Hund zu dick: So nimmt dein Hund gesund ab (ohne Crash-Diät)
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Hund zu dick: So nimmt dein Hund gesund ab (ohne Crash-Diät)

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Dein Hund ist zu dick? Gesundes Abnehmen läuft langsam und planvoll: mit dem richtigen Zielgewicht, abgemessenen Portionen, mehr Bewegung und einem Abnehmplan, den du gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis aufstellst. So geht dein Hund die Kilos sicher an, ohne Crash-Diät.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesundes Abnehmen ist langsam: Hunde verlieren sicher etwa 1 bis 2 Prozent ihres Körpergewichts pro Woche; schneller kann auf eine zu strenge Diät oder ein gesundheitliches Problem hindeuten
  • Crash-Diäten und Hungerkuren schaden mehr, als sie helfen; der Abnehmplan wird am besten gemeinsam mit der Tierarztpraxis aufgestellt
  • Der Abnehmplan richtet sich auf das Zielgewicht (Idealgewicht) aus, nicht auf das heutige Gewicht, und Leckerli zählen mit: höchstens rund 10 Prozent der Tageskalorien
  • Mehr Bewegung mit ruhigen, gelenkschonenden Spaziergängen unterstützt das Abnehmen und erhält dabei die Muskulatur
  • Wieg deinen Hund mindestens alle zwei Wochen; bleibt das Gewicht stehen oder purzelt es zu schnell, gehört der Plan tierärztlich angepasst

Wenn die Tierärztin sagt, dass dein Hund ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hat, ist die Sorge oft groß und die Versuchung, die Ration einfach radikal zu kürzen, ebenso. Genau das ist aber der falsche Weg. Gesundes Abnehmen läuft langsam, planvoll und am besten gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis. So gehst du Schritt für Schritt vor.

Wie schnell darf mein Hund abnehmen?

Die wichtigste Regel zuerst: Abnehmen darf ruhig dauern. Als sicher gilt ein Gewichtsverlust von rund 1 bis 2 Prozent des Körpergewichts pro Woche. Bei einem 20-Kilo-Hund sind das also etwa 200 bis 400 Gramm in der Woche. Mehr muss es gar nicht sein.

Geht es schneller, ist das kein gutes Zeichen. Zu rascher Gewichtsverlust kann bedeuten, dass die Kalorien viel zu stark gekürzt wurden oder dass eine Erkrankung dahintersteckt. Eine Crash-Diät oder gar eine Hungerkur bringt deinen Hund also nicht schneller ans Ziel, sondern kann ihm schaden. Warum ein paar Kilo zu viel überhaupt ein echtes Gesundheitsproblem sind, liest du im Ratgeber Folgen von Übergewicht bei Hund und Katze.

So stellst du einen gesunden Abnehmplan auf

Der erste Schritt ist das Zielgewicht. Erst steht fest, wohin dein Hund soll, dann wird der Abnehmplan darauf ausgerichtet, nicht auf das Gewicht, das er heute hat. Wie gut seine Figur wirklich ist, schätzt du mit dem Body-Condition-Score (BCS) ein, einer Skala von 1 bis 9, auf der 4 oder 5 ideal sind. Ob dein Hund darüber liegt, prüfst du im Ratgeber Ist mein Hund zu dick?. Wie viele Kalorien das am Tag bedeutet, hängt außerdem von Alter, Kastration, Lebensstil und BCS ab. Den konkreten Energiebedarf und die passende Tagesration legst du deshalb am besten gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis fest.

Weniger Kalorien, nicht weniger Nährstoffe. Einfach viel weniger vom gewohnten Futter zu geben, klingt naheliegend, kann aber dazu führen, dass wichtige Nährstoffe zu kurz kommen. Sinnvoller ist eine kalorienreduzierte Ernährung oder ein spezielles Diätfutter, das trotz weniger Kalorien satt macht und den Nährstoffbedarf deckt. Welches Konzept zu deinem Hund passt und ob eine Futterumstellung nötig ist, besprichst du mit deiner Tierärztin.

Leckerli zählen mit. Auch Snacks und Kausachen sind Kalorien. Als Faustregel sollten höchstens rund 10 Prozent der täglichen Kalorien aus Leckerli, Snacks oder Essensresten kommen. Der große Rest gehört in die eigentliche Mahlzeit. Gut zum Belohnen eignet sich ein Stück des normalen Futters, das du von der Tagesration abzweigst, oder etwas kalorienarmes Gemüse.

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Portionen abmessen und mehr Bewegung

Zwei einfache Gewohnheiten machen im Alltag den größten Unterschied.

Portionen abmessen. Nach Gefühl füttern führt fast immer zu zu viel. Wieg die Tagesration ab oder nutze einen Messbecher und teile sie auf feste Mahlzeiten auf. So weißt du genau, was im Napf landet, statt zwischendurch frei nachzufüllen. Wie viel für deinen Hund grundsätzlich richtig ist, erklärt der Ratgeber Wie viel Futter braucht mein Hund?.

Mehr Bewegung, gelenkschonend. Bewegung hilft beim Abnehmen und erhält dabei die Muskulatur. Gut geeignet sind ruhige, gelenkschonende Einheiten wie zusätzliche Spaziergänge oder Schwimmen. Bei einem übergewichtigen Hund steigerst du das Pensum langsam und in kurzen Etappen, damit Gelenke und Kreislauf nicht überfordert werden.

Dranbleiben: wiegen, kontrollieren, anpassen

Abnehmen ist ein Marathon, kein Sprint, und regelmäßige Kontrolle hält dich auf Kurs. Wieg deinen Hund mindestens alle zwei Wochen und notiere die Werte, damit du die Richtung siehst. Kleine Hunde kannst du zu Hause auf den Arm nehmen und die Differenz auf der Personenwaage ablesen; für größere Hunde nutzt du die Waage in der Tierarztpraxis.

Genauso wichtig ist es, den Plan anzupassen, wenn sich etwas verändert. Bleibt das Gewicht über Wochen stehen (ein sogenanntes Plateau) oder purzeln die Kilos zu schnell, gehört das in fachkundige Hände: Dann kann es sein, dass nur die Ration nachjustiert werden muss oder dass mehr dahintersteckt. Genau hier macht eine echte tierärztliche Begleitung den Unterschied.

Wann du zur Tierärztin solltest: wenn dein Hund ungewollt und ohne Diät Gewicht verliert, wenn das Gewicht trotz konsequenter Fütterung nicht sinkt, wenn er auffällig schlapp wirkt oder ständig hungrig scheint und immer, bevor du mit einer Diät startest. So stehen ein kurzer Gesundheitscheck und ein sicheres Zielgewicht am Anfang, statt am Ende einer gescheiterten Radikalkur.

Häufige Fragen

Wie schnell sollte ein Hund abnehmen?

Gesund ist ein langsamer Verlust von etwa 1 bis 2 Prozent des Körpergewichts pro Woche. Geht es schneller, wurden die Kalorien womöglich zu stark gekürzt, oder es steckt eine Erkrankung dahinter. Lieber etwas länger abnehmen als zu schnell und den Plan mit der Tierarztpraxis abstimmen.

Darf ich meinem dicken Hund einfach viel weniger Futter geben?

Radikales Kürzen oder eine Hungerkur ist keine gute Idee: Dein Hund bekommt dann womöglich zu wenig wichtige Nährstoffe, und ein zu schneller Gewichtsverlust kann schaden. Besser ist eine kalorienreduzierte Ernährung, deren Menge gemeinsam mit deiner Tierärztin auf das Zielgewicht abgestimmt wird.

Wie viele Leckerli sind beim Abnehmen erlaubt?

Als Faustregel sollten höchstens rund 10 Prozent der täglichen Kalorien aus Leckerli und Snacks kommen. Rechne sie in die Tagesration ein, statt sie obendrauf zu geben. Zum Belohnen eignet sich gut ein Stück des normalen Futters oder etwas kalorienarmes Gemüse.

Wie oft sollte ich meinen Hund beim Abnehmen wiegen?

Mindestens alle zwei Wochen ist der richtige Rhythmus, um zu sehen, ob es in die richtige Richtung geht. Notiere die Werte am besten mit. Steht das Gewicht über längere Zeit still oder fällt es zu schnell, sprich mit deiner Tierarztpraxis über die nächsten Schritte.

Quellen

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