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Warum putzt sich meine Katze so viel?
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Warum putzt sich meine Katze so viel?

Petla Experte

Petla Experte

7. August 20255 Min. Lesezeit

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Wenn deine Katze sich ständig putzt, ist das zunächst einmal ganz normal. Katzen verbringen einen großen Teil ihrer wachen Zeit damit, ihr Fell zu reinigen – dabei geht es nicht nur um Sauberkeit, sondern auch um soziale Bindung und Wohlbefinden. Doch wann wird aus gesundem Putzverhalten ein Anzeichen für ein gesundheitliches Problem? In diesem Artikel erfährst du, warum sich Katzen überhaupt putzen, wie du übermäßiges Putzverhalten erkennst und was mögliche Ursachen dafür sein können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Normales Putzverhalten ist wichtig für die Fellpflege und das Wohlbefinden der Katze
  • Übermäßiges Putzen kann ein Zeichen für Stress oder gesundheitliche Probleme sein
  • Mögliche Ursachen reichen von Allergien und Parasiten bis zu Schmerzen oder Langeweile
  • Eine genaue Diagnose durch den Tierarzt ist wichtig, um die passende Behandlung zu finden
  • Mit gezielten Maßnahmen lässt sich stressbedingtes Überputzen oft gut in den Griff bekommen

Normales vs. übermäßiges Putzverhalten

Wie viel Putzen ist noch normal?

Katzen putzen sich oft, bis zu 30–50 % ihrer wachen Zeit verbringen sie mit der Fellpflege. Das hilft, das Fell sauber zu halten, lose Haare und Parasiten zu entfernen und sorgt auch für eine gleichmäßige Verteilung von Hautfetten.

Körperpflege als soziales Verhalten

Katzen, die ein gutes Verhältnis zueinander haben, pflegen sich auch gegenseitig. Besonders Gesicht und Ohren (schwer erreichbare Stellen) werden dabei gegenseitig geputzt.

Woran erkennst du Überputzen?

Wenn du kahle Stellen, Rötungen, Wunden oder Schorf im Fell bemerkst, könnte deine Katze übermäßig putzen. Auch auffällig kurzes, „abgebissenes“ Fell kann ein Zeichen sein. In diesen Fällen solltest du genauer hinschauen – übermäßiges Putzen kann zu Hautinfektionen und verstärktem Haarballen-Erbrechen führen.


Mögliche Ursachen für übermäßiges Putzen

Allergien

Dazu gehören:

  • Umweltallergene (Pollen, Hausstaubmilben)
  • Flohbisse oder Insektenstiche
  • Futtermittelallergien
  • Weitere allergische Reaktionen

Parasiten

Flöhe, Milben oder andere Hautparasiten reizen die Haut und führen zu Juckreiz.

Infektionen

Bakterien, Hefepilze oder Hautpilze (z. B. Ringelflechte, die auch für Menschen ansteckend ist) können Hautreizungen auslösen.

Autoimmunerkrankungen

Manche Hauterkrankungen entstehen durch fehlgeleitete Immunreaktionen und führen zu chronischen Entzündungen.

Hautveränderungen

Wunden, Knoten oder sogar Hautkrebs können Schmerzen verursachen – betroffene Stellen werden häufig überputzt.

Innere Erkrankungen

Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder Harnwegsinfekte können ebenfalls dazu führen, dass sich Katzen auffällig viel putzen.

Schmerzen

Beispielsweise lecken sich Katzen mit Arthrose häufig über schmerzende Gelenke. Auch Schmerzen im Bauchbereich, etwa durch Blasenentzündung, können vermehrtes Putzen auslösen.

Umwelteinflüsse

Freigänger können sich bei der Erkundung draußen schmutzig machen und sich deshalb häufiger putzen. Auch saisonaler Fellwechsel kann ein Grund sein.

Stress oder Langeweile

In vielen Fällen ist psychischer Stress die Ursache. Übermäßiges Putzen ist dann ein selbstberuhigendes Verhalten. Auslöser können unter anderem sein:

  • Veränderungen im Haushalt (neue Mitbewohner, Umzug, Renovierung)
  • Geräusche (z. B. Gewitter, Bauarbeiten)
  • Abwesenheit des Besitzers oder geänderte Tagesabläufe
  • Mangelnde Beschäftigung und Langeweile

Diagnose beim Tierarzt

Was du selbst beobachten kannst

Beobachte, ob es Veränderungen in deiner Umgebung oder im Verhalten deiner Katze gab. Diese Informationen können deinem Tierarzt helfen, mögliche Auslöser besser einzugrenzen.

Untersuchungen beim Tierarzt

Da hinter übermäßigem Putzen sowohl körperliche als auch psychische Ursachen stecken können, sind oft verschiedene Diagnoseschritte nötig:

  • Hautabstriche oder -proben (z. B. Hautgeschabsel, Zytologie)
  • Pilzkulturen
  • Blut- und Urinuntersuchungen
  • Hautbiopsie
  • Bei Bedarf Überweisung zu Dermatologen oder Verhaltenstherapeuten

Behandlungsmöglichkeiten

Medikamentöse Therapie

Je nach Diagnose können folgende Maßnahmen helfen:

  • Allergien: Antihistaminika oder andere Allergiemittel
  • Parasiten: Flohmittel oder andere Antiparasitika
  • Infektionen: Antibakterielle, antimykotische oder entzündungshemmende Mittel
  • Schmerzen: Schmerzmittel oder entzündungshemmende Präparate
  • Autoimmunerkrankungen: Immunsuppressiva
  • Stress: Beruhigungsmittel, gegebenenfalls auch Antidepressiva

Ergänzende Maßnahmen bei Juckreiz

Bei starker Hautreizung können auch beruhigende Salben oder antiseptische Shampoos helfen, um die Haut zu entlasten und Sekundärinfektionen zu vermeiden.


Was du selbst gegen Stress-bedingtes Putzen tun kannst

Pheromone und natürliche Hilfsmittel

Produkte wie Feliway (künstliches Katzenpheromon) können beruhigend wirken. Auch pflanzliche Präparate oder beruhigende Diäten sind möglich – sprich dies aber immer vorher mit deinem Tierarzt ab.

Alltag strukturieren

Katzen lieben Routine. Ein geregelter Tagesablauf mit festen Fütterungszeiten und Spielphasen schafft Sicherheit.

Stressphasen frühzeitig erkennen

Wenn du weißt, dass Veränderungen anstehen (z. B. neue Haustiere, Baby, Umzug), kannst du deine Katze gezielt unterstützen. Frag deinen Tierarzt nach geeigneten Maßnahmen.

Körperliche und geistige Beschäftigung

Regelmäßiges Spielen, Intelligenzspielzeuge oder Kletter- und Beobachtungsmöglichkeiten wie ein Kratzbaum oder ein Fensterplatz beugen Langeweile vor.

Zuwendung und Nähe

Tägliche Interaktion – ob Spielen, Kuscheln oder gemeinsames Entspannen – hilft deiner Katze, sich sicher und geborgen zu fühlen.

Wenn nötig: Medikamente

In schweren Fällen kann eine vorübergehende Gabe von angstlösenden Medikamenten helfen, bis Verhaltensänderungen greifen.


Wann du zum Tierarzt gehen solltest

Sobald du ungewöhnliches Putzverhalten oder Hautveränderungen bemerkst, solltest du den Tierarzt kontaktieren – auch wenn du deine Katze nicht beim Putzen erwischst. Viele Katzen überpflegen sich heimlich.

Weitere Warnzeichen:

  • Rötungen, Wunden oder kahle Stellen
  • Häufiges Kratzen, Beißen oder Lecken
  • Veränderungen im Verhalten oder der Stimmung
  • Weitere Krankheitssymptome wie Erbrechen, Durchfall oder Fressunlust

Mit einer frühzeitigen Abklärung und der passenden Behandlung kann deine Katze bald wieder unbeschwert ihrem Alltag nachgehen – ganz ohne ständiges Lecken.

👉 Mit Petla findest du in wenigen Klicks einen passenden Tierarzt in deiner Nähe – auch bei kurzfristigen Problemen.

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