Tierärztlichen Notdienst finden und was er wirklich kostet
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Tierärztlichen Notdienst finden und was er wirklich kostet

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.

Hinweis: Diese Angaben gelten für Deutschland

Dieser Artikel beschreibt die Rechtslage, Gebühren und Empfehlungen in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Bitte klären Sie die Details mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor Ort.

Im Notfall zählt jede Minute. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du nachts, am Wochenende oder an Feiertagen schnell einen tierärztlichen Notdienst findest und was er kostet. Die Notdienstgebühr ist in § 4 GOT gesetzlich geregelt, damit dich die Rechnung nicht zusätzlich überrascht.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland ist der Notdienst regional über die Tierärztekammern organisiert. Es gibt keine einheitliche bundesweite Notrufnummer, ruf deshalb immer zuerst an und kündige dein Tier an
  • Über die Ansage deiner Haustierarztpraxis, die Suche deiner regionalen Tierärztekammer oder die Notfallsuche von Petla findest du schnell geöffnete Notfallpraxen und 24-Stunden-Kliniken in deiner Nähe
  • Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT). Im Notdienst fällt nach § 4 GOT eine gesetzlich festgelegte Notdienstgebühr von 50 Euro an; wie alle GOT-Gebühren ist das ein Nettobetrag, auf den noch die Umsatzsteuer kommt
  • Diese Notdienstgebühr darf in derselben Angelegenheit nur einmal erhoben werden, auch wenn mehrere Tiere desselben Halters versorgt werden. Im begründeten Einzelfall kann sie ganz entfallen
  • Nur für Leistungen im Rahmen eines tierärztlichen Notdienstes bei Nacht, am Wochenende oder an einem Feiertag erhöhen sich die einfachen Gebührensätze auf das Zwei- bis Vierfache. Ein Termin in der regulären Sprechstunde am Samstag fällt nicht darunter, und über das Dreifache hinaus braucht es eine Vereinbarung in Textform vor der Behandlung
  • Bei Atemnot, Kollaps, Krampfanfall, Verdacht auf Magendrehung, einem Kater, der nicht pinkeln kann, Vergiftung oder starker Blutung darfst du nicht warten: Ruf sofort an
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Diese Einschätzung ist keine Diagnose und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Sie hilft nur, die Dringlichkeit einzuordnen. Im Zweifel wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Stand: 2026-07-15.

Notdienst in deiner Nähe finden

Wenn das eigene Tier nachts plötzlich zusammenbricht, keine Luft mehr bekommt oder etwas Giftiges gefressen hat, zählt jede Minute, und der eigene Puls geht mit hoch. Genau in diesem Moment willst du keine langen Recherchen anstellen, sondern nur eines schnell wissen: Wohin jetzt? Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du nachts, am Wochenende oder an Feiertagen zügig einen tierärztlichen Notdienst findest und was er kostet, damit dich die Rechnung hinterher nicht zusätzlich schockt.

So findest du schnell einen Notdienst

In Deutschland gibt es keine einheitliche, bundesweite Notrufnummer für Tiere. Der tierärztliche Notdienst ist regional organisiert, meist über die zuständigen Tierärztekammern der Bundesländer, die festlegen, welche Praxis gerade Bereitschaft hat. Das klingt umständlich, hat aber drei zuverlässige Wege:

  • Die Ansage oder der Aushang deiner Haustierarztpraxis. Fast jede Praxis nennt auf dem Anrufbeantworter oder an der Tür, welcher Notdienst gerade zuständig ist. Ein Anruf bei deiner eigenen Praxis, auch außerhalb der Öffnungszeiten, ist deshalb oft der schnellste erste Schritt.
  • Die Notdienst-Suche deiner regionalen Tierärztekammer. Viele Kammern führen online oder telefonisch einen Bereitschaftsplan für ihr Gebiet.
  • Die Notfallsuche von Petla. Dort findest du geöffnete Notfallpraxen und 24-Stunden-Kliniken in deiner Nähe, mit Adresse und Telefonnummer, damit du direkt losfahren oder anrufen kannst.

Eine Regel gilt immer, egal welchen Weg du wählst: Ruf vorher an und kündige dein Tier an. So weiß das Team, dass ihr kommt, kann sich vorbereiten und dir am Telefon schon sagen, worauf es unterwegs ankommt. Fahr nach Möglichkeit nie unangekündigt los: Die Praxis könnte gerade in einer Operation sein oder dich an eine andere Klinik verweisen müssen.

Was kostet der tierärztliche Notdienst?

Was Tierärztinnen und Tierärzte abrechnen dürfen, ist in Deutschland nicht frei verhandelbar, sondern gesetzlich geregelt, in der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT). Für den Notdienst ist vor allem § 4 GOT wichtig.

Dort steht: Für Leistungen, die bei Nacht, am Wochenende oder an einem Feiertag im Rahmen eines tierärztlichen Notdienstes erbracht werden, fällt zusätzlich eine Notdienstgebühr von 50 Euro an. Dieser Betrag ist ein Nettobetrag: Wie alle Gebühren der GOT ist er ohne Umsatzsteuer angegeben, sie kommt auf der Rechnung noch obendrauf. Das Wort netto steht dabei nicht in § 4 selbst. Es ist die allgemeine Regel der GOT. Wichtig ist ein weiterer Punkt: Die Notdienstgebühr darf in derselben Angelegenheit nur einmal erhoben werden, auch dann, wenn mehrere Tiere desselben Halters im Notdienst versorgt werden müssen. Bringst du also zwei Katzen gleichzeitig, zahlst du die Notdienstgebühr trotzdem nur einmal. Und § 4 GOT lässt ausdrücklich zu, dass im begründeten Einzelfall ganz auf sie verzichtet wird.

Die Notdienstgebühr ist aber nur ein Teil der Rechnung. Für die eigentlichen Behandlungen (Untersuchung, Röntgen, Infusion, Naht und so weiter) erhöhen sich im Notdienst außerdem die sogenannten einfachen Gebührensätze. § 4 GOT sieht dafür das Zwei- bis Vierfache des einfachen Gebührensatzes vor, also des Grundwerts, den das GOT-Gebührenverzeichnis für jede einzelne Leistung nennt.

Diese Bezugsgröße ist wichtig, damit die Zahlen nicht größer wirken, als sie sind: Auch außerhalb des Notdienstes zahlst du selten den bloßen Grundwert, denn dort darf in der Regel schon das Einfache bis Dreifache desselben Grundwerts berechnet werden. Der Vergleichsmaßstab der Zwei- bis Vierfachen ist also nicht deine gewohnte Rechnung, sondern der Wert aus dem Gebührenverzeichnis.

Und der Vierfachsatz ist nicht frei abrufbar. Für eine Überschreitung des Dreifachen verlangt die GOT eine Vereinbarung im begründeten Einzelfall, die vor der Behandlung getroffen werden muss und der Textform bedarf (§ 4 Abs. 4 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 GOT). Was eine einzelne Leistung am Ende genau kostet, hängt vom Fall ab und lässt sich vorher nicht seriös auf den Euro beziffern. Frag im Zweifel direkt bei der Praxis nach einer groben Einschätzung. Verlässlich ist nur der gesetzliche Rahmen: eine feste Notdienstgebühr von 50 Euro netto plus Behandlungen zum Zwei- bis Vierfachen des einfachen Gebührensatzes.

Warum der Notdienst teurer ist

Dass ein Notdienstbesuch mehr kostet als ein Termin am Dienstagvormittag, ist kein Aufschlag nach Gutdünken, sondern hat einen nachvollziehbaren Grund. Rund um die Uhr erreichbar zu sein bedeutet, dass Personal nachts, am Wochenende und an Feiertagen bereitsteht, oft ohne im Voraus zu wissen, ob und wann überhaupt jemand kommt. Diese ständige Bereitschaft muss finanziert werden. Genau das ist der Sinn der gesetzlich geregelten Notdienstgebühr: Sie entschädigt die Bereitschaft dafür, dass überhaupt jemand da ist, wenn du ihn um drei Uhr morgens brauchst. Und weil die Sätze in der GOT festgeschrieben sind, ist der Rahmen für alle gleich und für dich vorher nachvollziehbar.

Wann der Gang zum Notdienst nicht warten kann

Nicht jedes Zwicken ist ein Notfall, aber manche Anzeichen dulden keinen Aufschub. Bei den folgenden Situationen solltest du nicht bis zum Morgen warten, sondern sofort anrufen und in die Notfallpraxis fahren:

  • Atemnot: angestrengtes, sehr schnelles oder ringendes Atmen, blaue oder blasse Schleimhäute
  • Kollaps oder Bewusstlosigkeit
  • Ein Krampfanfall, vor allem wenn er länger als ein paar Minuten dauert oder sich rasch wiederholt
  • Verdacht auf eine Magendrehung: erfolgloses Würgen, aufgeblähter Bauch oder große Unruhe. Schon wiederholtes, erfolgloses Würgen allein reicht als Alarmzeichen; der Bauch muss dabei nicht sichtbar aufgebläht sein
  • Ein Kater, der nicht pinkeln kann: Häufiges, erfolgloses Aufsuchen der Katzentoilette ist ein echter Notfall
  • Vergiftung oder der Verdacht darauf
  • Starke, nicht zu stillende Blutung

Die US-amerikanische Tierklinik-Gruppe VCA bringt es für den Vergiftungsverdacht auf den Punkt: "If you see your dog ingest a suspicious substance, call your veterinarian right away" (wenn dein Hund etwas Verdächtiges frisst, ruf sofort deine Tierärztin oder deinen Tierarzt an). Dasselbe gilt für alle Punkte auf dieser Liste. Im Zweifel immer anrufen: lieber einmal zu oft als einmal zu spät.

Fazit

Einen tierärztlichen Notdienst findest du am schnellsten über die Ansage deiner eigenen Praxis, die Suche deiner Tierärztekammer oder die Notfallsuche von Petla, und immer gilt: vorher anrufen und dein Tier ankündigen. Die Kosten sind kein Willkürakt, sondern folgen der GOT: eine feste Notdienstgebühr von 50 Euro nach § 4 GOT, die pro Angelegenheit nur einmal anfällt und wie alle GOT-Gebühren ein Nettobetrag ist, plus Behandlungen zum Zwei- bis Vierfachen des einfachen Gebührensatzes, über das Dreifache hinaus nur nach einer Vereinbarung in Textform vor der Behandlung. Wer das weiß, kann sich im Ernstfall auf das Wichtigste konzentrieren, sein Tier, statt sich vor der Rechnung zu fürchten.

Häufige Fragen

Wie finde ich nachts oder am Wochenende schnell einen Tierarzt?

Ruf zuerst deine Haustierarztpraxis an: Ihre Ansage oder ihr Aushang nennt fast immer den zuständigen Notdienst. Alternativ hilft die Notdienst-Suche deiner regionalen Tierärztekammer oder die Notfallsuche von Petla, die geöffnete Notfallpraxen und 24-Stunden-Kliniken in deiner Nähe anzeigt. Eine bundesweit einheitliche Notrufnummer für Tiere gibt es in Deutschland nicht. Kündige dein Tier vor der Fahrt immer telefonisch an.

Was ist die Notdienstgebühr und wie hoch ist sie?

Die Notdienstgebühr ist ein gesetzlich festgelegter Betrag für die Bereitschaft außerhalb der regulären Zeiten. Nach § 4 GOT beträgt sie 50 Euro; wie alle GOT-Gebühren ist das ein Nettobetrag, auf den noch die Umsatzsteuer kommt. Sie kommt zu den eigentlichen Behandlungskosten hinzu.

Warum ist der Notdienst teurer als ein normaler Termin?

Weil rund um die Uhr Personal bereitstehen muss, auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen. Die GOT trägt dem Rechnung: Sie sieht die feste Notdienstgebühr vor und erlaubt für Leistungen im Rahmen eines tierärztlichen Notdienstes das Zwei- bis Vierfache der einfachen Gebührensätze. Ein Termin in der regulären Sprechstunde am Samstag fällt nicht darunter. Über das Dreifache hinaus muss die Praxis das außerdem vor der Behandlung mit dir vereinbaren, und zwar in Textform (§ 4 Abs. 4 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 GOT).

Muss ich die Notdienstgebühr für jedes Tier einzeln zahlen?

Nein. § 4 GOT legt fest, dass die Notdienstgebühr in derselben Angelegenheit nur einmal erhoben werden darf, selbst dann, wenn mehrere Tiere desselben Halters im Notdienst versorgt werden. Im begründeten Einzelfall kann ganz auf sie verzichtet werden.

Quellen

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