Ansteckende Leberentzündung (HCC) beim Hund: warum dein Hund meist längst geschützt ist
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Ansteckende Leberentzündung (HCC) beim Hund: warum dein Hund meist längst geschützt ist

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Hinweis: Diese Angaben gelten für Deutschland

Dieser Artikel beschreibt die Rechtslage, Gebühren und Empfehlungen in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Bitte klären Sie die Details mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor Ort.

HCC ist eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem die Leber schädigt, ausgelöst durch das canine Adenovirus Typ 1. In Deutschland ist die HCC-Impfung eine Non-Core-Impfung, trotzdem ist fast jeder grundimmunisierte Hund geschützt: Die CAV-2-Komponente aus den meisten DHPPi-Kombiimpfstoffen wirkt über einen Kreuzschutz auch gegen CAV-1. Dieser Ratgeber erklärt, was HCC ist, wie sie übertragen wird und warum du dir meist wenig Sorgen machen musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • HCC (Hepatitis contagiosa canis) ist eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem die Leber schädigt, dazu Nieren, Milz und Lunge
  • Auslöser ist das canine Adenovirus Typ 1 (CAV-1); angesteckt werden Hunde meist über Urin, Kot und Speichel infizierter Tiere
  • In Deutschland ist die HCC-Impfung eine Non-Core-Impfung: Sie steht nicht auf der Kern-Impfliste für jeden Hund
  • Trotzdem ist fast jeder grundimmunisierte Hund geschützt: Die CAV-2-Komponente der meisten DHPPi-Kombiimpfstoffe wirkt über einen Kreuzschutz auch gegen CAV-1. Ein Blick in den Impfausweis zeigt, ob dein Hund sie bekommen hat
  • International (WSAVA) zählt der Schutz gegen das canine Adenovirus zu den Core-Impfungen. Den genauen Impfplan stimmst du mit deiner Tierärztin ab
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Eine Krankheit, von der du wahrscheinlich noch nie einen Fall gesehen hast

Wenn du von der ansteckenden Leberentzündung des Hundes noch nie gehört hast, geht es dir wie den meisten Hundehaltern. Und das ist eine gute Nachricht: Die Krankheit tritt heute nur noch selten auf. Und dein Hund ist mit hoher Wahrscheinlichkeit längst dagegen geschützt, ohne dass sie je gesondert auf seinem Impfplan aufgetaucht ist.

Wie das sein kann, ist die eigentlich spannende Geschichte hinter dieser Erkrankung. Hier erfährst du, was die ansteckende Leberentzündung ist, wie sie übertragen wird und warum du dir meist wenig Sorgen machen musst.


Was ist die ansteckende Leberentzündung (HCC)?

Die ansteckende Leberentzündung, medizinisch Hepatitis contagiosa canis (kurz HCC), ist eine ansteckende Viruserkrankung des Hundes, die weltweit vorkommt. Auslöser ist das canine Adenovirus Typ 1 (kurz CAV-1).

Der Name verrät schon das Hauptziel des Virus: die Leber. Der Erreger befällt die Auskleidung der Blutgefäße und kann dadurch neben der Leber auch Nieren, Milz und Lunge schädigen. Bei manchen Hunden überdauern die Viren in Nieren und Leber und rufen dort eine chronische Leberentzündung hervor.

Betroffen sind Hunde und andere Caniden: Die Impfleitlinie der StIKo Vet hält fest, dass sich das Wirtsspektrum auf Caniden beschränkt und die Wildcanidenpopulation, etwa Füchse und Wölfe, ein Erregerreservoir bildet. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.


Wie wird HCC übertragen?

Hunde stecken sich meist an, indem sie Urin, Kot oder Speichel infizierter Tiere aufnehmen. Das Virus ist außerdem in Nasen- und Augensekret erkrankter Hunde vorhanden, und schon der direkte Kontakt zu diesen Ausscheidungen reicht für eine Ansteckung.

Besonders tückisch: Ein Hund, der die Krankheit überstanden hat, kann das Virus noch lange über den Urin ausscheiden: laut der Impfleitlinie der StIKo Vet bis zu neun Monate. In dieser Zeit ist er eine wichtige Ansteckungsquelle für andere Hunde, auch wenn er selbst längst wieder gesund wirkt.

Erkranken können ungeimpfte Hunde jeden Alters; häufiger trifft es junge Hunde unter einem Jahr. Zeigt ein angestecktes Tier überhaupt Symptome, vergehen zwischen Ansteckung und ersten Krankheitszeichen laut MSD Veterinary Manual vier bis neun Tage.


Symptome: woran du HCC erkennen könntest

Das Wichtigste zuerst: Bei älteren Hunden bleiben manche Ansteckungen mit dem caninen Adenovirus Typ 1 unbemerkt oder verlaufen so mild, dass sie ohne Behandlung ausheilen. Für junge und ungeimpfte Hunde gilt das nicht: Bei ihnen reicht die Spanne von mildem Fieber bis zum Tod.

Wenn eine Erkrankung sichtbar wird, ist das erste Zeichen typischerweise Fieber (laut MSD Veterinary Manual über 40 Grad). Dazu können kommen:

  • Teilnahmslosigkeit und Antriebslosigkeit
  • Appetitlosigkeit und vermehrter Durst
  • Augenentzündung mit Ausfluss, bei milderen Verläufen auch eine Trübung der Hornhaut
  • Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen

Die Beschwerden reichen von sehr milden Zeichen bis zu einem schweren Krankheitsbild. Genau diese große Spannweite macht die Erkrankung im Einzelfall schwer einzuschätzen.


Wie gefährlich ist HCC?

Der Verlauf kann von mildem Fieber bis zum Tod reichen. Am höchsten ist das Risiko bei jungen, ungeimpften Hunden. Schwere Verläufe sind heute aber selten: Die akute, plötzliche Leberentzündung tritt nur noch vereinzelt auf.

Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der breiten Impfung. Und damit kommen wir zum beruhigenden Teil dieser Geschichte.


Warum du dir um HCC meist wenig Sorgen machen musst

Auf den ersten Blick klingt es überraschend: In Deutschland ist die HCC-Impfung eine Non-Core-Impfung. Sie steht also nicht auf der Kern-Impfliste, die für jeden Hund gilt. Zu dieser Liste zählen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) die Impfungen gegen Leptospirose, Parvovirose und Staupe. Die ansteckende Leberentzündung gehört nicht dazu. Trotzdem sollte nicht generell auf die Impfung verzichtet werden. Und die Impfleitlinie der StIKo Vet nennt dafür ihren eigenen, nüchternen Grund: Der Erreger wird sporadisch noch nachgewiesen. Dieselbe Leitlinie beschreibt auch die Lage dahinter: CAV-1 ist vermutlich wegen der konsequenten Vakzinierung weitgehend aus der deutschen Hundepopulation verschwunden, in den Ländern Osteuropas jedoch noch verbreitet und kann durch Importhunde nach Deutschland gelangen.

Der Grund, warum praktisch jeder geimpfte Hund trotzdem geschützt ist, steckt im Kombiimpfstoff. Die meisten Mehrfachimpfstoffe für Hunde (oft als DHPPi bezeichnet) enthalten eine Komponente gegen das canine Adenovirus, und zwar in Form des eng verwandten Typs CAV-2. Und genau hier liegt der Clou: Eine Impfung mit CAV-2 schützt über einen Kreuzschutz auch gegen CAV-1, den Erreger der HCC. Die Weltkleintierverband-Leitlinie (WSAVA) formuliert es sogar so, dass CAV-2-haltige Impfstoffe die einzigen empfohlenen Impfstoffe zur Vorbeugung der ansteckenden Leberentzündung sind. Zugelassen sind allerdings auch maßgeschneiderte Impfstoffe ohne Adenovirus-Anteil, etwa reine Parvovirose-Impfstoffe oder Parvovirose-Staupe-Kombinationen. Ein Blick in den Impfausweis oder eine kurze Frage in der Praxis klärt deshalb, ob dein Hund die Komponente wirklich bekommen hat. Wie diese Kombiimpfstoffe aufgebaut sind, erklären wir dir ausführlich im Ratgeber zu den Kombiimpfstoffen.

International wird der HCC-Schutz übrigens deutlich höher eingestuft als in Deutschland: Die WSAVA zählt das canine Adenovirus (CAV) ausdrücklich zu den Core-Impfungen, also zu den Basisimpfungen, die alle Hunde weltweit erhalten sollten.

Praktisch heißt das: Dein Welpe bekommt den HCC-Schutz automatisch mit der ganz normalen Grundimmunisierung über den Kombiimpfstoff. Diese läuft in Deutschland über mehrere Termine (mit 8, 12 und 16 Lebenswochen) und wird mit rund 15 Lebensmonaten abgeschlossen. Der Termin in der 16. Woche ist dabei besonders wichtig: Erst dann sind die von der Mutter mitgegebenen Antikörper zuverlässig abgebaut, die eine frühere Impfung wirkungslos machen können. Bis dahin gibt es eine kritische Phase, in der die mütterlichen Antikörper schon zu schwach zum Schützen, aber noch stark genug zum Stören der Impfung sein können: Dein Welpe ist während der Impfserie also nicht automatisch geschützt. Genau deshalb wird über mehrere Termine geimpft. Danach wird beim erwachsenen Hund im Abstand von drei Jahren aufgefrischt, so nennt es die Impfleitlinie der StIKo Vet; die Gebrauchsinformationen der einzelnen Impfstoffe sehen je nach Hersteller ein bis drei Jahre vor. Einen eigenen, gesonderten HCC-Impfstoff braucht dein Hund dafür nicht. Den genauen Rhythmus legt deine Tierärztin fest.

Deshalb gilt: Ist dein Hund grundimmunisiert und wird regelmäßig aufgefrischt, ist er gegen die ansteckende Leberentzündung längst geschützt, auch wenn HCC nie als eigener Punkt auf seinem Impfausweis steht.


Wann du mit deinem Hund zum Tierarzt solltest

  • Zur Grundimmunisierung des Welpen und zu den Auffrischungsterminen: Der Kombiimpfstoff bringt den HCC-Schutz gleich mit
  • Wenn du einen Hund mit unbekanntem Impfstatus übernimmst, etwa aus dem Tierschutz oder aus dem Ausland
  • Bei Krankheitszeichen, die zur ansteckenden Leberentzündung passen: anhaltendes Fieber, Teilnahmslosigkeit, Erbrechen oder Durchfall, Augenentzündung oder eine Trübung der Hornhaut
  • Sofort, wenn ein junger Welpe krank wirkt oder sich der Zustand deines Hundes rasch verschlechtert

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Häufige Fragen

Muss ich meinen Hund extra gegen HCC impfen lassen?

In der Regel nicht. In Deutschland ist die HCC-Impfung eine Non-Core-Impfung, und einen eigenständigen HCC-Impfstoff gibt es üblicherweise nicht. Der Schutz kommt über die CAV-2-Komponente des gängigen Kombiimpfstoffs (DHPPi) automatisch mit. Ein grundimmunisierter Hund ist damit geschützt. Den passenden Impfplan stimmst du mit deiner Tierärztin ab.

Wie kann eine CAV-2-Impfung vor CAV-1 schützen?

CAV-2 ist ein eng verwandter Adenovirus-Typ, der im Kombiimpfstoff verwendet wird. Er sorgt für einen Kreuzschutz: Das Immunsystem lernt an CAV-2 auch, CAV-1, den Erreger der ansteckenden Leberentzündung, abzuwehren. Die WSAVA bezeichnet CAV-2-haltige Impfstoffe deshalb als die einzigen empfohlenen Impfstoffe zur Vorbeugung der HCC.

Ist HCC für Menschen ansteckend?

Nein. Die ansteckende Leberentzündung betrifft Hunde und andere Caniden: Die Impfleitlinie der StIKo Vet beschränkt das Wirtsspektrum auf Caniden und nennt Wildcaniden wie Füchse und Wölfe als Erregerreservoir. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

Warum sieht man HCC heute so selten?

Weil sehr viele Hunde über den Kombiimpfstoff geschützt sind. Die akute, plötzliche Leberentzündung tritt heute nur noch relativ selten auf, ein direktes Ergebnis der breiten Impfung.

Woran erkenne ich HCC beim Hund?

Bei älteren Hunden bleiben manche Ansteckungen unbemerkt oder verlaufen so mild, dass sie ohne Behandlung ausheilen. Wenn eine Erkrankung sichtbar wird, beginnt sie meist mit Fieber, dazu kommen Teilnahmslosigkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen sowie eine Augenentzündung, bei milderen Verläufen eine Trübung der Hornhaut. Erkranken können ungeimpfte Hunde jeden Alters, häufiger trifft es junge Hunde unter einem Jahr: Bei ihnen reicht die Spanne von mildem Fieber bis zum Tod.


Fazit: eine ernste Krankheit, gegen die dein Hund meist schon geschützt ist

  • Die ansteckende Leberentzündung (HCC) ist eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem die Leber schädigt, dazu Nieren, Milz und Lunge: Auslöser ist das canine Adenovirus Typ 1 (CAV-1)
  • Übertragen wird sie über Urin, Kot und Speichel; bei älteren Hunden verlaufen manche Ansteckungen unbemerkt, erkranken können aber ungeimpfte Hunde jeden Alters: Häufiger trifft es junge Hunde unter einem Jahr, bei ihnen reicht die Spanne von mildem Fieber bis zum Tod
  • In Deutschland ist die HCC-Impfung eine Non-Core-Impfung. Trotzdem ist fast jeder grundimmunisierte Hund geschützt, weil die CAV-2-Komponente der meisten DHPPi-Kombiimpfstoffe über einen Kreuzschutz auch gegen CAV-1 wirkt; es gibt aber zugelassene Impfstoffe ohne Adenovirus-Anteil, und über Importhunde gelangt das Virus weiterhin nach Deutschland
  • International zählt der HCC-Schutz laut WSAVA sogar zu den Core-Impfungen; einen eigenen HCC-Impfstoff braucht dein Hund nicht
  • Den Impfplan und die Auffrischungen stimmst du mit deiner Tierärztin ab, so bleibt dein Hund zuverlässig geschützt

Quellen

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