FeLV (Leukose) bei der Katze: Übertragung, Folgen und wer geimpft werden sollte
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FeLV (Leukose) bei der Katze: Übertragung, Folgen und wer geimpft werden sollte

Céline Birkl
Céline Birkl
13. Juli 20266 Min. Lesezeit
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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Hinweis: Diese Angaben gelten für Deutschland

Dieser Artikel beschreibt die Rechtslage, Gebühren und Empfehlungen in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Bitte klären Sie die Details mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor Ort.

Die Leukose (FeLV) ist eine ernste Katzenkrankheit: ein Virus, das über engen Kontakt zwischen Katzen weitergegeben wird und über die Zeit das Immunsystem schädigt. Dieser Ratgeber erklärt, wie FeLV übertragen wird, welche Folgen es hat und welche Katze wirklich geimpft werden sollte.

Das Wichtigste in Kürze

  • FeLV (felines Leukämievirus) ist ein Retrovirus, das über die Zeit zu Immunschwäche, Blutarmut und Tumoren führen kann
  • Übertragen wird es über engen Kontakt zwischen Katzen: Speichel, gegenseitiges Putzen, gemeinsame Näpfe und Toiletten, Bisse und von der Mutter auf die Kitten
  • Außerhalb der Katze überlebt FeLV nur kurz, wohl weniger als ein paar Stunden, und ist nicht auf den Menschen übertragbar
  • Am stärksten gefährdet sind Freigänger, Katzen in Mehrkatzenhaushalten und Kitten
  • Die Impfung ist in Deutschland eine Non-Core-Impfung; die internationale WSAVA-Leitlinie von 2024 stuft sie dort, wo FeLV vorkommt, für Katzen unter einem Jahr und für Freigänger dagegen als Core-Impfung ein, die US-Leitlinien für Katzen unter einem Jahr ebenso; empfohlen ist sie für alle Kitten und Freigänger, und vor der ersten Impfung wird die Katze getestet
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Leukose bei der Katze: was du darüber wissen solltest

Die Leukose gehört zu den ernstesten Infektionskrankheiten der Katze, und gleichzeitig zu denen, bei denen die Lebensweise deiner Katze wirklich zählt. Ausgelöst wird sie durch das feline Leukämievirus (FeLV), ein Virus, das von Katze zu Katze weitergegeben wird und das Immunsystem über Monate und Jahre schwer schädigen kann.

Die gute Nachricht: Weil sich FeLV fast nur über engen Kontakt zwischen Katzen verbreitet, lässt sich das Risiko gut einschätzen, und für gefährdete Katzen gibt es eine Impfung. Dieser Ratgeber erklärt, wie FeLV übertragen wird, was es im Körper anrichtet und welche Katze wirklich geimpft werden sollte. Deinen individuellen Impfplan legst du dabei immer gemeinsam mit deiner Tierärztin fest.


Was ist FeLV (Leukose)?

FeLV steht für felines Leukämievirus. Im Deutschen wird die Erkrankung meist Leukose genannt. Es handelt sich um ein sogenanntes Retrovirus: ein Virus, das sein Erbgut dauerhaft in die Zellen der Katze einbauen kann. Genau das macht die Infektion so tückisch, denn das Virus kann bei dauerhaft infizierten Katzen im Körper verbleiben.

FeLV zählt zu den häufigsten und wichtigsten Infektionskrankheiten bei Katzen überhaupt. Gefährlich ist dabei weniger ein einzelnes akutes Krankheitsbild als vielmehr die Bandbreite an Folgen, die sich über die Zeit entwickeln können:

  • eine Immunschwäche, die es dem Körper schwerer macht, sich gegen andere Erreger zu wehren
  • eine Blutarmut (Anämie) und andere Störungen des Blutbildes
  • Tumoren: FeLV gilt als häufigste Ursache für Krebserkrankungen bei Katzen

Nicht jede infizierte Katze erkrankt sofort, und der Verlauf ist von Tier zu Tier verschieden. Aber je länger das Virus im Körper aktiv ist, desto größer wird die Gefahr für diese Folgeerkrankungen.


Wie wird FeLV übertragen?

FeLV verbreitet sich über engen sozialen Kontakt zwischen Katzen. Dauerhaft infizierte Katzen scheiden das Virus vor allem über den Speichel aus, außerdem über Kot, Urin und Muttermilch. Angesteckt wird eine gesunde Katze deshalb typischerweise durch:

  • gegenseitiges Putzen und andere enge Berührung
  • gemeinsam genutzte Futter- und Wassernäpfe sowie geteilte Katzentoiletten
  • Bissverletzungen bei Revierkämpfen
  • die Mutterkatze auf ihre Kitten, schon im Mutterleib oder über die Muttermilch

Ein wichtiger Unterschied zu einem Erreger wie dem Katzenseuche-Virus: FeLV überlebt außerhalb der Katze nur kurz: unter normalen Bedingungen im Haushalt wohl weniger als ein paar Stunden. Es ist also kein Virus, das man an den Schuhen einschleppt oder das lange in der Umgebung lauert. Die Ansteckung passiert praktisch immer direkt von Katze zu Katze.

Und weil das oft gefragt wird: FeLV ist nicht auf den Menschen übertragbar. Bei deiner Katze kannst du dich nicht anstecken.


Wer ist gefährdet?

Ob eine Katze überhaupt mit FeLV in Kontakt kommt, hängt stark von ihrer Lebensweise ab. Ein erhöhtes Risiko haben vor allem:

  • Freigänger, die draußen auf fremde Katzen treffen, Reviere teilen und in Raufereien geraten
  • Katzen in Mehrkatzenhaushalten, in denen eine Katze mit unbekanntem oder positivem FeLV-Status lebt
  • Kitten und junge Katzen: Ihr noch unreifes Immunsystem macht sie besonders empfänglich für eine bleibende Infektion

Als weitere Gruppen mit höherem Risiko gelten unkastrierte Kater, die häufiger raufen, sowie bereits geschwächte Katzen. Eine gesunde, erwachsene Katze dagegen, die ausschließlich drinnen lebt und keinen Kontakt zu anderen Katzen hat, ist kaum gefährdet. Genau daraus ergibt sich, für wen die Impfung wirklich wichtig ist.


Warum und für wen die Impfung sinnvoll ist

Die Leukose-Impfung ist in Deutschland eine Non-Core-Impfung, also keine Basisimpfung für jede Katze, sondern eine Wahlimpfung nach Lebensumständen. Diese Einteilung ist länderspezifisch: Die internationale WSAVA-Impfleitlinie von 2024 stuft die FeLV-Impfung dort, wo FeLV vorkommt, für Katzen unter einem Jahr und für Katzen mit Freigang als Core-Impfung ein. Für die USA hält das MSD Veterinary Manual fest, dass die AAHA/AAFP-Impfleitlinien von 2020 die FeLV-Impfung für Katzen unter einem Jahr als Core-Impfung empfehlen, und auch das Cornell Feline Health Center führt sie inzwischen als Core-Impfung für Kätzchen, weil bei ihnen das Risiko einer bleibenden Infektion höher ist. Empfohlen wird sie klar für die Katzen mit Kontaktrisiko:

  • für alle Kitten und jungen Katzen, weil sie besonders empfänglich sind; die US-Leitlinien empfehlen sie ihnen unabhängig davon, ob später Freigang geplant ist
  • für alle Freigänger, weil sie draußen anderen Katzen begegnen

Eine gesunde, erwachsene, reine Wohnungskatze ohne Kontakt zu anderen Katzen hat dagegen ein sehr geringes Risiko und kann auf die FeLV-Impfung häufig verzichten. Das entscheidest du gemeinsam mit deiner Tierärztin auf Basis der Lebensweise deiner Katze.

Ein Punkt ist dabei besonders wichtig: Vor der ersten Leukose-Impfung wird deine Katze auf FeLV getestet. Ist sie bereits mit dem Virus infiziert, bringt die Impfung keinen Nutzen mehr. Eine positiv getestete Katze wird deshalb nicht geimpft, sondern es wird der weitere Umgang mit der Infektion besprochen. Ein Bluttest klärt das vorab. Fällt er positiv aus, ist das aber noch keine endgültige Diagnose: Ein einzelner Test zu einem Zeitpunkt reicht dafür nicht aus, und ein positives Ergebnis wird mit einem weiteren Test bestätigt, bevor deine Katze als dauerhaft infiziert gilt.

Die Grundimmunisierung besteht bei Kitten und Freigängern aus zwei Impfungen im Abstand einiger Wochen, frühestens ab einem Alter von rund acht Wochen, gefolgt von einer Auffrischung nach etwa einem Jahr. Wie oft danach nachgeimpft wird, hängt von Produkt und Risiko ab und wird individuell festgelegt. Wie die Leukose-Impfung in den gesamten Impfplan der Katze passt, liest du im Ratgeber Welche Impfungen braucht meine Katze wirklich? und speziell zur Frage drinnen gegen draußen unter Wohnungskatze oder Freigänger.


Wann du mit deiner Katze zum Tierarzt solltest

  • Wenn du eine neue Katze mit unbekanntem Vorleben aufnimmst: Vor der Zusammenführung mit anderen Katzen gehört ein FeLV-Test dazu
  • Zur Grundimmunisierung des Kittens und zu den Auffrischungsterminen, wenn deine Katze zur empfohlenen Gruppe gehört
  • Wenn du unsicher bist, ob dein Freigänger gegen Leukose geschützt ist oder wann er zuletzt geimpft wurde
  • Bei unklaren Krankheitszeichen wie anhaltender Schwäche, Fressunlust, Gewichtsverlust oder wiederkehrenden Infekten: Sie können viele Ursachen haben und gehören tierärztlich abgeklärt

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Häufige Fragen

Ist Leukose bei Katzen ansteckend für den Menschen?

Nein. Das feline Leukämievirus (FeLV) überträgt sich von Katze zu Katze, aber nicht auf den Menschen. Bei deiner Katze kannst du dich also nicht anstecken.

Wie steckt sich eine Katze mit FeLV an?

Über engen Kontakt zu einer infizierten Katze: durch Speichel beim gegenseitigen Putzen, über gemeinsame Futter- und Wassernäpfe, geteilte Katzentoiletten und über Bissverletzungen. Auch eine infizierte Mutterkatze kann das Virus an ihre Kitten weitergeben. Außerhalb der Katze überlebt das Virus nur kurz, deshalb steckt man es kaum über Gegenstände ein.

Braucht meine reine Wohnungskatze die Leukose-Impfung?

Meist nicht. Für eine gesunde, erwachsene Wohnungskatze ohne Kontakt zu anderen Katzen ist das Risiko sehr gering, und die FeLV-Impfung gilt für sie nicht als notwendig. Für alle Kitten und alle Freigänger ist sie dagegen empfohlen. Den Ausschlag gibt die Lebensweise deiner Katze, die du mit deiner Tierärztin besprichst.

Warum wird meine Katze vor der Leukose-Impfung getestet?

Weil eine bereits infizierte Katze von der Impfung nicht mehr profitiert. Ein Bluttest zeigt vor der ersten FeLV-Impfung, ob deine Katze das Virus schon in sich trägt. Fällt der Test positiv aus, wird zunächst nicht geimpft. Ein positives Screening-Ergebnis wird dann durch einen zweiten Test bestätigt; erst danach steht fest, ob deine Katze das Virus dauerhaft in sich trägt.

Kann man FeLV heilen?

Nein. Eine dauerhafte FeLV-Infektion lässt sich nicht wieder beseitigen, da sich das Virus als Retrovirus in die Zellen einbaut. Es gibt keine Heilung, und die Erkrankung verläuft langfristig meist tödlich. Viele infizierte Katzen haben mit guter tierärztlicher Begleitung aber über Jahre eine gute Lebensqualität. Umso wichtiger sind Vorbeugung durch die Impfung bei gefährdeten Katzen und eine gute tierärztliche Begleitung infizierter Tiere. Zu Behandlung und Betreuung berät dich deine Tierärztin individuell.


Fazit: das Wichtigste zur Leukose

  • FeLV (felines Leukämievirus) ist ein Retrovirus, das über die Zeit zu Immunschwäche, Blutarmut und Tumoren führen kann
  • Übertragen wird es über engen Kontakt zwischen Katzen: Speichel, gegenseitiges Putzen, gemeinsame Näpfe und Toiletten, Bisse und von der Mutter auf die Kitten
  • Außerhalb der Katze überlebt FeLV nur kurz und ist nicht auf den Menschen übertragbar
  • Am stärksten gefährdet sind Freigänger, Mehrkatzenhaushalte und Kitten; eine reine Wohnungskatze ohne Katzenkontakt ist kaum betroffen
  • Die Impfung ist in Deutschland Non-Core; die WSAVA-Leitlinie von 2024 führt sie dort, wo FeLV vorkommt, für Katzen unter einem Jahr und für Freigänger dagegen als Core, die US-Leitlinien für Katzen unter einem Jahr ebenso; empfohlen ist sie für alle Kitten und Freigänger, und vor der ersten Impfung wird getestet, denn eine infizierte Katze wird nicht geimpft
  • Den individuellen Plan legst du gemeinsam mit deiner Tierärztin fest

Quellen

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