch und Speichelfluss sind bei Katzen in bestimmten Situationen normal
  • Auffälliger Geruch oder plötzliches, starkes Sabbern kann auf ernste Erkrankungen hindeuten
  • Typische Ursachen: Zahnprobleme, Tumore, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes oder Fremdkörper
  • Die Diagnose erfolgt über eine gründliche Untersuchung und ggf. weiterführende Tests
  • Regelmäßige Zahnpflege hilft, viele Ursachen zu vermeiden

Was ist Mundgeruch und Speichelfluss bei Katzen?

Halitosis (Mundgeruch) und übermäßiger Speichelfluss haben oft eine zugrunde liegende Ursache. Ein leicht strenger Geruch durch Futter ist normal, ebenso etwas Speichel beim Schnurren. Wenn der Geruch jedoch ungewöhnlich stark ist oder das Sabbern plötzlich auftritt, sollte genauer hingeschaut werden.


Symptome bei Mundgeruch und Sabbern

Mundgeruch und Speichelfluss treten oft nicht isoliert auf. Begleitsymptome können wichtige Hinweise auf die Ursache geben:

Typische Begleitzeichen:

  • Übler Geruch aus dem Maul
  • Zahnfleischbluten
  • Schmerzen beim Fressen
  • Schwellung im Gesicht
  • Erbrechen
  • Futterverweigerung
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Maul lässt sich nicht schließen
  • Atemprobleme
  • Wunden oder Geschwüre im Maul
  • Pfotenreiben am Gesicht
  • Verfärbte Augen

Viele dieser Symptome betreffen den Kopf- und Maulbereich. Andere (wie Gleichgewichtsstörungen) wirken auf den ersten Blick untypisch, können aber auf ernste Ursachen wie neurologische Erkrankungen hinweisen.


Mögliche Ursachen für Mundgeruch und Speichelfluss

Tumore im Maul
Wucherungen können zu Entzündungen, Schmerzen, üblem Geruch und Schluckbeschwerden führen. Oft bleiben sie unentdeckt, bis sie Beschwerden verursachen – besonders, wenn sie im Rachen oder unter der Zunge liegen.

Zahnerkrankungen
Ungepflegte Zähne sammeln Futterreste und Bakterien. Die Folge: Parodontitis, Zahnabszesse, entzündetes Zahnfleisch, Mundgeruch und Schmerzen. Unbehandelt kann es zum Zahnverlust kommen.

Nierenerkrankung
Die Nieren filtern Giftstoffe. Bei Nierenversagen reichern sich diese im Blut an – das kann sich als übler Ammoniak-Geruch im Atem zeigen.

Lebererkrankung
Die Leber produziert Galle zur Fettverdauung und entgiftet den Körper. Wenn sie geschädigt ist, riecht der Atem oft nach Galle oder Erbrochenem. Auch Erbrechen ist häufig.

Diabetes
Bei unkontrolliertem Diabetes kann der Atem süßlich oder fruchtig riechen. Ursache ist eine sogenannte Ketoazidose – ein gefährlicher Stoffwechselzustand mit Bildung von Ketonkörpern.

Darmverschluss
Verschluckte Gegenstände können den Darm blockieren. Wird die Blutzufuhr abgeschnitten, stirbt Gewebe ab – eine lebensgefährliche Situation, die sich durch starken Mundgeruch, Erbrechen und Apathie äußert.

Maulverletzungen
Bisswunden, Verbrennungen (z. B. durch Stromkabel) oder eingeschnürte Fremdkörper wie Fäden können zu Infektionen, Schmerzen und starkem Speichelfluss führen – oft mit Blutbeimengung.

Erkrankungen der Atemwege
Chronische Entzündungen wie Rhinitis oder Sinusitis können zu Infektionen führen, die sich durch üblen Geruch und vermehrtes Sabbern äußern.

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Wie stellt der Tierarzt die Ursache fest?

Zunächst wird die Katze gründlich untersucht – insbesondere Maul, Zähne und Kopfbereich. Zusätzlich können folgende Diagnoseschritte nötig sein:

  • Blutbild
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschall (v. a. bei Verdacht auf Leber- oder Nierenerkrankung)
  • Endoskopie oder Biopsie (z. B. bei Verdacht auf Tumor)
  • Sedierung oder Narkose für Maulinspektion

Nur mit einer klaren Diagnose kann die passende Behandlung eingeleitet werden.


Behandlung und Vorbeugung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache:

Zahnprobleme:
Professionelle Zahnreinigung, ggf. Zahnentfernung, Antibiotika

Fremdkörper:
Sichere Entfernung durch den Tierarzt, ggf. mit Narkose

Infektionen:
Antibiotika oder andere Medikamente je nach Erreger

Organschäden:
Medikamentöse Behandlung, Diätfutter, ggf. Flüssigkeitstherapie

Tumore:
Chirurgische Entfernung, ggf. ergänzend Bestrahlung oder Chemotherapie

Vorbeugung:
Die beste Vorsorge ist tägliches Zähneputzen mit einer geeigneten Katzenzahnbürste. Zusätzlich sollte Deine Katze regelmäßig vom Tierarzt untersucht und das Gebiss kontrolliert werden.


Prognose bei Mundgeruch und Sabbern

Wie gut sich die Symptome behandeln lassen, hängt von der Ursache ab:

  • Leichte Probleme wie Futterreste oder Zahnstein lassen sich meist gut beheben.
  • Infektionen sprechen meist gut auf Medikamente an.
  • Systemische Erkrankungen wie Nierenversagen oder Tumore erfordern längerfristige Therapie und haben eine individuelle Prognose.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob der Mundgeruch meiner Katze behandlungsbedürftig ist?
Ein leichter Geruch durch Futter ist normal. Wird der Geruch plötzlich sehr stark oder ungewöhnlich – besonders in Kombination mit anderen Symptomen – ist ein Tierarztbesuch ratsam.

Ist Sabbern bei Katzen normal?
Leichtes Sabbern beim Schnurren oder Streicheln kann normal sein. Wenn Deine Katze jedoch plötzlich oder dauerhaft sabbert, solltest Du sie untersuchen lassen.

Kann ich den Mundgeruch meiner Katze selbst behandeln?
Nur, wenn keine ernste Ursache vorliegt. Mit täglichem Zähneputzen lassen sich viele Probleme vorbeugen. Bei ungewöhnlichem Geruch oder zusätzlichen Symptomen sollte jedoch immer ein Tierarzt aufgesucht werden.

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