
Warum putzt sich meine Katze so viel?

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Normales Putzverhalten ist wichtig für die Fellpflege und das Wohlbefinden der Katze
- Übermäßiges Putzen kann ein Zeichen für Stress oder gesundheitliche Probleme sein
- Mögliche Ursachen reichen von Allergien und Parasiten bis zu Schmerzen oder Langeweile
- Eine genaue Diagnose durch den Tierarzt ist wichtig, um die passende Behandlung zu finden
- Mit gezielten Maßnahmen lässt sich stressbedingtes Überputzen oft gut in den Griff bekommen
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Diese Einschätzung ist keine Diagnose und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Sie hilft nur, die Dringlichkeit einzuordnen. Im Zweifel wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Stand: 2026-07-15.
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Normales vs. übermäßiges Putzverhalten
Wie viel Putzen ist noch normal?
Katzen putzen sich viel: Etwa 30–50 % des Tages verbringen sie mit der Fellpflege. Das hilft, das Fell sauber zu halten, lose Haare und Parasiten zu entfernen und sorgt auch für eine gleichmäßige Verteilung von Hautfetten.
Körperpflege als soziales Verhalten
Katzen, die ein gutes Verhältnis zueinander haben, pflegen sich auch gegenseitig. Besonders Gesicht und Ohren (schwer erreichbare Stellen) werden dabei gegenseitig geputzt.
Woran erkennst du Überputzen?
Wenn du kahle Stellen, Rötungen, Wunden oder Schorf im Fell bemerkst, könnte deine Katze übermäßig putzen. Auch auffällig kurzes, „abgebissenes“ Fell kann ein Zeichen sein. In diesen Fällen solltest du genauer hinschauen: Übermäßiges Putzen kann zu Hautinfektionen und verstärktem Haarballen-Erbrechen führen.
Mögliche Ursachen für übermäßiges Putzen
Allergien
Dazu gehören:
- Umweltallergene (Pollen, Hausstaubmilben)
- Flohbisse oder Insektenstiche
- Futtermittelallergien
- Weitere allergische Reaktionen
Parasiten
Flöhe, Milben oder andere Hautparasiten reizen die Haut und führen zu Juckreiz.
Infektionen
Bakterien, Hefepilze oder Hautpilze (z. B. Ringelflechte, die auch für Menschen ansteckend ist) können Hautreizungen auslösen.
Autoimmunerkrankungen
Manche Hauterkrankungen entstehen durch fehlgeleitete Immunreaktionen und führen zu chronischen Entzündungen.
Hautveränderungen
Wunden, Knoten oder sogar Hautkrebs können Schmerzen verursachen. Betroffene Stellen werden häufig überputzt.
Innere Erkrankungen
Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder Harnwegsinfekte können ebenfalls dazu führen, dass sich Katzen auffällig viel putzen.
Schmerzen
Beispielsweise lecken sich Katzen mit Arthrose häufig über schmerzende Gelenke. Auch Schmerzen im Bauchbereich, etwa durch Blasenentzündung, können vermehrtes Putzen auslösen.
Umwelteinflüsse
Freigänger können sich bei der Erkundung draußen schmutzig machen und sich deshalb häufiger putzen. Auch saisonaler Fellwechsel kann ein Grund sein.
Stress oder Langeweile
Psychischer Stress kommt als Ursache erst infrage, wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind: Die Mehrheit der Katzen mit kahlen Stellen hat eine zugrunde liegende Hauterkrankung. Ist all das abgeklärt, ist Stress eine häufige Erklärung; das übermäßige Putzen ist dann ein selbstberuhigendes Verhalten. Auslöser können unter anderem sein:
- Veränderungen im Haushalt (neue Mitbewohner, Umzug, Renovierung)
- Geräusche (z. B. Gewitter, Bauarbeiten)
- Abwesenheit des Besitzers oder geänderte Tagesabläufe
- Mangelnde Beschäftigung und Langeweile
Diagnose beim Tierarzt
Was du selbst beobachten kannst
Beobachte, ob es Veränderungen in deiner Umgebung oder im Verhalten deiner Katze gab. Diese Informationen können deinem Tierarzt helfen, mögliche Auslöser besser einzugrenzen.
Untersuchungen beim Tierarzt
Da hinter übermäßigem Putzen sowohl körperliche als auch psychische Ursachen stecken können, sind oft verschiedene Diagnoseschritte nötig:
- Hautabstriche oder -proben (z. B. Hautgeschabsel, Zytologie)
- Pilzkulturen
- Blut- und Urinuntersuchungen
- Hautbiopsie
- Bei Bedarf Überweisung zu Dermatologen oder Verhaltenstherapeuten
Behandlungsmöglichkeiten
Medikamentöse Therapie
Je nach Diagnose können folgende Maßnahmen helfen:
- Allergien: Antihistaminika oder andere Allergiemittel
- Parasiten: Flohmittel oder andere Antiparasitika
- Infektionen: Antibakterielle, antimykotische oder entzündungshemmende Mittel
- Schmerzen: Schmerzmittel oder entzündungshemmende Präparate
- Autoimmunerkrankungen: Immunsuppressiva
- Stress: Beruhigungsmittel, gegebenenfalls auch Antidepressiva
Ergänzende Maßnahmen bei Juckreiz
Bei starker Hautreizung können, nur nach Absprache mit der Tierarztpraxis, auch beruhigende Salben oder antiseptische Shampoos helfen, um die Haut zu entlasten und Sekundärinfektionen zu vermeiden. Wichtig: Katzen lecken aufgetragene Mittel wieder ab. Das Produkt muss deshalb ausdrücklich für Katzen geeignet sein, und deine Katze sollte die behandelte Stelle nicht ablecken können, bis das Mittel eingezogen ist.
Was du selbst gegen Stress-bedingtes Putzen tun kannst
Pheromone und natürliche Hilfsmittel
Produkte wie Feliway (künstliches Katzenpheromon) können beruhigend wirken. Auch pflanzliche Präparate oder beruhigende Diäten sind möglich. Sprich dies aber immer vorher mit deinem Tierarzt ab.
Alltag strukturieren
Katzen lieben Routine. Ein geregelter Tagesablauf mit festen Fütterungszeiten und Spielphasen schafft Sicherheit.
Stressphasen frühzeitig erkennen
Wenn du weißt, dass Veränderungen anstehen (z. B. neue Haustiere, Baby, Umzug), kannst du deine Katze gezielt unterstützen. Frag deinen Tierarzt nach geeigneten Maßnahmen.
Körperliche und geistige Beschäftigung
Regelmäßiges Spielen, Intelligenzspielzeuge oder Kletter- und Beobachtungsmöglichkeiten wie ein Kratzbaum oder ein Fensterplatz beugen Langeweile vor.
Zuwendung und Nähe
Tägliche Interaktion (ob Spielen, Kuscheln oder gemeinsames Entspannen) hilft deiner Katze, sich sicher und geborgen zu fühlen.
Wenn nötig: Medikamente
In schweren Fällen kann eine vorübergehende, vom Tierarzt verordnete angstlösende Medikation helfen, bis die Verhaltensänderungen greifen.
Wann du zum Tierarzt gehen solltest
Sobald du ungewöhnliches Putzverhalten oder Hautveränderungen bemerkst, solltest du den Tierarzt kontaktieren, auch wenn du deine Katze nicht beim Putzen erwischst. Weil Katzen sich ohnehin einen großen Teil des Tages putzen, fällt Überputzen meist erst auf, wenn schon kahle Stellen oder Hautveränderungen sichtbar sind.
Weitere Warnzeichen:
- Rötungen, Wunden oder kahle Stellen
- Häufiges Kratzen, Beißen oder Lecken
- Veränderungen im Verhalten oder der Stimmung
- Weitere Krankheitssymptome wie Erbrechen, Durchfall oder Fressunlust
Mit einer frühzeitigen Abklärung und der passenden Behandlung kann deine Katze bald wieder unbeschwert ihrem Alltag nachgehen, ganz ohne ständiges Lecken.
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Häufige Fragen
Wie viel Putzen ist bei einer Katze noch normal?
Katzen putzen sich viel: Etwa 30–50 % des Tages verbringen sie mit der Fellpflege. Das hält das Fell sauber, entfernt lose Haare und Parasiten und verteilt Hautfette gleichmäßig. Erst kahle Stellen, Rötungen, Wunden, Schorf oder auffällig kurzes, „abgebissenes“ Fell deuten auf übermäßiges Putzen hin.
Warum putzt sich meine Katze plötzlich so viel?
Die Ursachen reichen von Allergien, Parasiten wie Flöhen oder Milben und Infektionen über innere Erkrankungen und Schmerzen bis hin zu Stress oder Langeweile. Am häufigsten steckt eine körperliche Ursache dahinter, weshalb die Tierarztpraxis zuerst Parasiten, Allergien, Infektionen, Schmerzen und Stoffwechselerkrankungen ausschließt. Bleibt dabei nichts übrig, gilt Stress als Ursache: etwa durch Veränderungen im Haushalt, laute Geräusche, Abwesenheit des Besitzers oder mangelnde Beschäftigung; das übermäßige Putzen ist dann ein selbstberuhigendes Verhalten.
Wann sollte ich mit übermäßigem Putzen zum Tierarzt?
Sobald du ungewöhnliches Putzverhalten oder Hautveränderungen wie Rötungen, Wunden oder kahle Stellen bemerkst, solltest du den Tierarzt kontaktieren, auch wenn du deine Katze gar nicht beim Putzen erwischst: Weil Katzen sich ohnehin einen großen Teil des Tages putzen, fällt Überputzen meist erst auf, wenn schon kahle Stellen oder Hautveränderungen sichtbar sind. Weitere Warnzeichen sind häufiges Kratzen, Beißen oder Lecken sowie Begleitsymptome wie Erbrechen, Durchfall oder Fressunlust.
Was kann ich selbst gegen stressbedingtes Putzen tun?
Du kannst beruhigende Produkte wie Feliway nach Rücksprache mit deinem Tierarzt einsetzen, den Alltag mit festen Fütterungs- und Spielzeiten strukturieren und für körperliche sowie geistige Beschäftigung durch Spielen, Intelligenzspielzeug oder einen Kratzbaum sorgen. Tägliche Zuwendung gibt deiner Katze zusätzlich Sicherheit.
Quellen
- Cat Behavior Problems: Compulsive Disorders in Cats · VCA Animal Hospitals
- Cats that Lick Too Much · Cornell Feline Health Center
- Behavior Problems in Cats · MSD Veterinary Manual
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