Staupe beim Hund: hochansteckend, gefährlich und vermeidbar
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Staupe beim Hund: hochansteckend, gefährlich und vermeidbar

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Hinweis: Diese Angaben gelten für Deutschland

Dieser Artikel beschreibt die Rechtslage, Gebühren und Empfehlungen in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Bitte klären Sie die Details mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor Ort.

Staupe ist hochansteckend und kann Atemwege, Verdauung und Nervensystem des Hundes schwer schädigen. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Dieser Ratgeber erklärt, wie sich Staupe überträgt, welche Symptome auftreten und warum die Impfung diese einst gefürchtete Krankheit heute selten macht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die den ganzen Körper befallen kann: Atemwege, Verdauung und Nervensystem
  • Angesteckt werden Hunde vor allem über eingeatmete Viruströpfchen infizierter Tiere, die schon ansteckend sind, bevor sie krank wirken
  • Typisch sind Fieber, Augen- und Nasenausfluss, Husten, Erbrechen und Durchfall; im schweren Fall Krämpfe und Lähmungen
  • Eine ursächliche Therapie gibt es nicht. Behandelt werden können nur die Symptome, deshalb ist Vorbeugen so wichtig
  • Die Staupe-Impfung ist eine Core-Impfung für jeden Hund und hat diese einst gefürchtete Krankheit selten gemacht
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Eine gefürchtete Krankheit, die heute fast vergessen ist

Es gibt Krankheiten, von denen viele Hundehalter noch nie einen echten Fall gesehen haben, und das ist eine gute Nachricht. Die Staupe gehört dazu. Noch in den 1970er-Jahren war sie weit verbreitet und gefürchtet. Weil heute so viele Hunde geimpft sind, ist sie deutlich seltener geworden.

Verschwunden ist die Staupe aber nicht. Sie taucht immer wieder dort auf, wo Hunde nicht oder nur lückenhaft geimpft sind. Hier erfährst du, was Staupe eigentlich ist, wie sie sich überträgt, was sie im Körper deines Hundes anrichtet und warum die Impfung der zuverlässigste Schutz dagegen ist.


Was ist Staupe?

Die Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die den ganzen Körper befallen kann. Auslöser ist das canine Staupevirus (englisch canine distemper virus, kurz CDV). Anders als viele Erreger, die nur ein Organ angreifen, ist die Staupe eine Erkrankung mit vielen Gesichtern: Sie kann gleichzeitig die Atemwege, den Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem betreffen.

Betroffen sind nicht nur Hunde. Das Virus kann auch andere fleischfressende Tiere befallen, etwa Frettchen, Waschbären, Füchse und Skunks. Für den Menschen ist die Staupe dagegen ungefährlich. Über Hände, Kleidung und Gegenstände lässt sich das Virus aber zu anderen Hunden verschleppen. Wer Kontakt zu einem erkrankten Hund hatte, sollte sich vor dem nächsten Hundekontakt umziehen und die Hände waschen.


Wie wird Staupe übertragen?

Am häufigsten stecken sich Hunde an, indem sie Viruströpfchen eines infizierten Tieres einatmen. Hustet, niest oder bellt ein infizierter Hund in der Nähe, gelangen die Erreger über die Luft weiter. Ansehen kann man es einem Hund dabei nicht: Er wird laut Cornell schon einige Tage ansteckend, bevor er überhaupt krank wirkt, und auch leicht betroffene Hunde können völlig gesund aussehen und trotzdem große Virusmengen ausscheiden.

Das Virus verbreitet sich außerdem über Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen: Speichel, Nasensekret, Urin und Kot. Besonders tückisch: Manche Hunde scheiden das Virus noch über Monate aus, selbst wenn sie äußerlich schon wieder gesund wirken. Ein scheinbar genesener Hund kann also andere weiter anstecken.


Symptome: woran du Staupe erkennst

Die Staupe kann sich sehr unterschiedlich zeigen, weil sie mehrere Organsysteme gleichzeitig betrifft. Häufig beginnt sie mit Fieber und einem eitrigen Ausfluss aus Augen und Nase. Von dort greift sie weiter:

  • Atemwege: Husten, Nasenausfluss und Atembeschwerden bis hin zur Lungenentzündung
  • Verdauung: Fressunlust, Erbrechen und Durchfall
  • Nervensystem: Muskelzucken, epileptische Anfälle und Lähmungen: Zeichen, dass das Virus das Gehirn erreicht hat

Ein besonders typisches Merkmal ist die sogenannte Hard-Pad-Disease: eine Verhornung und Verdickung der Haut an den Zehenballen und an der Nase. Der Name der Krankheit im Englischen, „hardpad disease“, geht genau auf dieses Zeichen zurück.

Die Beschwerden des Nervensystems können gemeinsam mit den anderen Symptomen auftreten, ihnen folgen oder als Einziges übrig bleiben. Gerade diese neurologischen Zeichen machen die Staupe so gefährlich.


Wie gefährlich ist Staupe?

Der Verlauf reicht von milden Beschwerden bis zu schweren, lebensbedrohlichen Erkrankungen. Bei schweren Verläufen kann die Staupe für den Hund tödlich enden.

Besonders heikel sind die Schäden am Nervensystem. Sie sind schwer zu behandeln und können dauerhaft bleiben. Selbst Hunde, die eine Staupe überstehen, tragen häufig bleibende Folgen davon, etwa anhaltendes Muskelzucken oder immer wiederkehrende Krampfanfälle. Wenn die Krankheit schwer verläuft und sich weiter verschlechtert, muss im schlimmsten Fall über eine Erlösung nachgedacht werden.

Genau deshalb ist die Staupe eine Krankheit, bei der Vorbeugen so viel mehr wert ist als Behandeln.


Warum die Impfung so wichtig ist

Gegen die Staupe selbst gibt es keine ursächliche Therapie. Es existiert kein Medikament, das das Virus gezielt bekämpft. Behandeln lassen sich nur die Symptome. Der Tierarzt kann also den erkrankten Hund unterstützen, etwa mit Flüssigkeit, Medikamenten gegen Fieber und Krämpfe und mit Antibiotika gegen zusätzliche bakterielle Infektionen. Das Virus loswerden kann diese Behandlung aber nicht.

Weil es keine Heilung gibt, ist die Impfung der entscheidende Schutz. Die Staupe zählt zu den Core-Impfungen, also den Basisimpfungen, die für jeden Hund empfohlen werden. In Deutschland gehört die Staupe nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) fest zu diesem Kern. International sieht es genauso aus: Die Weltkleintierverband-Leitlinie (WSAVA) zählt die Staupe zu den Impfungen, die alle Hunde weltweit erhalten sollten, weil sie vor schweren, lebensbedrohlichen und weltweit verbreiteten Krankheiten schützen.

Der Schutz baut sich in der Grundimmunisierung des Welpen auf. Die Erstimpfung erfolgt meist mit 8 Lebenswochen, gefolgt von Terminen mit 12 und 16 Wochen sowie einer abschließenden Impfung mit rund 15 Lebensmonaten. Danach ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Bis diese Reihe durch ist, ist dein Welpe aber noch nicht sicher geschützt: Zwischen dem Abfall der mütterlichen Antikörper und der eigenen Abwehr liegt eine kritische Lücke, für die Staupe genauso wie für die Parvovirose, wie die StIKo-Vet-Leitlinie festhält. Bis zum Abschluss der Serie solltest du deshalb vorsichtig sein an Orten, an denen viele fremde Hunde zusammenkommen, etwa im Hundeauslauf. Beim erwachsenen Hund wird die Staupe anschließend im Abstand von drei Jahren aufgefrischt, so nennt es die Impfleitlinie der StIKo Vet; die Gebrauchsinformationen der einzelnen Impfstoffe sehen laut Leitlinie je nach Hersteller ein bis drei Jahre vor. Statt blind nachzuimpfen ist hier auch eine Titerbestimmung möglich: Ein Bluttest zeigt, ob noch genug Antikörper vorhanden sind. Den genauen Rhythmus legt deine Tierärztin fest.

Dass die Staupe heute so viel seltener ist als früher, ist kein Zufall: Es ist das Verdienst der breiten Impfung. Genau darin liegt die gute Nachricht: Diese gefährliche Krankheit ist vermeidbar.


Wann du mit deinem Hund zum Tierarzt solltest

  • Zur Grundimmunisierung des Welpen und zu den Auffrischungsterminen, der wichtigste Schutz überhaupt
  • Wenn du einen Hund mit unbekanntem Impfstatus übernimmst, etwa aus dem Tierschutz oder aus dem Ausland
  • Bei Krankheitszeichen, die zur Staupe passen: anhaltendes Fieber, eitriger Augen- und Nasenausfluss, hartnäckiger Husten, Erbrechen oder Durchfall
  • Sofort bei neurologischen Zeichen wie Muskelzucken, Krampfanfällen oder Lähmungen

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Häufige Fragen

Ist Staupe für Menschen ansteckend?

Nein. Die Staupe betrifft Hunde und andere fleischfressende Tiere wie Frettchen, Waschbären oder Füchse. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich. Du kannst es aber über Hände, Kleidung und Gegenstände zu anderen Hunden verschleppen: Nach dem Kontakt zu einem erkrankten Hund gehören deshalb Umziehen und Händewaschen dazu, bevor du den nächsten Hund triffst.

Kann man Staupe behandeln?

Eine ursächliche Therapie gegen das Virus gibt es nicht. Es lassen sich nur die Symptome lindern. Der Tierarzt kann den Hund unterstützend behandeln, etwa mit Flüssigkeit und Medikamenten gegen Fieber und Krämpfe. Weil das Virus selbst nicht gezielt bekämpft werden kann, ist die Impfung so entscheidend.

Wie schützt die Impfung vor Staupe?

Die Staupe-Impfung ist eine Core-Impfung für jeden Hund. Die Grundimmunisierung des Welpen läuft über mehrere Termine mit 8, 12 und 16 Wochen und wird mit rund 15 Monaten abgeschlossen. Beim erwachsenen Hund wird im Abstand von drei Jahren aufgefrischt, je nach Gebrauchsinformation auch häufiger; alternativ ist eine Titerbestimmung möglich.

Warum sieht man Staupe heute so selten?

Weil sehr viele Hunde geimpft sind. Vor der breiten Impfung war die Staupe weit verbreitet. Heute ist sie deutlich seltener und tritt vor allem dort auf, wo Hunde nicht oder nur lückenhaft geschützt sind.

Welche Symptome sind bei Staupe typisch?

Häufig beginnt sie mit Fieber und eitrigem Ausfluss aus Augen und Nase, dazu kommen Husten, Erbrechen und Durchfall. Schwere Verläufe zeigen neurologische Zeichen wie Muskelzucken, Krämpfe und Lähmungen; typisch ist außerdem die Verhornung von Ballen und Nase („Hard Pad“).


Fazit: Staupe ist gefährlich, aber vermeidbar

  • Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die Atemwege, Verdauung und Nervensystem gleichzeitig befallen kann
  • Angesteckt werden Hunde vor allem über eingeatmete Viruströpfchen, aber auch über Ausscheidungen infizierter Tiere, die schon ansteckend sind, bevor sie krank wirken
  • Typische Zeichen sind Fieber, Augen- und Nasenausfluss, Husten, Erbrechen und Durchfall; schwere Verläufe schädigen das Nervensystem und können tödlich enden
  • Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Nur die Symptome lassen sich lindern, deshalb ist Vorbeugen entscheidend
  • Die Staupe-Impfung ist eine Core-Impfung für jeden Hund; sie hat diese einst gefürchtete Krankheit selten gemacht. Den Impfplan stimmst du mit deiner Tierärztin ab

Quellen

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