Hund richtig füttern: die Grundlagen
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Hund richtig füttern: die Grundlagen

Niklas Kellerwessel
Niklas Kellerwessel
14. Oktober 20267 Min. Lesezeit
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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Ein vollständiges Futter, abgewogen statt geschätzt, in festen Mahlzeiten, mit frischem Wasser und langsam umgestellt: Das sind die Grundlagen. Was das Etikett verrät, wie oft du fütterst, was gegen Magendrehung und Futterneid hilft und was an zwei verbreiteten Ratschlägen dran ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf dem Etikett heißt „mit Huhn“ mindestens 4 Prozent Huhn, „reich an Huhn“ mindestens 14 Prozent
  • Messbecher lagen in Studien um 18 Prozent zu niedrig bis 80 Prozent zu hoch, eine Küchenwaage ist genauer
  • Ob eine oder zwei Mahlzeiten am Tag gesünder sind, ist nicht entschieden; bei großen Hunden lieber kleinere Portionen
  • Zwei Stunden Ruhe nach dem Fressen sind eine Faustregel; bei großen, tiefbrüstigen Hunden zählen kleinere Portionen, langsames Fressen, kein erhöhter Napf und kein Toben direkt nach der Mahlzeit
  • Den Napf beim Fressen wegzunehmen, ging in einer großen Umfrage mit mehr Futterneid einher

Ein Hund ist gut gefüttert, wenn sein Futter vollständig ist, die Menge ihn schlank hält und er es in festen Mahlzeiten bekommt, mit frischem Wasser daneben. Dazu kommen ein paar Handgriffe: abwiegen statt schätzen, langsam umstellen, sauber lagern. Bei zwei verbreiteten Ratschlägen lohnt ein zweiter Blick. Welches Futter überhaupt in Frage kommt, zeigt die Landkarte im Fütterungs-Center.

Was auf dem Etikett steht

Ob ein Fertigfutter allein reicht, verrät das Wort „Alleinfuttermittel“: Es reicht als tägliche Ration. Auch die Sortennamen haben feste Regeln. Nach dem Etikett-Kodex des europäischen Industrieverbands FEDIAF heißt:

  • „Huhngeschmack“ kein Mindestanteil an Huhn, der Geschmack kommt aus einem Aromastoff
  • „aromatisiert mit Huhn“ oder „mit Geschmack von Huhn“ mehr als 0, aber weniger als 4 Prozent Huhn
  • „mit Huhn“ mindestens 4 Prozent
  • „reich an Huhn“ mindestens 14 Prozent
  • „Huhn-Menü“ oder ein Produkt, das nach Huhn benannt ist, mindestens 26 Prozent

Getreide oder Kartoffeln in der Zutatenliste sind für einen Hund kein Fremdkörper. Die meisten Hunde tragen viele Kopien eines Gens für die Stärkeverdauung, der Median lag bei 11, während 49 von 51 untersuchten Wölfen nur zwei hatten (Arendt et al. 2016).

Die richtige Menge

Die Angabe auf der Packung ist ein Startpunkt, kein Maß für deinen Hund. Wie du seinen Bedarf findest, steht unter Wie viel Futter braucht mein Hund? Drei Dinge machen die Menge genauer:

  • Wiegen statt schöpfen. In zwölf Untersuchungen lagen mit Messbechern abgefüllte Portionen zwischen 18 Prozent zu wenig und 80 Prozent zu viel, bei kleinen Portionen am stärksten (German et al. 2011). Eine Küchenwaage nimmt dir das ab.
  • Den Körper prüfen, nicht nur die Waage. Den Körperzustand regelmäßig anzuschauen, hilft laut MSD Veterinary Manual, Gewichtszunahme früh zu bemerken.
  • Leckerli mitzählen. Sie gehören zur Tagesmenge, siehe Leckerli und Kalorien.

Futter zur freien Verfügung funktioniert bei den wenigsten. Die meisten erwachsenen Hunde werden dabei laut MSD zu dick.

Wie oft und wann

Für die meisten erwachsenen Hunde nennt das MSD Veterinary Manual zwei abgemessene Mahlzeiten zu festen Zeiten als besten Schutz vor Übergewicht. Ob eine Mahlzeit am Tag besser oder schlechter ist, ist nicht entschieden. Im großen US-Projekt Dog Aging Project hatten einmal täglich gefütterte Hunde bei mehreren Krankheitsgruppen seltener Befunde, das ist aber ein Zusammenhang aus einer Querschnittsstudie (Bray et al. 2022). Eine dänische Studie an 268 Hunden fand das Gegenteil: Mit nur einer Mahlzeit waren Hunde eher übergewichtig (Bjørnvad et al. 2019). Welpen bekommen mehr Mahlzeiten, bis zum sechsten Monat drei am Tag (MSD).

Bei großen, tiefbrüstigen Hunden zählt die Portionsgröße. Hunde, die pro Mahlzeit viel fraßen, hatten ein höheres Risiko für eine Magendrehung, egal wie oft sie gefüttert wurden. Am höchsten war es bei einer großen Mahlzeit einmal am Tag (Raghavan et al. 2004). Schnelles Fressen und ein erhöhter Napf gingen in einer Studie an 1.637 großen Hunden ebenfalls mit mehr Magendrehungen einher (Glickman et al. 2000). Die Anzeichen kennst du am besten vorher: Magendrehung beim Hund erkennen.

In vielen Ratgebern heißt es, ein Hund solle nach dem Fressen etwa zwei Stunden ruhen. Das MSD Veterinary Manual zählt für gefährdete Rassen weniger Bewegung vor und nach dem Fressen zu den Empfehlungen. Eine Online-Befragung zu 2.551 Hunden fand dagegen, dass Spielen mit anderen Hunden und Rennen am Zaun nach dem Fressen mit weniger Magendrehungen einhergingen (Pipan et al. 2012). Das ist nur ein Zusammenhang, und die Autoren halten selbst für möglich, dass Halter gefährdeter Hunde deren Bewegung eher einschränken und so den Befund verzerren. Für große, tiefbrüstige Hunde bleibt Ruhe nach dem Fressen deshalb die vorsichtige Wahl, und hetzen solltest du keinen Hund direkt nach dem Fressen.

Futter umstellen

Stell schrittweise um, über einige Tage. In einer kleinen Studie an 13 Beagle-Welpen hatten abrupt umgestellte Welpen während der Umstellung weicheren Kot als schrittweise umgestellte (Liao et al. 2023). In einer von einem Futterhersteller mitfinanzierten Studie an erwachsenen Beagles veränderte sich die Darmflora nach einem abrupten Wechsel stark und hatte sich nach etwa sechs Tagen neu eingependelt (Lin et al. 2022). Die oft genannten 7 bis 10 Tage sind eine Faustregel.

Wasser und Lagerung

Frisches Wasser sollte immer bereitstehen, bei Trockenfutter erst recht. Laut FEDIAF-Kodex kann die Fütterungsanleitung auf dem Etikett sogar darauf hinweisen. Nassfutter bringt viel Wasser mit, es besteht zu 68 bis 78 Prozent daraus (MSD).

Offenes Nassfutter kommt abgedeckt in den Kühlschrank oder weg. Trockenfutter lagerst du im Originalsack und faltest ihn oben fest zu, rät die US-Behörde FDA.

Futterneid: den Napf nicht wegnehmen

Manche Halter nehmen dem Hund den Napf beim Fressen weg, um Futterneid vorzubeugen. In einer Umfrage zu 3.589 Hunden ging genau das mit stärkerem oder häufigerem Verteidigen des Futters einher. Etwas Leckeres beim Fressen dazuzulegen, ging dagegen mit milderem Verhalten einher (Jacobs et al. 2018).

Häufige Fragen

Wie oft am Tag sollte ich meinen Hund füttern?

Für die meisten erwachsenen Hunde sind zwei abgemessene Mahlzeiten zu festen Zeiten eine gute Grundeinstellung, so das MSD Veterinary Manual. Ob eine Mahlzeit besser ist, ist nicht entschieden. Große, tiefbrüstige Hunde bekommen ihre Tagesmenge besser in kleineren Portionen, Welpen bis zum sechsten Monat dreimal am Tag.

Muss mein Hund nach dem Fressen ruhen?

Die verbreiteten zwei Stunden sind eine Faustregel. Für gefährdete Rassen zählt das MSD Veterinary Manual weniger Bewegung vor und nach dem Fressen zu den Empfehlungen. In einer Befragung zu 2.551 Hunden gingen Spielen mit anderen Hunden und Rennen am Zaun nach dem Fressen dagegen mit weniger Magendrehungen einher, das ist aber nur ein Zusammenhang. Bei großen, tiefbrüstigen Hunden zählen vor allem mehrere kleine Portionen, langsames Fressen und kein erhöhter Napf, und hetzen solltest du sie direkt nach dem Fressen nicht.

Wie stelle ich das Futter richtig um?

Schrittweise über einige Tage, indem du nach und nach mehr vom neuen Futter untermischst. In einer kleinen Studie hatten abrupt umgestellte Welpen weicheren Kot. Die 7 bis 10 Tage, die oft genannt werden, sind eine Faustregel.

Was heißt „mit Huhn“ auf dem Hundefutter?

Mindestens 4 Prozent Huhn. „Reich an Huhn“ heißt mindestens 14 Prozent, ein „Huhn-Menü“ mindestens 26 Prozent, „aromatisiert mit Huhn“ weniger als 4 Prozent. Bei „Huhngeschmack“ ist kein Huhn vorgeschrieben, der Geschmack kommt aus einem Aromastoff. So legt es der Etikett-Kodex des Industrieverbands FEDIAF fest.

Soll ich meinem Hund den Napf beim Fressen wegnehmen?

Nein. In einer großen Umfrage ging das mit mehr Futterneid einher, etwas Leckeres dazuzulegen mit weniger.

Fazit

  • Ein Alleinfuttermittel oder eine berechnete Ration ist die Grundlage.
  • Wiegen statt schöpfen, den Körperzustand im Blick behalten, Leckerli mitzählen.
  • Zwei feste Mahlzeiten passen für die meisten Hunde; große Hunde lieber kleinere Portionen.
  • Schrittweise umstellen, frisches Wasser bereitstellen, Futter sauber lagern.
  • Zwei Stunden Ruhe nach dem Fressen sind eine Faustregel, und den Napf wegzunehmen ging mit mehr Futterneid einher.

Quellen

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