
Würmer beim Hund: So erkennst und behandelst du sie richtig

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.
Hinweis: Diese Angaben gelten für Deutschland
Dieser Artikel beschreibt die Rechtslage, Gebühren und Empfehlungen in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Bitte klären Sie die Details mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor Ort.
Das Wichtigste in Kürze
- Wurmbefall kann vielfältige Symptome verursachen, oft im Magen-Darm-Trakt
- Zu den Darmwürmern zählen Spulwürmer, Bandwürmer, Hakenwürmer und die selteneren Peitschenwürmer: Der Herzwurm ist kein Darmwurm, sondern für Hunde aus Deutschland vor allem ein Reise- und Importrisiko
- Die Diagnose erfolgt meist über eine Kotuntersuchung beim Tierarzt
- Eine regelmäßige, ans Risiko angepasste Entwurmung schützt Hund und Halter vor Darmwürmern. Gegen Herzwürmer braucht es auf Reisen in Endemiegebiete eine eigene Vorbeuge
Wie erkenne ich Wurmbefall beim Hund?
Typische Symptome eines Wurmbefalls
Viele Hunde zeigen zunächst keine auffälligen Symptome. Je nach Wurmart und Stärke des Befalls können aber folgende Anzeichen auftreten:
- Durchfall oder Erbrechen
- Appetitverlust oder wechselnder Appetit
- Husten
- Abmagerung trotz normaler Futteraufnahme
- Juckreiz am After, sogenanntes Schlittenfahren
- Sichtbare Würmer im Kot oder Erbrochenen
- Aufgeblähter Bauch, besonders bei Welpen
- Blut im Stuhl oder Schleimauflagerungen
Wenn du solche Anzeichen beobachtest, solltest du zeitnah eine Kotprobe beim Tierarzt abgeben.
Welche Wurmarten gibt es beim Hund?
Spulwürmer (Toxocara canis)
Die häufigsten Würmer bei Hunden. Vor allem Welpen sind betroffen. Der häufigste Ansteckungsweg beim Welpen ist die Übertragung schon im Mutterleib über die Plazenta; hinzu kommen die Muttermilch und die Umgebung.
Bandwürmer (z. B. Dipylidium caninum)
Die Übertragung geschieht meist über infizierte Flöhe. Erkennen kannst du den Bandwurm an seinen Gliedern im Kot oder im Fell rund um den After: Frisch sind sie etwa einen Zentimeter lang, weiß und können sich selbst aus dem After herausbewegen; eingetrocknet sehen sie aus wie Reiskörner.
Hakenwürmer (Ancylostoma caninum und Uncinaria stenocephala)
Beim Hund kommen in Europa diese zwei Arten vor, und sie sind unterschiedlich gefährlich. Beide beißen sich an der Darmwand fest, aber nur Ancylostoma caninum saugt dabei Blut; Uncinaria stenocephala (der „nördliche Hakenwurm“, der laut ESCCAP in ganz Europa vorkommt) ernährt sich überwiegend vom Gewebe der Darmoberfläche und macht deutlich weniger krank. Gefährlich wird vor allem A. caninum, der in Mittel- und Südeuropa verbreitet ist: Überträgt die Mutter seine Larven über die Milch, ist die dadurch ausgelöste Blutarmut bei jungen Welpen das typische Krankheitsbild und verläuft oft tödlich.
Peitschenwürmer
Seltener, aber hartnäckig: Die Eier überdauern im Boden jahrelang. Die Würmer siedeln sich im Dickdarm (Blinddarm und Colon) an. Ein leichter Befall macht meist gar keine Symptome; bei starkem Befall kommt es zu Durchfall und Gewichtsverlust, teils mit frischem Blut im Kot und Blutarmut.
Herzwürmer (Dirofilaria immitis)
Diese gefährlichen Würmer werden durch Stechmücken übertragen. Sie nisten sich in Herz und Lunge ein und können ohne Behandlung tödlich sein. Endemisch sind sie laut ESCCAP-Leitlinie in vielen süd- und südosteuropäischen Ländern; die Artentabelle derselben Leitlinie nennt zusätzlich Teile Mitteleuropas. Für Hunde aus Deutschland ist der Herzwurm deshalb vor allem ein Reise- und Importrisiko, aber kein rein südliches Thema.
Wie stellt der Tierarzt Wurmbefall fest?
Kotuntersuchung und Bluttest
Der Tierarzt wird eine frische Kotprobe deines Hundes untersuchen. Dabei werden Wurmeier oder Larven unter dem Mikroskop erkannt. Je nach Wurmart kann ein einziger Test nicht ausreichen, da nicht ständig Eier ausgeschieden werden. In manchen Fällen ist eine sogenannte Flotation oder sogar ein PCR-Test nötig.
Bei Verdacht auf Herzwürmer ist ein Bluttest notwendig. Beim Hund weist er Herzwurm-Antigene im Blut nach (ELISA); ergänzend kann das Blut auf Larven (Mikrofilarien) untersucht werden.
Behandlung: Wie wird der Hund entwurmt?
Sichere und effektive Medikamente
Zur Behandlung von Wurmbefall gibt es verschiedene Antiparasitika. Diese können als Tablette, Spot-on oder Injektion verabreicht werden. Viele Mittel wirken gegen mehrere Wurmarten gleichzeitig (Breitband-Anthelminthika).
Oft ist eine zweite Gabe notwendig, denn nicht alle Medikamente wirken gegen Larven oder Eier. Für die Spulwurmbehandlung beim Hund nennt das MSD Veterinary Manual zwei Gaben im Abstand von zehn bis vierzehn Tagen, wenn das Mittel nur gegen die erwachsenen Würmer wirkt, und zwar unabhängig davon, wie stark der Befall ist. Die zweite Gabe tötet dann die inzwischen nachgereiften Würmer.
Besondere Vorsicht gilt bei Herzwürmern. Hier erfolgt die Behandlung in mehreren Phasen. Zunächst wird mit Medikamenten vorbereitet, dann folgen spezielle Injektionen. Wichtig ist: Dein Hund muss vollständig ruhig gehalten werden und darf ab der letzten Injektion noch einen Monat lang nicht belastet werden, da Bruchstücke der abgestorbenen Würmer in die Lungengefäße geschwemmt werden. Die erste Woche nach den Injektionen ist dabei die kritischste.
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Vorbeugung: Wie kann ich Wurmbefall verhindern?
Regelmäßige Entwurmung
Zuständig für Entwurmungsempfehlungen ist ESCCAP, der europäische Fachrat für Parasiten bei Haustieren. Je nach Risiko empfiehlt die ESCCAP-Leitlinie ein bis zwölf Entwurmungen pro Jahr. Ein bis zwei reichen nur dem Hund, der fast ausschließlich drinnen lebt, keinen Zugang zu Parks oder Gärten und keinen direkten Kontakt zu anderen Hunden hat, kein rohes Fleisch bekommt und weder Schnecken noch Beutetiere frisst; ein Hund mit freiem Auslauf, Jagdverhalten oder Rohfleischfütterung liegt bei vier bis zwölf. Lässt sich das Risiko nicht klar einschätzen, sind es mindestens vier pro Jahr. Ein bis drei Entwurmungen jährlich bieten laut ESCCAP ausdrücklich keinen ausreichenden Schutz. Alternativ kann statt jeder Behandlung eine Kotuntersuchung erfolgen, allerdings nur in derselben Frequenz wie die Entwurmung, die sie ersetzt. Gegen Bandwürmer trägt diese Alternative laut ESCCAP nicht: Ein Bandwurmbefall lässt sich in der Kotuntersuchung nur unzuverlässig nachweisen (Ausnahme ist der Gurkenkernbandwurm), deshalb empfiehlt die Leitlinie hier zu behandeln statt zu testen.
Flohschutz
Der Gurkenkernbandwurm wird über Flöhe übertragen, deshalb ist ein wirksamer Flohschutz essenziell. Gegen den Fuchsbandwurm richtet er allerdings nichts aus: Den nimmt der Hund über Nagetiere auf.
Hygiene und Vorsicht im Freien
- Kot deines Hundes regelmäßig einsammeln
- Hund nicht an Aas oder Kot schnüffeln oder fressen lassen
- Kein rohes Fleisch verfüttern, vor allem kein Wild
- Mäuse und andere Beutetiere nicht fressen lassen: Über infizierte Nagetiere nimmt der Hund den Fuchsbandwurm auf
- Kontakt zu fremden Tieren kontrollieren
Menschenschutz nicht vergessen
Einige Wurmarten sind auch für Menschen gefährlich (Zoonosen): Dazu zählen der Spulwurm Toxocara canis, dessen verschluckte Eier beim Menschen zu wandernden Larven führen können. Bleiben die Larven im Auge, in einer Nervenbahn oder im Gehirn stecken, kann das ernste gesundheitliche Folgen haben. Dazu kommt der Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis, für den Deutschland ausdrücklich als Endemiegebiet gilt und der beim Menschen eine alveoläre Echinokokkose auslöst, eine krebsartig wachsende Erkrankung, die unbehandelt tödlich enden kann. Besonders Kinder, immungeschwächte Personen und ältere Menschen sind gefährdet. Lebt dein Hund mit Kleinkindern (unter fünf bis sechs Jahren), immungeschwächten oder älteren Menschen zusammen, sieht die ESCCAP-Leitlinie je nach Risikoeinschätzung eine monatliche Entwurmung oder eine monatliche Kotuntersuchung vor, deutlich häufiger als die Grundempfehlung. Achte zusätzlich auf Handhygiene und regelmäßige tierärztliche Checks.
Fazit: Wurmbefall frühzeitig erkennen und behandeln
Würmer sind bei Hunden weit verbreitet, aber in der Regel gut behandelbar. Wichtig ist, Symptome früh zu erkennen und regelmäßig zu entwurmen. Ein gutes Hygienemanagement und tierärztliche Vorsorge schützen sowohl deinen Hund als auch dich selbst.
Bleib wachsam: So bleibt dein Hund gesund.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob mein Hund Würmer hat?
Viele Hunde zeigen zunächst keine auffälligen Symptome. Je nach Wurmart und Stärke des Befalls können aber Durchfall oder Erbrechen, Appetitverlust oder wechselnder Appetit, Husten, Abmagerung trotz normaler Futteraufnahme, Juckreiz am After (Schlittenfahren), sichtbare Würmer im Kot oder Erbrochenen, ein aufgeblähter Bauch (besonders bei Welpen) sowie Blut oder Schleim im Stuhl auftreten. Bei solchen Anzeichen solltest du zeitnah eine Kotprobe beim Tierarzt abgeben.
Welche Wurmarten kommen beim Hund vor?
Häufig sind Spulwürmer (vor allem bei Welpen), Bandwürmer (oft über infizierte Flöhe übertragen), Hakenwürmer (beim Hund zwei Arten: nur Ancylostoma caninum saugt Blut und löst, über die Muttermilch übertragen, bei jungen Welpen eine oft tödliche Blutarmut aus; der in ganz Europa verbreitete Uncinaria stenocephala macht deutlich weniger krank) und die selteneren Peitschenwürmer. Gefährlich sind Herzwürmer, die durch Stechmücken übertragen werden, sich in Herz und Lunge einnisten und laut ESCCAP-Leitlinie in Süd- und Südosteuropa sowie in Teilen Mitteleuropas vorkommen. Für Hunde aus Deutschland sind sie vor allem ein Reise- und Importrisiko.
Wie oft sollte ich meinen Hund entwurmen?
Zuständig für Entwurmungsempfehlungen ist ESCCAP, der europäische Fachrat für Parasiten bei Haustieren. Je nach Risiko empfiehlt die ESCCAP-Leitlinie ein bis zwölf Entwurmungen pro Jahr. Ein bis zwei reichen nur dem Hund, der fast ausschließlich drinnen lebt, keinen Zugang zu Parks oder Gärten und keinen direkten Kontakt zu anderen Hunden hat, kein rohes Fleisch bekommt und weder Schnecken noch Beutetiere frisst; ein Hund mit freiem Auslauf, Jagdverhalten oder Rohfleischfütterung liegt bei vier bis zwölf. Lässt sich das Risiko nicht klar einschätzen, sind es mindestens vier pro Jahr. Ein bis drei Entwurmungen jährlich bieten laut ESCCAP ausdrücklich keinen ausreichenden Schutz. Alternativ kann statt jeder Behandlung eine Kotuntersuchung erfolgen, allerdings nur in derselben Frequenz wie die Entwurmung, die sie ersetzt. Gegen Bandwürmer trägt diese Alternative laut ESCCAP nicht: Ein Bandwurmbefall lässt sich in der Kotuntersuchung nur unzuverlässig nachweisen (Ausnahme ist der Gurkenkernbandwurm), deshalb empfiehlt die Leitlinie hier zu behandeln statt zu testen.
Sind Hundewürmer auch für Menschen gefährlich?
Ja, einige Wurmarten sind auch für Menschen gefährlich (Zoonosen): Dazu zählen der Spulwurm Toxocara canis, dessen verschluckte Eier beim Menschen zu wandernden Larven führen können. Bleiben die Larven im Auge, in einer Nervenbahn oder im Gehirn stecken, kann das ernste gesundheitliche Folgen haben. Dazu kommt der Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis, für den Deutschland ausdrücklich als Endemiegebiet gilt und der beim Menschen eine alveoläre Echinokokkose auslöst, eine krebsartig wachsende Erkrankung, die unbehandelt tödlich enden kann. Besonders Kinder, immungeschwächte Personen und ältere Menschen sind gefährdet. Lebt dein Hund mit Kleinkindern (unter fünf bis sechs Jahren), immungeschwächten oder älteren Menschen zusammen, sieht die ESCCAP-Leitlinie je nach Risikoeinschätzung eine monatliche Entwurmung oder eine monatliche Kotuntersuchung vor. Achte zusätzlich auf gute Handhygiene und regelmäßige tierärztliche Checks.
Quellen
- Roundworms in Small Animals · MSD Veterinary Manual
- Tapeworms in Dogs and Cats · MSD Veterinary Manual
- Hookworms in Small Animals · MSD Veterinary Manual
- Heartworm Disease in Dogs · VCA Animal Hospitals
- ESCCAP Guideline 1: Worm Control in Dogs and Cats (7th Edition, June 2025) · ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites)
- Gastrointestinal Parasites of Dogs · MSD Veterinary Manual
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