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Blut im Urin beim Hund: Wann es gefährlich wird und was du tun solltest
HundUrin

Blut im Urin beim Hund: Wann es gefährlich wird und was du tun solltest

Petla Experte

Petla Experte

5. August 20255 Min. Lesezeit

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Blutähnlich verfärbter Urin beim Hund kann viele Ursachen haben – von harmlosen Reizungen bis hin zu medizinischen Notfällen. Wenn du bei deinem Hund rötlichen oder ungewöhnlich gefärbten Urin feststellst, solltest du schnell handeln. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du achten musst, welche Ursachen infrage kommen und wie der Tierarzt die richtige Diagnose stellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Blut im Urin kann auf Infektionen, Harnsteine oder Blutgerinnungsstörungen hindeuten
  • Auch Giftstoffe, Hitze, Verletzungen oder Muskelzerfall können blutähnlichen Urin verursachen
  • Der Tierarzt unterscheidet zwischen echten Blutanteilen (Hämaturie) und anderen farbverändernden Stoffen (z. B. Myoglobin, Hämoglobin)
  • Eine genaue Diagnose ist nur mit tierärztlichen Tests möglich
  • Bei begleitenden Symptomen wie Atemnot oder blassen Schleimhäuten sofort tierärztliche Hilfe aufsuchen

Wie sieht blutiger Urin beim Hund aus?

Blut im Urin kann diesen je nach Konzentration des Blutes rot, rosa, orange, braun oder bernsteinfarben erscheinen lassen. Die Farbe allein sagt nichts über die Schwere der Ursache aus. Blutiger Urin kann leicht mit anderen Blutungsquellen verwechselt werden – etwa aus Scheide oder After.

Verfärbungen können entstehen durch:

  • Rote Blutkörperchen im Urin (Hämaturie)
  • Abbauprodukte von roten Blutkörperchen (Hämoglobinurie)
  • Abbauprodukte aus Muskulatur (Myoglobinurie)

Nicht immer ist das Blut mit bloßem Auge erkennbar – manchmal zeigt erst eine Urinuntersuchung Auffälligkeiten.


Begleitende Symptome

Blutiger oder verfärbter Urin kann mit weiteren Symptomen einhergehen:

  • Pressen beim Urinieren
  • Häufiger Harndrang mit nur kleinen Mengen
  • Schmerzhaftes Urinieren, ggf. mit Lautäußerungen
  • Bauchschmerzen
  • Blutungen im Maul, Stuhl oder Speichel
  • Schnelle Atmung
  • Blasse Schleimhäute
  • Husten

Manche Hunde zeigen außer verfärbtem Urin keinerlei Beschwerden – oder der Tierarzt entdeckt Blut im Urin rein zufällig bei einer Untersuchung.


Mögliche Ursachen für blutigen Urin beim Hund

Wichtiger Hinweis: Nicht nur echtes Blut kann Urin rot erscheinen lassen. Auch Abbauprodukte von Blut- oder Muskelzellen können die Farbe beeinflussen.

Hämaturie (Blut im Urin)

Hämaturie entsteht durch tatsächliche Blutungen in den Harnwegen. Mögliche Auslöser:

  • Nieren- oder Blasensteine
  • Nierenerkrankungen oder Nierenversagen
  • Blasenentzündung oder Harnwegsinfekte
  • Nierenbeckenentzündung
  • Erkrankungen der Prostata
  • Tumore im Harntrakt
  • Verletzungen im Bauchbereich

Weitere Ursachen können Störungen der Blutgerinnung sein, etwa durch:

  • Thrombozytopenie (zu niedriger Blutplättchenwert)
  • Aufnahme von Rattengift

Hämoglobinurie

Hierbei wird Hämoglobin (ein Bestandteil roter Blutkörperchen) über den Urin ausgeschieden – typisch bei Zerstörung roter Blutzellen. Ursachen:

  • Überdosis von Schmerzmitteln
  • Parasitäre Erkrankungen wie Babesiose
  • Vergiftung durch Zwiebeln oder Knoblauch
  • Schlangenbiss
  • Hitzschlag
  • Herzwurmerkrankung
  • Immunvermittelte hämolytische Anämie

Die Ursache ist eine Zerstörung der roten Blutkörperchen – nicht eine direkte Blutung in die Blase.

Myoglobinurie

Myoglobin stammt aus beschädigtem Muskelgewebe. Bei Muskelzerfall gelangt es ins Blut und wird über den Urin ausgeschieden, was diesen verfärbt. Mögliche Auslöser:

  • Extreme körperliche Belastung
  • Hitzschlag
  • Muskelentzündungen oder -verletzungen
  • Maligne Hyperthermie

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Wie der Tierarzt die Ursache diagnostiziert

Die Urinfarbe allein reicht nicht aus, um eine Diagnose zu stellen. Daher sind gezielte Untersuchungen erforderlich:

  • Klinische Untersuchung und Anamnese
  • Urinanalyse und ggf. Urinkultur
  • Blutuntersuchung
  • Gerinnungsprofil
  • Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall
  • Genetische Tests (bei Verdacht auf erbliche Erkrankungen)
  • Biopsien oder Operation (bei Tumorverdacht)

Der Tierarzt kann so bestimmen, ob es sich um Hämaturie, Hämoglobinurie oder Myoglobinurie handelt – und welche Therapie notwendig ist.


Behandlung bei Blut im Urin

Die Therapie richtet sich nach der Ursache:

  • Vergiftungen: Entgiftungstherapie
  • Infektionen: Antibiotikagabe
  • Harnsteine: Spülung oder operative Entfernung
  • Schlangenbiss: Gegengift
  • Verletzungen: Chirurgische Versorgung
  • Blutarmut: ggf. Bluttransfusion
  • Chronische Erkrankungen: z. B. Herz- oder Nierenerkrankungen mit Langzeittherapie

Die Prognose hängt stark davon ab, wie schwerwiegend die Grunderkrankung ist und wie früh sie erkannt wird.


Ist Blut im Urin ein Notfall?

Nicht immer – aber es kann auf einen medizinischen Notfall hinweisen. Die Farbe allein ist kein ausreichendes Kriterium. Bei folgenden Symptomen solltest du umgehend eine Tierklinik aufsuchen:

  • Blasse Schleimhäute
  • Atemnot
  • Weitere Blutungen am Körper
  • Schwäche, Kollaps oder Krampfanfälle

Diese Symptome deuten auf eine schwere Erkrankung hin, die sofort behandelt werden muss.


Was tun, wenn du Blut im Urin deines Hundes entdeckst?

  • Beobachte genau, ob weitere Symptome auftreten
  • Denke an mögliche Giftstoffe, mit denen dein Hund in Kontakt gekommen sein könnte
  • Wende dich frühzeitig an deine Tierarztpraxis
  • Verzichte auf Selbstmedikation mit alten Tierarzneien oder menschlichen Medikamenten
  • Warte nicht – je früher behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen

Fazit: Ernst nehmen und tierärztlich abklären

Blut im Urin kann harmlos, aber auch lebensgefährlich sein. Warte nicht auf weitere Symptome. Nur durch eine tierärztliche Untersuchung kann die Ursache sicher bestimmt und gezielt behandelt werden.

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