
Die Augen von meinem Hund tränen: Ursachen, Symptome und was du tun solltest

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Haustieres wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Tränende Augen können durch Fremdkörper, Allergien oder anatomische Ursachen ausgelöst werden
- Einseitiger oder farbiger Ausfluss kann auf Infektionen, Verletzungen oder ein trockenes Auge hindeuten
- Brachycephale Rassen wie Möpse oder Bulldoggen sind besonders anfällig
- Bei Augenausfluss solltest du frühzeitig eine tierärztliche Untersuchung veranlassen
- Die Behandlung reicht von Augentropfen bis zu operativen Eingriffen
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Diese Einschätzung ist keine Diagnose und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Sie hilft nur, die Dringlichkeit einzuordnen. Im Zweifel wende dich immer an eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Stand: 2026-07-15.
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Häufige Ursachen für tränende Augen beim Hund
Klarer Ausfluss deutet oft auf Reizungen durch Staub, Wind oder Allergien hin. Einseitiger Ausfluss kann ein Hinweis auf einen Fremdkörper im Auge sein. Gelb-grüner oder schleimiger Ausfluss kann ein Zeichen für eine Infektion sein, tritt aber genauso beim trockenen Auge auf, das unbehandelt bis zum dauerhaften Sehverlust führen kann. Beides gehört tierärztlich abgeklärt, und zwar bevor du selbst etwas ins Auge tropfst: Ein Mittel, das bei einer früheren Bindehautentzündung geholfen hat, kann laut VCA diesmal nutzlos oder sogar schädlich sein. Weil Augenprobleme auch durch Nerven- oder Hirnschäden ausgelöst werden können, ist eine genaue Untersuchung durch den Tierarzt wichtig.
Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
Entzündet ist dabei die Bindehaut, laut VCA eine Schleimhaut wie die Auskleidung von Maul und Nase, die das Weiße des Augapfels überzieht und die Lider auskleidet. Oft sind beide Augen betroffen, bei bestimmten Ursachen aber nur eines. Die Entzündung äußert sich durch:
- Rötungen
- Geschwollene Augenlider
- Wässrigen oder schleimigen Ausfluss
- Zusammenklebende Augenlider
- Lichtempfindlichkeit
- Blinzeln und Augenreiben
Die Ursachen sind vielfältig: Allergien, Fremdkörper, Infektionen, Fehlbildungen oder trockene Augen. Wichtig: Lass die genaue Ursache von einem Tierarzt klären, da manche Medikamente bei bestimmten Ursachen kontraproduktiv sein können.
🛑 Diese Zeichen sind kein Fall zum Abwarten, sondern für den gleichen Tag: Dein Hund kneift das Auge zu oder reibt daran, die Hornhaut wirkt trüb oder bläulich, der Augapfel tritt hervor, das Auge ist plötzlich stark gerötet, oder im inneren Augenwinkel sitzt eine rote Umfangsvermehrung. Ein akutes Glaukom ist laut VCA ein Notfall: Wird der Augeninnendruck nicht rasch gesenkt, kann sehr schnell Blindheit eintreten.
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Formen der Bindehautentzündung
Allergische Konjunktivitis
Häufig saisonal und nicht ansteckend. Mögliche Auslöser sind:
- Pollen
- Hausstaubmilben
- Schimmel
- Parfüms oder Medikamente
Behandlung: kalte Kompressen und künstliche Tränen; Antihistaminika und entzündungshemmende Tropfen nur nach Absprache mit deiner Tierarztpraxis.
Virale Konjunktivitis
Ansteckend. Beim Hund stecken dahinter vor allem das Staupevirus (Canines Distemper-Virus) und das canine Herpesvirus. Das ist keine harmlose Erkältung: Staupe betrifft den ganzen Körper und kann tödlich verlaufen. Das entzündete Auge ist dabei nur eines von mehreren Anzeichen, oft zusammen mit:
- Nasenausfluss
- Husten
- Fieber und Mattigkeit
- Tränenden Augen
Bei dieser Kombination und besonders bei ungeimpften Hunden und Welpen gehört dein Hund umgehend in die Tierarztpraxis.
Behandlung: gehört in tierärztliche Hand. Kalte Kompressen und Tränenersatzmittel lindern die Beschwerden. Kortikosteroide darf erst die Tierärztin oder der Tierarzt einsetzen, und auch nur dann, wenn ein Hornhautgeschwür ausgeschlossen ist (Fluoreszein-Test): Zu früh gegeben verlangsamen oder stoppen sie die Heilung und können schwere Komplikationen verursachen.
Bakterielle Konjunktivitis
Verursacht durch Bakterien, laut VCA zum Beispiel Staphylokokken. Sie kann für sich allein auftreten oder Folge einer anderen Erkrankung des Auges oder der Lider sein. Behandelt wird mit antibiotischen Tropfen oder Salben.
Hornhautgeschwüre (Ulcus corneae)
Tiefe oder oberflächliche Verletzungen der Hornhaut und laut VCA immer sehr schmerzhaft: Der Schmerz ist so intensiv, dass Hunde das betroffene Auge fest zukneifen und mit der Pfote oder am Teppich daran reiben. Ursachen:
- Reizung durch Fremdkörper
- Verletzungen
- Trockene Augen
Symptome: Lichtempfindlichkeit, vermehrter Tränenfluss, Augenreiben, Trübung. Behandlung: Antibiotika, schmerzlindernde Tropfen, ggf. Operation.
Weitere Erkrankungen: Epiphora, KCS, Glaukom
Epiphora (übermäßiges Tränen)
Verfärbtes oder übelriechendes Fell unter den Augen kann durch:
- Verstopfte Tränenkanäle
- Allergien
- Schmerzen am Auge
- Tumoren oder Fremdkörper
Behandlung: abhängig von der Ursache, von Tropfen über Salben bis hin zu chirurgischen Eingriffen.
Trockene Augen (Keratoconjunctivitis sicca)
Wenn zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird, kann es zu Schleim, Entzündungen und Hornhautschäden kommen. Cornell nennt als typische Zeichen Rötung, Reizung und dickflüssigen, grünen Ausfluss, dazu ein erhöhtes Risiko für schmerzhafte Hornhautgeschwüre. Ursachen:
- Immunerkrankungen
- Verletzungen
- Distemper (Staupe)
Lass das trockene Auge nicht laufen: Unbehandelt kann es laut Cornell zu Vernarbung, Gefäßeinsprossung und Zweitinfektionen der Hornhaut führen und bis zu dauerhaftem Sehverlust gehen.
Behandlung: künstliche Tränen, Immuntherapie, ggf. Operation. Rechne dabei mit einer Dauerlösung: KCS ist laut Cornell eine chronische Erkrankung, die in der Regel lebenslang behandelt werden muss.
Glaukom (grüner Star)
Ein erhöhter Augeninnendruck, sehr schmerzhaft und ein Notfall. Symptome:
- Trübe, bläulich schimmernde Hornhaut (Hornhautödem)
- Gerötetes, stark durchblutetes Auge
- Vergrößerter, hervortretender Augapfel
- Weite, starre Pupille
- Vermehrter Tränenfluss, Zukneifen, Lichtscheu
Nicht verwechseln: Eine Trübung der Linse ist der graue Star (Katarakt), eine andere Erkrankung. Beim grünen Star trübt sich die Hornhaut, nicht die Linse.
Behandlung: drucksenkende Medikamente oder chirurgischer Eingriff.
Rassedisposition und besondere Risiken
Brachycephale Rassen
Hunde mit flacher Schnauze wie Möpse, Boxer oder Bulldoggen haben oft:
- Hervorstehende Augen
- Zu kleine Tränenkanäle
- Augenlider, die nicht ganz schließen
Folge: Tränenflüssigkeit läuft nicht ab, sondern auf das Gesicht. Das begünstigt Hautentzündungen.
Hunde mit lockerer Gesichtshaut
Bluthunde, Cocker Spaniels oder Bernhardiner sind anfällig für:
- Ektropium (nach außen gerollte Lider)
- Entropium (nach innen gerollte Lider)
- Cherry Eye (herausgefallene Nickhautdrüse)
Ektropium und Entropium werden in der Regel operativ korrigiert.
⚠️ Cherry Eye ist ein eigener Sofort-Auslöser. Siehst du eine rote, geschwollene Umfangsvermehrung im inneren Augenwinkel, gehört dein Hund umgehend in die Tierarztpraxis: Die VCA rät bei einer sichtbaren Umfangsvermehrung im Auge ausdrücklich zur sofortigen Vorstellung und nennt es essenziell, so früh wie möglich zu behandeln, weil Auge und Nickhautdrüse sonst dauerhaften Schaden nehmen. Die Drüse ist nicht entbehrlich: Sie produziert einen erheblichen Teil des wässrigen Tränenfilms. Die Standardbehandlung ist deshalb die operative Rückverlagerung der Drüse. Sie zu entfernen wird ausdrücklich nicht empfohlen.
Pflege und Vorbeugung bei Augenerkrankungen
So trägst du Augentropfen richtig auf
- Reinige den Augenausfluss mit einem angefeuchteten Wattepad
- Hebe den Kopf deines Hundes leicht an
- Halte deine Hand auf dem Kopf deines Hundes stabil
- Tropfe das Medikament von oben vorsichtig auf den oberen Teil des Augapfels, nicht direkt auf die Mitte der Hornhaut
- Bei Salbe: Unterlid leicht abziehen und eine kleine Menge einbringen
- Sanft das Augenlid schließen, damit sich das Mittel verteilt
So beugst du Augenproblemen vor
- Kontrolliere regelmäßig die Augen auf Rötung, Ausfluss, Trübung
- Halte lange Haare aus dem Gesicht
- Vermeide Reizstoffe wie Seifen oder Flohmittel
- Beobachte genau bei häufigem Reiben oder Blinzeln
Fazit
Tränende Augen bei Hunden können viele Ursachen haben, von harmlosen Reizungen bis zu ernsthaften Erkrankungen. Wenn du Veränderungen an den Augen deines Hundes bemerkst, solltest du das immer abklären lassen. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sich dein Hund behandeln und Folgeschäden können verhindert werden.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Farbe des Augenausflusses bei meinem Hund?
Klarer Ausfluss deutet oft auf Reizungen durch Staub, Wind oder Allergien hin. Einseitiger Ausfluss kann ein Hinweis auf einen Fremdkörper im Auge sein. Gelb-grüner oder schleimiger Ausfluss kann ein Zeichen für eine Infektion sein, tritt aber genauso beim trockenen Auge auf, das unbehandelt bis zum dauerhaften Sehverlust führen kann. Beides gehört tierärztlich abgeklärt, und zwar bevor du selbst etwas ins Auge tropfst: Ein Mittel, das bei einer früheren Bindehautentzündung geholfen hat, kann laut VCA diesmal nutzlos oder sogar schädlich sein. Weil Augenprobleme auch durch Nerven- oder Hirnschäden ausgelöst werden können, ist eine genaue Untersuchung durch den Tierarzt wichtig.
Wann sollte ich mit tränenden Augen zum Tierarzt?
Bei Augenausfluss solltest du frühzeitig eine tierärztliche Untersuchung veranlassen, denn die genaue Ursache lässt sich nur so klären. Das ist auch deshalb wichtig, weil manche Medikamente bei bestimmten Ursachen kontraproduktiv sein können. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sich dein Hund behandeln.
Welche Hunderassen sind besonders anfällig für tränende Augen?
Brachycephale Rassen mit flacher Schnauze wie Möpse, Boxer oder Bulldoggen haben oft hervorstehende Augen, zu kleine Tränenkanäle und Augenlider, die nicht ganz schließen. Dadurch läuft Tränenflüssigkeit auf das Gesicht. Hunde mit lockerer Gesichtshaut wie Bluthunde, Cocker Spaniels oder Bernhardiner neigen zu Ektropium, Entropium oder Cherry Eye.
Wie beuge ich Augenproblemen bei meinem Hund vor?
Kontrolliere regelmäßig die Augen auf Rötung, Ausfluss und Trübung, halte lange Haare aus dem Gesicht und vermeide Reizstoffe wie Seifen oder Flohmittel. Beobachte deinen Hund genau, wenn er häufig reibt oder blinzelt, und kläre Veränderungen frühzeitig tierärztlich ab.
Quellen
- Conjunctivitis in Dogs · VCA Animal Hospitals
- Corneal Ulcers in Dogs · VCA Animal Hospitals
- Cherry Eye in Dogs · VCA Animal Hospitals
- Keratoconjunctivitis Sicca (KCS) in Dogs · Cornell Riney Canine Health Center
- Glaucoma in Dogs · VCA Animal Hospitals
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