
Mit dem Hund nach Italien: Einreise & Mittelmeer-Risiko

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Italien ist EU-Land. Es gelten die normalen EU-Reiseregeln: Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis.
- Die Reihenfolge zählt: erst der Chip, dann die Tollwutimpfung. Wird der Chip erst nach der Impfung gesetzt, zählt die Impfung nicht, und nach der Erstimpfung sind es mindestens 21 Tage Wartezeit, bevor es losgeht.
- Italien liegt im Mittelmeerraum: Sandmücken übertragen die Leishmaniose und kommen laut ESCCAPs Reiseauskunft Travelling Pets Advice in ganz Italien bis 600 Meter Höhe vor, in der Stadt genauso wie auf dem Land.
- Die Sandmücken-Saison liegt laut ESCCAP-Leitlinie GL5 (5. Auflage, Dezember 2024) zwischen April und November; dieselbe Leitlinie nennt Italien aber ausdrücklich als Land mit Gebieten, in denen es nötig sein kann, Hunde ganzjährig zu schützen.
- Der Repellent-Schutz braucht Vorlauf: Die Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 (Februar 2022) nennt für Hunde, die in ein Endemiegebiet reisen, mindestens eine Woche vor der Ankunft beim Halsband und mindestens 24 Stunden beim Spot-on und danach durchgehend über den ganzen Aufenthalt.
- Dieselbe Empfehlung rät, in Deutschland gehaltene Hunde möglichst gar nicht in Leishmaniose-Endemiegebiete mitzunehmen. Italien ist eines. Wer trotzdem fährt, braucht den vollen Schutz.
- Auch Katzen bekommen Herzwurm. Vorbeugen lässt sich das. Gegen Sandmücken gibt es für Katzen laut ESCCAP GL5 dagegen kein zugelassenes Mittel, und ein Hunde-Repellent darf nie an die Katze: Permethrin ist für Katzen giftig.
- Nenne jeden Italien-Aufenthalt bei späteren Tierarztbesuchen: Die Leishmaniose hat laut MSD Veterinary Manual eine Inkubationszeit von Monaten bis Jahren.
Endlich Italien: Sonne, Meer, ein Espresso in der Bar und der Hund liegt im Schatten unter dem Tisch. Für viele gehört das Tier ganz selbstverständlich zum Urlaub dazu, und innerhalb der EU ist das zum Glück unkompliziert geregelt. Zwei Dinge solltest du trotzdem früh klären, am besten schon Wochen vor der Abfahrt: die Papiere, die dein Hund oder deine Katze für die Einreise braucht, und das Gesundheitsrisiko, das der Süden mit sich bringt und das viele unterschätzen.
Die Papiere: Was Italien verlangt
Die gute Nachricht zuerst: Italien ist EU-Mitgliedsstaat. Es gelten also die ganz normalen Regeln für Reisen mit Heimtieren innerhalb der EU (keine Extra-Genehmigung, keine Quarantäne und auch keine Blutuntersuchung auf Tollwut-Antikörper): Diesen Titertest verlangt die EU laut der Verbraucherinfo Your Europe nur bei der Einreise aus einem Nicht-EU-Land. Diese drei Bausteine musst du aber mitbringen:
- Mikrochip. Dein Tier muss mit einem Transponder eindeutig gekennzeichnet sein.
- Gültige Tollwutimpfung. Ohne sie geht innerhalb der EU nichts.
- EU-Heimtierausweis. Für Reisen von einem EU-Land in ein anderes ist der blaue EU-Heimtierausweis das entscheidende Dokument. Your Europe nennt ihn für Reisen zwischen EU-Ländern verpflichtend. Dort sind Chipnummer und Impfung dokumentiert.
Entscheidend ist die Reihenfolge, und genau hier scheitern die meisten Last-Minute-Pläne. Your Europe formuliert es unmissverständlich: Damit die Tollwutimpfung gültig ist, muss dein Tier vor der Impfung gechippt worden sein. Wird der Chip erst danach gesetzt, zählt die Impfung nicht: Dein Tier muss aus Sicht der Regeln neu geimpft werden, und der Heimtierausweis nützt dir für die Reise nichts. Nach der ersten Tollwutimpfung musst du außerdem mindestens 21 Tage warten, bevor du reisen darfst. Bei einem Welpen kommt dazu: Er muss vor seiner ersten Tollwutimpfung mindestens 12 Wochen alt sein. Rechne das einmal zusammen (Chip, Impfung, 21 Tage Wartezeit) und du siehst, warum du das nicht in der Woche vor dem Urlaub erledigen kannst.
⚠️ Ein Punkt ist tatsächlich italienspezifisch, und er trifft junge Tiere. Eine Handvoll EU-Länder lässt sehr junge, noch nicht oder noch nicht voll immunisierte Tiere unter Auflagen einreisen; Your Europe führt dafür Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Estland, Finnland, Litauen, Luxemburg, Rumänien, die Slowakei, Slowenien und die Schweiz. Italien steht ausdrücklich auf der Gegenliste: Dorthin darf ein junges Tier, das nicht gegen Tollwut geimpft oder noch nicht voll immun ist, nicht einreisen. Für Italien gilt die Rechnung oben also ohne Ausnahme.
Ein Blick auf das Ablaufdatum im Ausweis lohnt sich außerdem: Läuft die Tollwutimpfung ab, bevor sie aufgefrischt wird, gilt die nächste laut Your Europe wieder als Erstimpfung, samt neuer 21-Tage-Frist.
Wie der EU-Heimtierausweis genau funktioniert und was bei ihm zu beachten ist, liest du im EU-Heimtierausweis für Hund und Katze. Und die Regeln für andere EU-Länder findest du gesammelt in unserer Übersicht zu den Einreisebestimmungen für Hunde in EU-Ländern.
Mittelmeer-Risiko: Leishmaniose und Herzwurm
Die Papiere sind das Eine. Das eigentlich Unterschätzte ist das Andere. Italien liegt im Mittelmeerraum, und damit in einer Region, in der Krankheiten heimisch sind, die es bei uns so nicht gibt. Sie werden nicht von Zecken übertragen, die du morgens absuchen könntest, sondern von winzigen fliegenden Insekten. Zwei davon solltest du unbedingt kennen:
- Leishmaniose wird von Sandmücken übertragen. Das MSD Veterinary Manual beschreibt, dass Hunde sich meist durch den Stich infizierter Sandmücken anstecken, und führt den Hund als das wichtigste Reservoir des Erregers Leishmania infantum; als Schwerpunkte dieser Zoonose nennt es unter anderem das Mittelmeerbecken. Für Italien wird ESCCAPs Reiseauskunft Travelling Pets Advice konkret: Sandmücken sind dort in ganz Italien bis 600 Meter über dem Meer verbreitet, und zwar in der Stadt genauso wie auf dem Land. Unterwegs sind sie laut der ESCCAP-Leitlinie GL5 (Control of Vector-Borne Diseases in Dogs and Cats, 5. Auflage, Dezember 2024) nachtaktiv: Die meisten Arten suchen ihren Wirt nach Sonnenuntergang, tagsüber ruhen sie in dunklen, feuchten Verstecken.
- Herzwurm (Dirofilariose) wird von Stechmücken übertragen. Laut MSD stecken sich die Tiere über den Stich von Mücken an, die infektiöse Larven tragen, und der Herzwurm befällt vor allem Hunde, seltener auch Katzen. Der Mittelmeer-Check gilt also nicht nur für den Hund im Auto, sondern genauso für die Katze, die mitreist.
Beide Überträger brauchen Wärme, und GL5 beziffert die Saison für beide getrennt: Die Sandmücken-Saison in Endemiegebieten beginnt in der Regel im April und dauert bis November; der Herzwurm-Schutz soll in Südeuropa von Mai bis Ende November laufen, also genau dann, wenn die meisten von uns dorthin in den Urlaub fahren.
⚠️ Verlass dich in Italien aber nicht auf diese Zahlen. GL5 nennt Italien namentlich unter den Ländern, in denen es Gebiete gibt, in denen es nötig sein kann, Hunde das ganze Jahr über zu schützen, und empfiehlt für wärmere Regionen ausdrücklich den ganzjährigen Einsatz von Repellents beim Hund. Für Rom sagt ESCCAPs Reiseauskunft dasselbe über die Tigermücke (mehr dazu unten). Ein Sommer in Italien ist für dein Tier deshalb eine andere Situation als ein Spaziergang im heimischen Wald, und ein Herbst- oder Wintertrip ist kein Freifahrtschein.
⚠️ Und eine Empfehlung, die wir dir nicht verschweigen wollen: Die Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 schreibt, in Deutschland gehaltene Hunde sollten möglichst nicht in Regionen mitgenommen werden, in denen die Leishmaniose endemisch vorkommt, und Italien ist so eine Region. Lässt sich das nicht vermeiden, sagt dieselbe Empfehlung, greifen die Schutzmaßnahmen aus dem nächsten Abschnitt. Das ist keine Verbotstafel, sondern die ehrliche Rangfolge: Erst die Frage, ob der Hund wirklich mitmuss, dann der bestmögliche Schutz für den Fall, dass er mitkommt.
Wie diese Mittelmeerkrankheiten im Detail verlaufen, welche Symptome auf sie hindeuten und warum ein Test direkt nach dem Urlaub oft noch nichts anzeigt, erklären wir ausführlich im Deep-Dive Leishmaniose und Mittelmeerkrankheiten auf Reisen. Hier bleibt die wichtigste Botschaft: Das Risiko ist real, aber es lässt sich gut vorbereiten.
Vor Ort: So schützt du dein Tier
Der wirksamste Schutz beginnt nicht am Strand, sondern in der Tierarztpraxis, vor der Abreise. Welcher Vektorschutz zu deinem Tier, deinem Reiseziel und der Jahreszeit passt, ist eine tierärztliche Entscheidung. Und der Stichschutz ist am Tag der Abfahrt noch nicht da. Die Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 (Februar 2022) nennt für genau deinen Fall (Hunde, die während der Sandmückensaison aus nicht endemischen Gebieten in endemische Regionen reisen) eine konkrete Vorlaufzeit: Behandelt werden soll rechtzeitig vor der Ankunft, bei Halsbändern mindestens eine Woche, bei Spot-on-Präparaten mindestens 24 Stunden zuvor, und danach durchgehend über den gesamten Aufenthalt. Das MSD Veterinary Manual kommt von der anderen Seite auf dieselben Größenordnungen: Seine Tabelle der Mittel mit Wirkung gegen Sandmücken führt den Wirkungsbeginn mit auf: für Spot-on-Präparate 24 bis 48 Stunden, für das Halsband mit dem Wirkstoff Deltamethrin sieben Tage; ein Spray wirkt sofort, hält dafür nur zwei bis drei Tage. Für das zweite Halsband in derselben Tabelle gibt MSD den Wirkungsbeginn ausdrücklich als unbekannt an, ein Grund mehr, den Vorlauf nicht selbst auszurechnen, sondern beim Vorreise-Termin zu klären. Ein Termin einige Wochen vor der Reise ist deshalb Gold wert. Konkrete Produkte oder Dosierungen nennen wir hier bewusst nicht. Das gehört ins persönliche Gespräch, weil es von Tierart, Gewicht, Vorerkrankungen und Reisedauer abhängt.
Das MSD Veterinary Manual hält fest, dass abweisende (repellierende) Mittel die Zahl der Sandmücken-Stiche und die Übertragung von Leishmania infantum wirksam senken, und empfiehlt sie ausdrücklich auch für Hunde, die in Endemiegebiete reisen. Für den Herzwurm ist laut MSD die konsequente Gabe entsprechender Präparate entscheidend; Hunde, die in ein bekanntes Endemiegebiet reisen und noch keine Prophylaxe bekommen, sollen vorher getestet werden und, bei negativem Ergebnis, vor der Reise damit anfangen. Beides zusammen besprichst du in einem Rutsch beim Vorreise-Termin.
⚠️ Und falls der Termin vorher nicht mehr geklappt hat: Geh nach der Rückkehr hin. Die Herzwurm-Prophylaxe wirkt auf Larven, die sich in den letzten 30 Tagen entwickelt haben. Bei Aufenthalten bis zu einem Monat genügt laut GL5 eine einzige Gabe kurz nach der Heimkehr. Nachträglich lässt sich so ein Teil des Risikos abfangen, aber nicht die Leishmaniose: Stichschutz wirkt nur, solange dein Tier vor Ort ist.
Reisen Hund und Katze zusammen? Dann kommt ein Sicherheitshinweis dazu, der wirklich wichtig ist: Der Wirkstoff, der Hunde vor Sandmücken- und Mückenstichen schützt, ist in den meisten Mitteln, die MSD dafür führt, Permethrin, und Permethrin ist für Katzen giftig. Die Katzenleber kann den Stoff nicht in eine harmlose Form abbauen, und laut International Cat Care macht schon eine sehr kleine Menge eine Katze schwer krank. Ein Hundepräparat gehört deshalb niemals an die Katze, auch nicht „nur ein bisschen“.
⚠️ Die Rangfolge zählt, und sie ist eindeutig. International Cat Care nennt als ersten Schritt: Wenn Hund und Katze zusammenleben, wähl für den Hund ein Präparat, das gar kein Permethrin enthält. Erst wenn es doch ein Permethrin-Präparat wird, greift der Notbehelf: dann Hund und Katze 72 Stunden trennen. Maßstab sind diese 72 Stunden, nicht die Frage, ob sich die Auftragsstelle schon trocken anfühlt: Reibt sich die Katze an einem behandelten Hund oder sitzt sie auch nur auf demselben Möbelstück, kann Permethrin laut International Cat Care auf ihr Fell übergehen und eine Vergiftung auslösen.
⚠️ Und für die Katze selbst gibt es keinen gleichwertigen Sandmücken-Schutz. GL5 ist an dieser Stelle unbequem deutlich: Für Katzen gibt es derzeit kein Mittel, das Sandmückenstiche und damit die Leishmaniose-Übertragung verhindert. Permethrin scheidet wegen der Giftigkeit aus, und ein bestimmtes Halsband wehrt Sandmücken zwar ab, ist dafür aber nicht zugelassen. GL5 nennt es eine Off-Label-Möglichkeit, und über so etwas entscheidet ausschließlich die Tierarztpraxis. Beim Herzwurm sieht es umgekehrt aus: Dort läuft die Vorbeugung bei Katzen laut GL5 nach demselben monatlichen Schema wie beim Hund, und MSD empfiehlt sie allen Katzen, weil es für die Behandlung einer Herzwurm-Infektion bei der Katze keine gut untersuchten, wirksamen Protokolle gibt. GL5 sagt es noch schärfer: Gegen die erwachsenen Würmer existiert bei der Katze kein zugelassenes, sicheres und wirksames Mittel. Was das für deine Katze konkret heißt, klärst du in der Tierarztpraxis.
Dazu kommt, was du selbst tun kannst:
- Dämmerung und Nacht meiden, aber verlass dich nicht darauf. Sandmücken suchen ihren Wirt nach Sonnenuntergang; GL5 empfiehlt deshalb, Hunde über die ganze Risikosaison in der Dämmerung morgens und abends im Haus zu halten. ⚠️ Für den Herzwurm hilft das in Italien allerdings kaum: Die Tigermücke (Aedes albopictus), die ihn überträgt, ist nach ESCCAPs Reiseauskunft Travelling Pets Advice auf der Länderseite für Mittelitalien in Rom ganzjährig und sowohl tagsüber als auch nachts aktiv. Der Mückenschutz muss dort rund um die Uhr sitzen, nicht nur zur blauen Stunde.
- Insektennetze nutzen. GL5 nennt für Fenster und Türen konkret eine Maschenweite unter 0,4 mm²; zusätzlich führt die Leitlinie mit Pyrethroiden behandelte Moskitonetze über dem Schlafplatz und Insektensprays für Innenräume auf.
- Standort mitdenken. Sandmücken ruhen tagsüber laut GL5 in Ritzen und Löchern von Steinmauern, in Holzstapeln, Ställen und dunklen Kellern; ihre Brutplätze sind Böden mit viel organischem Material, weshalb GL5 empfiehlt, Abfall und organische Ablagerungen rund ums Haus wegzuräumen. Stechmücken brauchen dagegen stehendes Wasser. Eine luftige Lage ohne beides ist die bessere Wahl.
Und nach dem Urlaub: Erwähne den Italien-Aufenthalt bei jedem Tierarztbesuch, auch noch Jahre später. Das MSD Veterinary Manual gibt die Inkubationszeit der Leishmaniose mit Monaten bis Jahren an, und auch nach einer Behandlung können die Beschwerden noch Monate bis Jahre später wieder aufflammen. Ohne die Reiseanamnese denkt niemand daran.
Du bist unsicher, welcher Schutz für deinen Sommer in Italien der richtige ist? Über Petla findest du schnell eine Tierarztpraxis in deiner Nähe, die dich vor der Reise berät: lieber ein Termin zu viel als ein mitgebrachtes Souvenir, das keiner wollte.
Häufige Fragen
Brauche ich für Italien mehr als den EU-Heimtierausweis?
Nein. Italien ist EU-Land, deshalb reichen Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und der EU-Heimtierausweis. Einen Titertest verlangt die EU nur bei der Einreise aus einem Nicht-EU-Land. Entscheidend ist aber die Reihenfolge: erst chippen, dann impfen, dann mindestens 21 Tage warten. Wird der Chip erst nach der Impfung gesetzt, zählt die Impfung laut Your Europe nicht, und dann nützt dir auch der Ausweis nichts.
Ab wann darf ein Welpe mit nach Italien?
Der Welpe muss vor seiner ersten Tollwutimpfung mindestens 12 Wochen alt sein, und nach dieser Impfung gilt eine Wartezeit von mindestens 21 Tagen. Frühestens mit rund 15 Wochen darf er also mitreisen. Und rechne nicht mit einer Ausnahme: Einige EU-Länder lassen sehr junge, noch nicht voll immunisierte Tiere unter Auflagen einreisen, Italien gehört laut Your Europe ausdrücklich nicht dazu.
Ist die Katze auch gefährdet?
Ja, und in einem Punkt sogar schlechter gestellt als der Hund. Herzwurm befällt vor allem Hunde, kann aber auch Katzen treffen; MSD empfiehlt die Vorbeugung allen Katzen, weil es für die Behandlung bei der Katze keine gut untersuchten, wirksamen Protokolle gibt. Laut ESCCAP GL5 existiert gegen die erwachsenen Würmer bei der Katze kein zugelassenes, sicheres und wirksames Mittel. Gegen Sandmücken gibt es für Katzen laut ESCCAP GL5 derzeit gar kein Mittel, das die Leishmaniose-Übertragung verhindert. Abwehrende Halsbänder sind für diesen Zweck nicht zugelassen. Wenn deine Katze mitreist, gehört sie also genauso in die Reiseberatung wie der Hund. Und ein Hundepräparat gehört nie an die Katze: Permethrin, das in solchen Hundemitteln steckt, ist für Katzen giftig.
Wann muss ich mit dem Vektorschutz anfangen?
Beim Stichschutz so früh wie möglich, denn er wirkt nicht sofort. Die Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 nennt für Hunde, die in ein Endemiegebiet reisen: mindestens eine Woche vor der Ankunft beim Halsband, mindestens 24 Stunden beim Spot-on und dann durchgehend über den gesamten Aufenthalt. Für die Katze gilt diese Rechnung nicht: Das Sandmücken-Kapitel dieser Empfehlung spricht ausschließlich von Hunden, und ein zugelassenes Mittel gegen Sandmückenstiche gibt es für Katzen laut GL5 ohnehin nicht. Am besten klärst du das bei einem Tierarzttermin einige Wochen vor der Abreise. Ist die Reise schon gelaufen, ist der Weg zur Praxis trotzdem nicht umsonst: Für die Herzwurm-Prophylaxe genügt bei Aufenthalten bis zu einem Monat laut GL5 eine einzige Gabe kurz nach der Heimkehr.
Quellen
- Travelling in the EU with pets and other animals · Europäische Union (Your Europe)
- Leishmaniosis in Dogs · MSD Veterinary Manual
- Heartworm Disease in Dogs, Cats, and Ferrets · MSD Veterinary Manual
- Travelling Pets Advice (Länderauskunft Italien: Nord-, Mittel- und Süditalien) · ESCCAP
- GL5: Control of Vector-Borne Diseases in Dogs and Cats (Fifth Edition, December 2024) · ESCCAP
- Bekämpfung von Ektoparasiten bei Hunden und Katzen — Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 (Februar 2022) · ESCCAP
- Permethrin Poisoning · International Cat Care
Finde den richtigen Tierarzt
Suche nach qualifizierten Tierärzten in deiner Nähe und buche direkt online einen Termin.
Tierarzt findenAlles für dein Tier - in einer App
Termine, Impfpass, Erinnerungen und alle deine Tiere in einem Profil - verbunden mit deiner Tierarztpraxis. Kostenlos für iOS und Android.
So funktioniert die AppÄhnliche Artikel

EU-Heimtierausweis: Chip, Tollwut & Co. für Hund und Katze
Chip, Tollwutimpfung, 21 Tage warten, dann losfahren, aber nur in genau dieser Reihenfolge. Hier bekommst du die ruhige Schritt-für-Schritt-Checkliste für den EU-Heimtierausweis, damit du mit Hund oder Katze entspannt durch die EU reist.


Reisen mit Hund in den Süden: Leishmaniose und Mittelmeerkrankheiten. Worauf du achten musst
Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose und Herzwurm sind keine typischen deutschen Gartenprobleme. Sie lauern rund ums Mittelmeer und reisen mit dem Hund zurück. Dieser Ratgeber erklärt, welche Überträger dahinterstecken, welche Symptome du kennen solltest, warum der Schutz schon vor der Abfahrt beginnt und was nach der Rückkehr wichtig ist.


Einreisebestimmungen: Was Hund und Katze pro Land brauchen
Der EU-Heimtierausweis mit Chip und Tollwutimpfung ist nur die Grundlage. Manche Länder verlangen zusätzlich eine Bandwurm-Behandlung, bei Reisen aus Nicht-EU-Ländern kommt ein Tollwut-Titertest mit langem Vorlauf dazu. Dieser Ratgeber erklärt die länderspezifischen Extras und warum du am Ende immer die Regeln deines Ziellandes prüfen solltest.

